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«Meine jetzige Tätigkeit ist die Kombination von Hobby und Beruf»

Tino Scacchi ist Geschäftsführer der Outdoorland AG. Die freie Zeit verbringt er gerne in der Natur, allein, mit seiner Partnerin oder mit seinen Kindern, um gemeinsam die Welt zu entdecken.

Sebastian
Schuler
Sonntag, 10. Oktober 2021, 18:00 Uhr

Dieser Beitrag erschien in der Wirtschaftsbeilage RegionalWirtschaft vom 8. Oktober 2021.

Name: Tino Scacchi
Geburtsjahr: 1975
Beruf: Geschäftsführer Outdoorland AG
Erlernter Beruf: Maschineningenieur FH
Hobbys: Hochtouren, Skitouren, Skifahren, Laufsport als Training, Musik hören
Zivilstand/Kinder: Getrennt, 2 Kinder
Wohnort: Dürnten

Was macht Sie in Ihrem Beruf glücklich?
Tino Scacchi: Zum einen ist es der soziale Kontakt mit den Menschen – von ihrer Art bis zu ihren Lebensgeschichten. Zum anderen ist es die Vielfalt der Tätigkeiten in meiner Funktion als Geschäftsführer. Die Abwechslung zwischen strategischer Arbeit, vernetztem Handeln und dem Einbringen der Erfahrung uns des Erlebten in der Beratung zum Thema Outdoor-Ausrüstung.

Wie kam Ihre Berufswahl zustande?
Ursprünglich habe ich Maschinenzeichner gelernt und an der Fachhochschule studiert. Die jetzige Tätigkeit ist die Kombination von Hobby und Beruf. Der technische Beruf war interessant, vielfältig und lehrreich. Ich habe ein extrem breites Wissen erlernt, welches ich heute zwischen Wanderschuhen und Outdoor-Textilien einsetzen und vieles im Detail und Ursprung verstehen und erklären kann.

Wie sind Sie zur jetzigen Stelle gekommen?
Ich habe meine Bergausrüstung schon seit eh und je im Outdoorland gekauft. Als dann für die Firma eine Nachfolgeregelung gesucht wurde, war ich von Beginn weg interessiert und verfolgte das Projekt erfolgreich bis zur Übernahme.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Schulzeit?
Gute Erinnerungen an eine wunderbare Jugend. Die Schule selbst und das Lernen sind mir leichtgefallen, was die Situation erleichtert hat. Ich habe mit meinen Schulkollegen aber auch viele Stunden nebst der Schule verbracht, im Quartier, beim Fussballspielen, in der Badi oder am Feuer im Wald.

Die Outdoorland AG wurde 2002 in Mönchaltorf gegründet und bietet Reise-, Freizeit-, Trekking- und Skitourenausrüstungen an. Seit 2012 führt Tino Scacchi das Geschäft.

Verfolgen Sie ungelöste Probleme nach der Arbeit?
Ja, ich bin ein Mensch, der gerne alles gleich erledigt hat. Sonst entstehen Blockaden, die hinderlich für das freie Denken sind. Bei komplexeren Dingen lasse ich einem Problem aber gerne Zeit. Dann kann es reifen oder ich gehe es beim Lauftraining nochmals durch.

Wie steht es um Ihre Work-Life-Balance?
Schon viel besser als auch schon. Aber es hat definitiv noch Potenzial nach oben. Durch die Selbstständigkeit gibt es immer Arbeit und ich habe eine Verantwortung gegenüber meinen Mitarbeitern, den Kunden und meinen Geschäftskollegen. Da komme ich als Mensch oft etwas zu kurz. Mir ist das aber bewusst und ich arbeite daran.

Was unternehmen Sie am liebsten mit Ihren Kindern?
Ich gehe sehr gerne mit meinen Kindern in die Ferien. Dann bin ich 100 Prozent für sie da. Aber ich unternehme auch gerne Dinge in der Natur, gehe mit ihnen Baden oder seile mich an Felsen ab. Wir sind gerne draussen und entdecken die Welt.

