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Wo der Samichlaus den Bart holt

Pfäffikerin gewinnt Leserbildwettbewerb

Wo der Samichlaus den Bart holt

Schön fein und schneeweiss: Esther Spadarotto hat im Wald bei Pfäffikon dieses Haareis entdeckt. Der Fund hat ihr den Sieg im Leserbildwettbewerb eingetragen.

Christian
Brändli
Mittwoch, 06. Dezember 2017, 08:13 Uhr Pfäffikerin gewinnt Leserbildwettbewerb
Das seltene Haareis zog die meisten Leserstimmen auf sich. (Bild: Esther Spadarotto)

«Pünktlich zum Samichlaustag wächst im Pfaffbergwald in Pfäffikon Schnauz und Bart vom Samichlaus», hat Esther Spadarotto zu ihrer Aufnahme geschrieben, die nun von den Züriost-Lesern zum Bild der Woche gewählt worden ist. Tatsächlich wäre die Verlockung gross, dieses Gewächs ans Kinn zu kleben. Nur leider dürfte dann rasch nicht mehr viel übrig bleiben, handelt es sich doch um Haareis. 

Seltenes Phänomen

Haareis, manchmal auch Eiswolle genannt, besteht aus feinen Eisnadeln, die sich bei geeigneten Bedingungen auf morschem und feuchtem Totholz bilden können. Anders als zum Beispiel Raureifkristalle entsteht Haareis aus dem im Holz enthaltenen Wasser, nicht aus Luftfeuchtigkeit. 

Wissenschaftlich ist die Entstehung des nur selten zu beobachtenden Haareises noch wenig erforscht, wie Wikipedia weiss. 1918 beschrieb der Meteorologe Alfred Wegener Haareis auf nassem Totholz. Er vermutete einen «schimmelartigen Pilz» als Auslöser. Eine biophysikalische Studie  bestätigte 2008 Wegeners Vermutung weitgehend. Demnach wird Haareis durch das Myzel winteraktiver Pilze ausgelöst, deren Stoffwechsel Gase produziert, die das im Holz vorhandene leicht unterkühlte Wasser an die Oberfläche verdrängen. Dort gefriert es und wird durch nachdrängende, gefrierende Flüssigkeit weitergeschoben. Dies geschieht ausschliesslich bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, wenn das Wasser im Holz noch nicht gefroren ist, es an der geringfügig kälteren Umgebungsluft jedoch gefriert.

Die übrigen vier Aufnahmen wurden vom Haareis-Bild in der Abstimmung klar distanziert (siehe Bilder unten). 

Preis für das schönste Bild

Am Mittwoch wird die nächste Bildergalerie aufgeschaltet. Sie möchten sich in der nächsten Runde gerne am Wettbewerb mit einem eigenen Bild beteiligen? Senden Sie uns Ihr Favoritenfoto per E-Mail an redaktion@zol.ch, Vermerk «Leserbild der Woche». Geben Sie an, wo die Aufnahme gemacht worden ist und was sie zeigt. Vermerken Sie Ihren Namen, Ihren Wohnort und Ihre Telefonnummer. Die Aufnahme sollte im Querformat erscheinen und eine Grösse von mindestens einem MB haben.

Woche für Woche werden fortlaufend alle Bilder hochgeladen und in einer Bildstrecke unter der Rubrik «Life Leseraktionen» präsentiert. Jeweils freitags um 12 Uhr trifft die Redaktion aus den eingegangenen Aufnahmen eine Auswahl von fünf Bildern, die für den Publikumswettbewerb nominiert werden. Von Freitagabend bis am Dienstag, 12 Uhr, haben die Züriost-Leser dann die Möglichkeit, aus diesen fünf Fotos jenes zu wählen, das ihnen am besten gefällt und küren damit das «Leserbild der Woche». Dieses wird jeweils auf Züriost und in der Grossauflage von «Zürcher Oberländer» und «Anzeiger von Uster» am Mittwoch publiziert. Der Fotograf wird mit 100 Franken belohnt.

 

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