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Zürcher Regierung fällt mit Ferienvorschlag durch

Kritik an «Pseudoferien»

Zürcher Regierung fällt mit Ferienvorschlag durch

Der Regierungsrat will den 21- bis 59-jährigen Kantonsangestellten eine zusätzliche Ferienwoche geben. Allerdings darf diese nichts kosten. Der Vorschlag stösst auch von unerwarteter Seite auf Ablehnung.

Mike
Gadient
Mittwoch, 18. Juli 2018, 07:30 Uhr Kritik an «Pseudoferien»
Eine Woche mehr Zeit zum Ausspannen soll es für die meisten Kantonsangestellten geben. Die Arbeitszeit soll aber vorgeholt werden. (Symbolfoto: Keystone)

Der Vorschlag der Regierung, Kantonsangestellte mit einer zusätzlichen Ferienwoche zu beglücken, stösst in der Vernehmlassung auch von unerwarteter Seite auf Kritik. Mehr Ferien seien zwar das Gebot der Stunde, aber die geplante Teilkompensation durch eine halbstündige Erhöhung der Wochenarbeitszeit sei unhaltbar. Diese Meinung vertreten die Organisationen der Gemeindepräsidenten und Gemeindeschreiber.

Sie sind wichtige Player, weil sich über 100 Gemeinden nach dem kantonalen Recht richten. Auf Ablehnung stösst der Ferien-Vorschlag gemäss gut informierten Personen auch beim Unispital und der Universität. In der Personalkommission der Uni ist von «Pseudoferien» die Rede. Ein positives Feedback hat das Kantonsspital Winterthur der Regierung gegeben. Man wünsche sich generell mehr Gestaltungsspielraum in Personalfragen. (tsc)

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Eine zusätzliche Ferienwoche zum Nulltarif

Die Zürcher Regierung hat am 7. Juni folgenden Vorschlag in eine kurze Vernehmlassung bis am 13. Juli gegeben:

  • Die 21- bis 49-jährigen Kantonsangestellten sollen eine fünfte Ferienwoche erhalten. Sie beziehen als einziges Alterssegment derzeit nur vier Wochen.
     
  • Die 50- bis 59-Jährigen bekämen ebenfalls eine zusätzliche Ferienwoche. Sie beziehen bereits fünf Wochen, kämen mit der Neuerung also auf deren sechs. Für die übrigen Altersgruppen änderte sich nichts. Der Anspruch der unter 20-Jährigen bliebe bei fünf Wochen, jener der über 60-Jährigen bei sechs. Ausdrücklich ausgenommen von der Neuregelung wären Lehrpersonen.


Die Regierung will, dass die zusätzlichen Ferien den Staatshaushalt nichts kosten. Dafür sieht sie zwei Massnahmen vor:

  • Die Bezüger einer zusätzlichen Ferienwoche müssen pro Woche eine halbe Stunde mehr arbeiten. Die Wochenarbeitszeit würde sich von 42 auf 42,5 Stunden erhöhen.
     
  • Die beiden freien Tage, welche die Regierung den Angestellten jeweils über den Jahreswechsel gewährt, würden wegfallen und an die Ferien angerechnet. Davon wären alle Angestellten betroffen, also auch jene, die keine zusätzlichen Ferien erhalten sollen.

Die Regierung plant, die Neuerungen bereits auf 2019 einzuführen. Geändert würde lediglich eine Vollzugsverordnung im Personalgesetz. Das Geschäft käme deshalb nicht in den Kantonsrat. Welche Schlussfolgerungen die Regierung aus der Vernehmlassung zieht, ist offen. (tsc)

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