Was ist Ihr Lebensmotto?
«Leben und leben lassen». Ich denke, das trifft es auf den Kopf. Ich bin ein loyaler, freiheitsliebender Mensch und das möchte ich mit meinem Umfeld teilen.

Worüber ärgern Sie sich?
Über Oberflächlichkeit, Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit, was schlussendlich Ausdruck von vermindertem Respekt und einer geringen Wertschätzung gegenüber dem anderen ist. Und über mich selber, wenn ich zu viel um die Ohren habe, respektive zu viele Arbeiten annehme.

Worüber freuen Sie sich?
Über ganz vieles. Es freut mich, wenn mein Umfeld oder generell alle glücklich sind. Über sinnliche Momente der Zweisamkeit, über die Stille beim Sonnenaufgang auf einer Hochtour oder über tiefgründige Gespräche. Auch darüber, wenn ich jemanden überraschen kann. Es sind die kleinen Dinge, die kleinen Aufmerksamkeiten und nicht die grossen und plakativen. Und was mich auch immer wieder freut ist das Lachen, die Zufriedenheit und die Leichtigkeit der Kinder.

Kochen Sie?
Ja, sehr gerne sogar. Meine Mutter war Hauswirtschaftslehrerin und hat uns das Kochen schon früh beigebracht. Damals habe ich das gar nicht lustig gefunden. Heute bin ich ihr dafür extrem dankbar.

In der Serie «Persönlich» stellen sich Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus dem Zürcher Oberland unserem Fragenkatalog und bieten so einen Einblick in ihr berufliches und privates Umfeld.

Worauf sind Sie stolz?
Auf meine liebenswürdige und starke Partnerin. Darauf, zwei gesunde und lebensfrohe Kinder aufwachsen zu sehen und ihnen dabei zur Seite zu stehen. Und natürlich auf die Outdoorland AG. Diese Firma, wie sie heute dasteht und funktioniert, das macht mich stolz. Aber noch stolzer bin ich auf mein Mitarbeiter-Team.

Vor was haben Sie Angst?
Eine meiner grössten Ängste ist, im Leben nicht alles geschafft, erlebt und erreicht zu haben, was ich gerne möchte. Das Spielfeld ist zu gross und die Zeit dafür zu kurz. Auch Gewalt und Machtmissbrauch machen mir grundsätzlich Angst.

Wo verbringen Sie Ihre Ferien?
Ganz unterschiedlich. Im Winter in den Bergen in der Schweiz. Im Sommer aktuell auf einem Campingplatz im Tessin. Im Herbst habe ich es schätzen gelernt, den Sommer etwas zu verlängern und die Wärme und den Sand am Meer zu geniessen. Es kann aber auch mal eine Tourenwoche in den Alpen sein oder eine Woche auf einem Maiensäss.

Spielen Sie ein Instrument?
Ich habe als Kind die obligaten Flöten-Stunden besucht und dann Klavier gespielt. Mir waren aber dann andere Tätigkeiten wichtiger und so habe ich dem Musikspielen den Rücken gekehrt. Musik ist mir jedoch sehr wichtig und seit jeher zentral in meinem Leben. Ich war als Tontechniker unterwegs, hatte mit einem Kollegen zusammen ein kleines Tonstudio, verbaute wuchtige Musikanlagen und habe Discos organisiert und aufgebaut.

Was lesen Sie zurzeit?
Das neue Buch von Barak Obama und «Breath» von James Nestor, ein Buch über die Atmung und den Einfluss auf den Menschen.

Was ist Ihr Lieblingsort im Zürcher Oberland?
Ich habe mehrere, alles Plätze am Bachtel. Einsame und abgelegene Orte in der Höhe mit wunderbarer Aussicht. Ruhige Orte mit Weitsicht und Blick in die Berge.