×
Duftstoffhersteller mit Sitz in Dübendorf

Givaudan zeigt sich krisenfest – mit einigen Dämpfern

Givaudan ist auch im zweiten Jahr mit Corona deutlich gewachsen. Zuletzt mussten beim weltgrössten Aromen- und Duftstoffhersteller aber vermehrt Mitarbeiter in Quarantäne. Dazu kamen wegen der Pandemie höhere Logistikkosten. Dies drückte auf die Profitabilität.

Agentur
sda
Freitag, 28. Januar 2022, 13:04 Uhr Duftstoffhersteller mit Sitz in Dübendorf
Fläschchen mit Kräutern und Blumen.
Verkäufe an Luxusparfümerien brachen im ersten Pandemiejahr stark ein. Darunter litt Givaudan, der weltgrösste Duftstoffhersteller, aber nicht lange.
Symbolfoto: Pixabay

Insgesamt erwies sich der Genfer Konzern 2021 krisenfest wie kaum ein anderes Unternehmen. Givaudan profitierte davon, zu einem Grossteil Aromen und Duftstoffe für Artikel des täglichen Bedarfs herzustellen. Denn auch in Krisenzeiten müssen die Menschen essen und sich mit Haushaltsprodukten versorgen.

Starke Erholung der Luxusparfümerie

Im zweiten Pandemiejahr kam dem Branchenprimus zudem die starken Erholung im Geschäft mit teuren Parfümen zugute. Im Vorjahr hatten Lockdown-Massnahmen die Verkäufe in der sogenannten «Luxusparfümerie» noch stark einbrechen lassen. 

Gelockerte Massnahmen und ein blühender Online-Handel hätten das weiter eingeschränkte Duty-Free-Geschäft hier kompensiert, erklärte CEO Gilles Andrier gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. 

Leere Tische auf einer geschlossenen Restaurant-Terrasse.
Die finanziellen Folgen leerer Restaurants aufgrund der Pandemie wird Givaudan noch bis nächstes Jahr spüren.
Symbolfoto: Pixabay

Alle Bereiche hätten bereits wieder das Niveau von 2019 erreicht, so Andrier. Einzige Ausnahme war der Bereich «Foodservice». Trotz wieder offener Restaurants leide er noch immer unter der Pandemie. Die Erholung dauere hier noch bis spätestens 2023.

Höhere Kosten wegen Mitarbeitern in Quarantäne

Gerade gegen Ende 2021 hin litt Givaudan aber vor allem unter höheren Kosten. Zum einen sorgte die Pandemie für Lieferketten-Probleme und höhere Logistikkosten. Zum anderen mussten wegen Corona zuletzt vermehrt Mitarbeiter in Quarantäne.

Mann hinter Glasscheibe.
Quarantänebedingte Personalausfälle wurden Givaudan zum Verhängnis.
Symbolfoto: Unsplash

Als Zulieferer für Artikel des täglichen Bedarfs kann sich der Konzern aber schwerlich Pausen erlauben. So mussten Ausfälle durch Zeitarbeiter ersetzt werden und es stiegen die Lohnkosten.

Langwierige Preisverhandlungen

Zudem stehen Givaudan nun langwierige Preisverhandlungen bevor. Der Grund dafür sind steigende Rohstoffkosten. 

Zwar dürfte es den Genfern gelingen, die Kosten durch höhere Preise an die Kunden weiterzugeben. CEO Andrier sprach von langwierigen Verhandlungen, die mit allen Kunden einzeln geführt werden müssten.

Kommentar schreiben