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Benzinpreis bleibt hoch

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Die Spritpreise sind nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs rasant in die Höhe geschnellt. Obwohl sie sich mittlerweile wieder etwas stabilisiert haben, könnten sie auch längerfristig Realität bleiben.

Agentur
sda
Donnerstag, 07. April 2022, 14:31 Uhr Benzinpreis bleibt hoch
Erdölfeld mit Förderpumpe im Vordergrund bei Sonnenuntergang.
Laut Experten ist der komplette Verzicht auf russisches Gas und Öl zwar möglich – aber auch sehr teuer.
Foto: Pixabay

Erst im März waren die Benzinpreise in der Schweiz über die psychologisch wichtige Marke von 2 Franken gesprungen. Über dieser notieren sie immer noch klar. Was das Benzin genau kostet, ist jedoch schwierig zu sagen. Die grossen Mineralölgesellschaften legen die Zapfsäulenpreise regional oder lokal fest.

Auch im Nachbarland Deutschland sind die Benzinpreise aktuell hoch. Dort gibt es einen landesweiten Tagesdurchschnitt. Am Dienstag dieser Woche kostete ein Liter der Sorte Super E10 1,990 Euro, Diesel 2,051 Euro.

Preis dürfte über 2 Franken bleiben

«Tendenziell müssen wir uns in der Schweiz auf einen Literpreis von über zwei Franken einstellen», sagte Giovanni Staunovo, Rohstoff-Experte bei der UBS. Das Hauptproblem sei, dass sich der Benzinpreis neben variablen auch aus mehreren fixen Komponenten zusammensetzt.

«Die Mineral- oder die Mehrwertsteuer kann man zwar senken, wie das auch im Ausland passiert, aber die Frachtkosten, der Dollarwechselkurs sowie der Rohölpreis lassen sich kaum beeinflussen», erklärt Staunovo. Die Mineralölsteuer belaufe sich dabei auf ungefähr 73 Rappen pro Liter.

Neben dem Krieg gibt es auch noch weitere Treiber der Preisentwicklung. «Seit 2014 sehen wir einen massiven Rückgang der Investitionen in die Ölförderung, wobei die Nachfrage gleichzeitig steigt», so Staunovo. Mittlerweile sei die Nachfrage kurz vor dem Höchststand von 2019. "Das System ist also voll ausgelastet. Die Knappheit stützt also den Preis", sagte der Experte.

Preisentwicklung hängt von Krieg ab

Seit Beginn des Monats kam es am Ölmarkt mehrfach zu deutlichen Preisschwankungen. Am Mittwoch waren die Notierungen noch deutlich gefallen, nachdem der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eine zusätzliche Freigabe aus der strategischen Ölreserve der Mitgliedsländer bestätigt hatte.

Das Problem ist aber laut UBS-Experte Staunovo, dass es trotz dieser Massnahmen kaum Alternativen zu russischem Gas und Öl gibt. Russland decke circa 40 Prozent der Energienachfrage ab.

Zwar könne man beim Erdgas auf andere Länder wie Katar oder Norwegen zurückgreifen. Bundesrat Ueli Maurer hatte bereits im März erste Verhandlungen mit dem katarischen Energieminister Saad Sherida al-Kaabi aufgegleist. Ein kompletter Verzicht auf russisches Gas würde aber sehr teuer werden.

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