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Geschäftsbericht 2021

Spital Uster kann Verluste deutlich reduzieren

Nach zwei schlechten Geschäftsjahren 2019 und 2020 zeichnen sich trotz Pandemie und knappen Ressourcen erste sichtbare Erfolge des strategischen Turnaround-Prozesses beim Spital Uster ab. So konnte das operative Ergebnis um 11 Millionen Franken verbessert werden.

Erik
Hasselberg
Dienstag, 03. Mai 2022, 15:59 Uhr Geschäftsbericht 2021
Verzeichnete 2021 einen Verlust von 5,7 Millionen Franken: das Spital Uster.
Foto: PD

Auch wenn aus finanzieller Sicht im Jahr 2021 der Turnaround noch nicht vollumfänglich realisiert werden konnte, so sind die Weichen richtig gestellt. Das schreibt das Spital Uster am Montag in einer Mitteilung anlässlich der Präsentation der Geschäftszahlen des vergangenen Jahres.

So konnte der Jahresverlust 2021 mit einem Minus von 5,7 Millionen Franken im Gegensatz zu 2020 und einem Verlust von 13,4 Millionen Franken massiv verkleinert werden. 2019 hatte der Verlust noch 6,7 Millionen Franken betragen.

Spitaldirektor Andreas Greulich ist zuversichtlich und lässt sich in der Meldung wie folgt zitieren: «Ohne die einmalige Korrektur durch die abschreibungsbedingten Projekt- und Planungskosten aus dem Bauvorhaben hätten wir mit -371'000 Franken beinahe eine schwarze Null geschrieben. Mit Blick auf die aktuellen Zahlen bin ich zuversichtlich, dass wir dieses Ziel 2022 erreichen werden.»

Das Bauvolumen wurde schon im letzten Jahr reduziert und hat durch die zuletzt gefallenen Entscheide der Zürcher Gesundheitsdirektion hinsichtlich Spitalliste 2023 sowie dem negativen Bundesgerichtentscheid zum Gestaltungsplan der Stadt Uster eine weitere substanzielle Bausummenreduktion zur Folge.

Wichtige Kennzahlen

  • Das operative Ergebnis konnte dank der neuen strategischen Stossrichtung auf Ebene EBITDA um 11 Millionen Franken resp. 10 Prozent auf ein Plus von 5,1 Millionen Franken gesteigert werden.
  • Das negative Betriebsergebnis beträgt 5,7 Millionen Franken.
  • Die EBITDA-Marge steigt von -3,9 Prozent im 2020 auf plus drei Prozent.
  • Im Vergleich zu zum Vorjahr wurden stationär rund 292 Patientinnen mehr versorgt, was einem Zuwachs von drei Prozent entspricht. 
  • Auch der ambulante Bereich entwickelte sich mit einem Plus von rund 8,5 Prozent, respektive zusätzlichen 4'280 Patientinnen. 

Senkung Fallkosten

Das Spital schreibt, dass die eingeleiteten Massnahmen zum Turnaround nicht nur auf der Aufwandseite griffen, sondern sich inzwischen auch ertragsseitig positiv auswirkten.

Die Fallkosten im stationären Bereich, die für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit wichtig sind, seien innerhalb eines Jahres um 1'000 Franken reduziert worden. Ziel der Spitalleitung sei es nun, in den zwei kommenden Jahren wieder in die Ränge mit durchschnittlichen Fallkosten der Zürcher Listenspitäler zu kommen.

Bewältigung Corona-Pandemie

Die Pandemiebekämpfung war auch 2021 ein allgegenwärtiges Thema im Spital Uster. Nach der Schweizerischen Zulassung der ersten Impfstoffe im Dezember 2020 stand der rasche Ausbau entsprechender Impfangebote im Fokus.

Das Spital Uster beteiligte sich aktiv an der Impfkampagne und eröffnete am 7. April 2021 eines der ersten kantonalen Impfzentren am Standort Sportareal Buchholz. Der Leistungsauftrag, der vollumfänglich durch den Kanton Zürich finanziert wird, schlägt mit Kosten im Umfang von 10,6 Millionen Franken zu Buche und ist finanziell in diversen Aufwandspositionen für die grösste Abweichung zum Vorjahr verantwortlich.

Nebst dem Impfzentrum betreibt das Spital Uster auch ein Covid-Testzentrum. Die Testungen sind 2020 von 18'532 auf 49'420 im Jahr 2021 angestiegen. 

Die Pandemie war vor allem Anfang Jahr und mit Aufkommen der Omikron-Variante im Spital Uster spürbar und habe immer wieder für knappe Ressourcen gesorgt. Im letzten Jahr wurden rund 464 Covid-Patientinnen stationär behandelt, davon 68 auf der Intensivstation.

Positiver Ausblick

Letztlich stehe das Spital Uster vor der Herausforderung, den organisatorischen und finanziellen Turnaround zu schaffen. Es gelte nun, in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich ein «langfristig ausgerichtetes Leistungsangebot für den ambulanten und stationären Betrieb für das Einzugsgebiet» zu definieren, um die vorerst provisorischen Leistungsaufträge 2023 zu sichern und eine stabile wirtschaftliche Basis zu schaffen.

Seien die Bedingungen geklärt und erfüllt, werden weitere Schritte bezüglich Erweiterungs- oder Erhaltungsbauvorhaben geprüft.

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