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Arbeitslosenquote von 1,7 Prozent

So wenige Arbeitslose gab es in Zürich seit 20 Jahren nicht mehr

Die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Zürich ist im Juli erneut gesunken. Und mehr als 10'000 Stellen sind laut RAV weiterhin unbesetzt – die meisten davon in der Gastronomie und im Baugewerbe.

Agentur
sda
Montag, 08. August 2022, 11:38 Uhr Arbeitslosenquote von 1,7 Prozent
Zwei Männer in der Küche beim Dekorieren von Speissen.
1538 Köchinnen und Servicekräfte werden im Kanton Zürich momentan noch gesucht.
Foto: Pierre Albouy

Ende Juli waren 14‘463 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet. Das sind 461 Personen weniger als im Vormonat, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit in einer Medienmitteilung schreibt. Die Arbeitslosenquote verbleibt somit bei 1,7%, was dem tiefsten Wert seit über 20 Jahren entspricht.

Die Arbeitslosigkeit ist in fast allen Branchen leicht gesunken. Am stärksten haben die Arbeitslosenzahlen im Baugewerbe (–90), im Gastgewerbe (–83) sowie im Verkehr und Transportwesen (–82) abgenommen.

Die Anzahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen ist mit 11‘111 Stellen derweil nach wie vor hoch. Am meisten offene Stellen werden bei den Handwerks- und Baufachkräften (1761) sowie bei den Köchen und Servicekräften (1538) verzeichnet.

Tiefpunkt der Arbeitslosenquote erreicht

Die Arbeitslosigkeit dürfte in den kommenden Monaten weiterhin tief bleiben. Gleichwohl ist aufgrund von saisonalen Effekten kaum von einer weiteren markanten Abnahme auszugehen. Der diesjährige Tiefpunkt der Arbeitslosenquote dürfte bald erreicht sein, so die Volkswirtschaftsdirektion.

«Insgesamt läuft unsere Wirtschaft trotz den Folgen des Ukraine-Kriegs immer noch sehr gut», sagt Regierungsrätin Carmen Walker Späh. Auch wenn die Inflation schmerze – der Kanton Zürich und die Schweiz seien vor allem dank des starken Frankens weniger stark betroffen als andere Länder. «In den kommenden Monaten rechne ich mit weiterhin sehr tiefen Arbeitslosenzahlen», sagt Walker Späh. «Die Kehrseite: Auch der Arbeitskräftemangel dürfte sich weiter verschärfen.»

Noch 2271 Lehrstellen unbesetzt

Sinkende Arbeitslosenzahlen sind momentan in allen Altersgruppen auszumachen – mit Ausnahme der 15- bis 19-Jährigen (+213). Weil jeweils im Sommer der Schulabschluss und der Übertritt ins Berufsleben erfolgen, führt dies zu einem temporären Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Derweil sind im Kanton Zürich noch immer 2271 Lehrstellen unbesetzt. Das zeigt ein Blick in die Datenbank des kantonalen Lehrstellennachweises.

Besonders betroffen sind jene Branchen, die bereits jetzt schon unter dem Fachkräftemangel leiden: von der Gastronomie über das Baugewerbe bis hin zum Gesundheitswesen. Auch die Informatikbranche sucht verzweifelt nach Personal. Ihnen fehlt nun auch noch der dringend benötigte Nachwuchs, nachdem sich die Lage während der Corona-Krise verschärft hatte.

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