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Geschäftsbericht ZO Medien AG

Oberländer Medienhaus ist wieder in den schwarzen Zahlen

Auch 2021 war aufgrund von Corona für die ZO Medien AG wieder ein schwieriges Jahr. Umso erfreulicher, dass am Ende ein Plus auf der Habenseite steht. Damit nicht genug, richtet das Unternehmen seinen Blick konsequent nach vorn – wie der Neubau des Hauptsitzes in Wetzikon zeigt.

Christian
Brändli
Freitag, 22. April 2022, 18:00 Uhr Geschäftsbericht ZO Medien AG
Altes, graues Bürogebäude mit der Aufschrift: Zürcher Oberländer.
Alter Standort – neuer Hauptsitz: Die Zürcher Oberland Medien AG wird 2023 in Wetzikon ihr neues Domizil beziehen.
Foto: Christian Merz

«Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie hatte unser Unternehmen mit Umsatzeinbussen umzugehen. Der strukturelle Wandel hat sich weiter fortgesetzt», lautet das Resümee, das im nun publizierten Geschäftsbericht 2021 der Zürcher Oberland Medien AG zu finden ist.

Personalaufwand reduziert

Obwohl alle drei Ertragspositionen Abonnements, Inserate und übrige Erlöse  hinter den Vorjahreszahlen liegen und die Nettoerlöse mit 19,662 Millionen Franken gesamthaft um 218'000 Franken tiefer als im Vorjahr ausfallen, schliesst die Erfolgsrechnung deutlich besser ab.

Resultierte im 2020 noch ein Jahresergebnis von minus 171'000 Franken – vor allem aufgrund eines Sonderabschreibers für das mittlerweile abgerissene alte Verlagshaus 
 wird für 2021 ein Plus von 580'000 Franken ausgewiesen.

Auf Stufe EBIT liegt das Betriebsergebnis nicht so weit auseinander. Im 2021 betrug dieses 620'000 Franken und war damit knapp doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die EBITDA-Marge beträgt 5,1 Prozent.

Das bessere Resultat ist in erster Linie auf einen deutlich reduzierten Personalaufwand zurückzuführen. So lag dieser mit 8,271 Millionen Franken um rund 600'000 Franken unter Vorjahr.

Verzicht auf Dividende

Trotz des positiven Abschlusses können sich die Aktionäre aber nicht auf eine Dividende freuen. «Aufgrund der Unterstützungsleistungen des Bundes für unseren Vertriebsbereich müssen wir noch einmal auf die Auszahlung einer Dividende verzichten», halten Verwaltungsratspräsidentin Karin Lenzlinger Diedenhofen und CEO Dani Sigel fest.

Und Sie fügen hinzu: «Das Einbehalten der Mittel kommt jedoch dem Unternehmen langfristig zugute.» So soll der Gewinn auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Der Aktienkurs schwankte im 2021 zwischen 580 und 700 Franken, wobei er zum Jahresende mit 695 Franken nahe am Höchst lag. Im Vorjahr pendelte der Kurs noch zwischen 680 und 840 Franken.

Erträge aus dem Print

Mit Ausnahme der Wochenzeitung «Glattaler» haben alle Printprodukte einen positiven Deckungsbeitrag geliefert. Der CEO ist aber zuversichtlich, dass der Deckungsbeitrag des «Glattalers» im laufenden Jahr wieder positiv ausfallen wird.

So konnte sich die ZO Medien AG bei der Neuausschreibung des amtlichen Publikationsorgans von Dübendorf durchsetzen. Seit Anfang 2022 erscheint der «Glattaler» in aufgefrischter Aufmachung.  Auch online ist die Berichterstattung gebündelt worden.

Die Tageszeitungen sind weiterhin weitaus die wichtigste Ertragsquelle der Zürcher Oberland Medien AG. (Foto: Tina Schöni)

Auch wenn sich der Deckungsbeitrag des «Tössthalers» mit 92'000 Franken gegenüber Vorjahr halbiert hat, ist er mit einer Marge von 12,1 Prozent das profitabelste Produkt. Mit einem Ertrag von 988'000 Franken (Marge 5,7 Prozent) lieferen die Tageszeitung «Zürcher Oberländer» und «Anzeiger von Uster» weiterhin mit Abstand den grössten Deckungsbeitrag zum Unternehmensergebnis bei.

Online-Zugriffszahlen gesunken

Auf der anderen Seite sind die digitalen Medien weiterhin tief im Minus. Der Verlust beläuft sich hier auf 608'000 Franken, was einer Marge von -41,6 Prozent entspricht. Immerhin konnte der Verlust gegenüber Vorjahr um rund 250'000 Franken reduziert werden.

Die Verbesserung soll sich auch im laufenden Jahr fortsetzen. «Durch die Normalisierung der pandemischen Lage erwarten wir eine deutliche Umsatzsteigerung für das Jahr 2022», heisst es im Geschäftsbericht.

Dass das Unternehmen im Onlinebereich zu kämpfen hat, zeigt sich auch bei den Zugriffszahlen. Im 2021 sind die Page Impressions sowie die Unique Clients zurück gegangen. 

Ein ganz leichtes Plus gibt es dagegen bei E-Paper-Abos. Mit 1086 machen diese aber weiterhin nur einen Bruchteil der Zeitungsabonnements aus: Für die beiden Tageszeitungen «Zürcher Oberländer» und «Anzeiger von Uster» werden total 22'003 Exemplare ausgewiesen.

Das sind über 800 weniger als noch im 2020. Die andere abonnierte Zeitung, «Der Tössthaler», ist stabiler. Mit 2138 Exemplaren ist die verbreitete Auflage nur gut um 20 Exemplare tiefer als im Jahr zuvor.

Umbau der Redaktion

«In der Redaktion ist der vom Verwaltungsrat angestossene Change Process in vollem Gang», hält die Verwaltungsratspräsidentin fest. Die digitale Transformation habe dadurch «zusätzlichen Schwung» erhalten, als per Oktober die Chefredaktion habe neu besetzt werden können.

Die Redaktion war mit dem Ausscheiden des vorherigen Chefredaktors seit Anfang 2021 interimistisch geführt worden.  

Die Redaktion ist jetzt in zwei Ressorts aufgeteilt und «inhaltlich auf die neuen Bedürfnisse der digitalen Arbeitsprozesse eingestellt», schreibt die Verwaltungsratspräsidentin. Aktuell werde «mit Hochdruck» an der Systemlandschaft gearbeitet. In diesem Sommer soll der neue Online-Auftritt erfolgen.

Neubau auf Kurs

«Der Neubau am Standort des Hauptsitzes ist auf Kurs», unterstreicht Karin Lenzlinger Diedenhofen. Es sei weiterhin das Ziel, dass die neue Liegenschaft beim Wetziker Bahnhof per Ende 2023 bezogen werden könne. 

Seit Ende März 2021 operieren Redaktion und Verlag vom provisorischen Sitz in den Räumlichkeiten der Ferag in Hinwil aus. Dort werden auch neue, mobilere Bürokonzepte erprobt. Grundsätzlich gibt es keine persönlichen Arbeitsplätze mehr. Da sich dieses Konzept gut bewähre, werde es mit der Rückkehr nach Wetzikon noch ausgebaut.

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