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Zürcher Datenschützer kritisiert Krankenkassen

Der Zürcher Datenschützer fürchtet um die Privatsphäre der Patienten und kritisiert deshalb die Krankenkassen. Mit der Einführung der Fallpauschalen würden Versicherer immer häufiger sensible Patientendaten verlangen, um vermeintlich unnötige Behandlungen zu verhindern.

Mittwoch, 27. Juni 2012, 11:06 Uhr

Gesundheitsdaten sind eigentlich durch das Arztgeheimnis geschützt, so dass sie nur für die Behandlung oder allenfalls für die Forschung verwendet werden dürfen.Wegen des neuen Systems mit Fallpauschalen müssten die Ärzte den Krankenkassen aber vermehrt sensible Daten liefern, schreibt der Datenschützer in seinem Tätigkeitsbericht, der am Mittwoch publiziert wurde. Die Versicherer würden mit den Daten die Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Behandlungen überprüfen.

Der Datenschützer fordert, der Privatsphäre der Patienten ebenso Rechnung zu tragen wie den wirtschaftlichen Interessen der Versicherer. Seiner Meinung nach würde es genügen, wenn die detaillierten Daten nur in Einzelfällen - also etwa bei 5 bis 10 Prozent der Fälle - an die Krankenkassen weitergegeben würden. Die Kassen hätten ihre Position bis jetzt aber nicht überdenken wollen, kritisiert Datenschützer Bruno Baeriswyl.

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