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«Ich bin in der Autogarage aufgewachsen»

Roger Menzi ist seit 2019 Inhaber der Auto Menzi AG in Rüti. Der gelernte Automechaniker verbrachte viel Zeit seines Lebens in der Garage. Ausserdem treibt er gerne Sport.

Melina
Aeschbach
Freitag, 11. Juni 2021, 17:00 Uhr

Dieser Beitrag erschien in der Wirtschaftsbeilage RegionalWirtschaft vom 11. Juni 2021.

Name: Roger Menzi
Geburtsjahr: 1972
Beruf: Geschäftsführer & Inhaber von Auto Menzi
Erlernter Beruf: Automechaniker/-Diagnostiker
Hobbys: Fussball, Skifahren, Biken
Zivilstand / Kinder: verheiratet / 2 Kinder und 2 Stiefkinder

Was macht Sie in Ihrem Beruf glücklich?
Ursprünglich war es das Auto, die Technik und das Schrauben an den Autos. Autos zu reparieren, immer ein Ergebnis zu sehen. In den letzten Jahren, mit der Übernahme des Betriebes, hat sich der Aufgabenbereich total verändert. Was mich heute bereichert, ist der Kontakt und Umgang mit Leuten, Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten bis zu den Importeuren, da gibt es immer spannende Momente. Was sicher geblieben ist in unserem Gewerbe, egal in welchem Bereich, ist die Abwechslung.

Wie kam Ihre Berufswahl zustande?
Mein Vater hat die Auto Menzi AG im Jahr 1971 gegründet und so war ich schon als kleiner Junge viel in der Garage. Ich bin sozusagen in der Autogarage aufgewachsen, so hat es sich dann auch ergeben, dass ich eine Lehre als Automechaniker gewählt und absolviert habe.

Wie sind Sie zur jetzigen Stelle gekommen?
Ich habe schon über Jahre im Elternbetrieb gearbeitet und als einfacher Automechaniker und Automobildiagnostiker meine Sporen abverdient. Im Laufe der Zeit hat es einen fliessenden Übergang gegeben. Im Jahr 2010 hat mir mein Vater die Geschäftsleitung übergeben und im Jahr 2019 habe ich den Betrieb übernommen.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Schulzeit?
Unsere Generation ist in einer guten Zeit gross geworden. In der Schule war ich eher der Typ, der nur das Nötige machte. Ich war dafür jede freie Minute mit meinen Kollegen auf dem Fussballplatz anzutreffen. Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass ich deswegen oft Diskussionen mit meinem Vater hatte.

Von wem haben Sie beruflich am meisten profitiert?
Da gibt es drei Personen, die mich sehr stark geprägt haben: Mein Vater, technisch brillant und beeindruckend, wie er es geschafft hat, Familie, Beruf und Politik unter einen Hut zu bringen. René Weber, heute mein Stellvertreter und Kundendienstberater, ein genialer Mechaniker und Diagnostiker. Auch Rolf Hunziker, einer unserer langjährigen Mechaniker, findet zu jedem Problem eine passende Lösung. René und Rolf haben in unserem Betrieb schon die Lehre absolviert und begleiten mich beruflich schon seit über 30 Jahren. Unterdessen nicht nur Berufskollegen, sondern auch Freunde.

1971 gründete sein Vater die Auto Menzi AG. Roger Menzi übernahm 2010 die Geschäftleitung der Garage und 2019 dann den gesamten Betrieb.

Verfolgen Sie ungelöste Probleme nach der Arbeit?
Leider ja. Wenn ich mit einem ungelösten Problem nach Hause gehe, habe ich das immer im Hinterkopf. Es kommt vor, dass ich nachts aufwache und eine Idee habe, um das Problem zu lösen. Es kam auch schon vor, dass ich mitten in der Nacht in die Garage ging, um meine Gedanken umzusetzen.

Wie steht es um Ihre Work-Life-Balance?
Man muss das Vertrauen in die Mitarbeiter haben, dass die Arbeiten richtig und zuverlässig ausgeführt werden. Das Vertrauen von mir in meine Mitarbeiter ist genauso wichtig, wie das Vertrauen von meinen Kunden zu mir. Wir haben zudem eine Ferienwohnung in Obersaxen, da verbringen ich und meine Frau viel Zeit. Mit Skifahren, Biken oder Wandern kann ich mir einen positiven Ausgleich schaffen.

Was unternehmen Sie am liebsten mit Ihrer Familie/Ihren Kindern?
Im Winter sind wir viel auf den Skiern zusammen. Im Sommer sind wir oft mit dem Bike unterwegs. Da in unserer Familie alle sportlich engagiert sind, bleibt nicht oft Zeit, gemeinsam etwas zu unternehmen. Aber die Zeit, die uns bleibt, versuchen wir zu nutzen.

Was ist Ihr Lebensmotto?
Bleibe dir selber treu, mach es so wie du es gerne möchtest, mach es richtig oder lass es sein.

Welche berühmte Person würden Sie gerne treffen?
Da gibt es keine spezielle Person. Ich denke, jedes Leben schreibt seine eigene Geschichte. Vielleicht Toyoda Akio – der Präsident des Toyota Konzerns. Eine grosse Persönlichkeit.

Worüber ärgern Sie sich?
Ungerechtigkeiten.

Worüber freuen Sie sich?
Ich freue mich, wenn es meiner Familie gut geht.

In der Serie «Persönlich» stellen sich Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus dem Zürcher Oberland unserem Fragenkatalog und bieten so einen Einblick in ihr berufliches und privates Umfeld.

Wo liegen Ihre Stärken?
Ich kann gut mit Menschen umgehen und arbeite sehr genau.

Und Ihre Schwächen?
Ich bräuchte manchmal mehr Geduld. Ich bin ein Perfektionist in vielen Dingen. Vor allem bei der Arbeit bin ich erst zufrieden, wenn es so ist, wie ich es möchte. Das kann ab und zu belastend sein.

Kochen Sie?
Das ist etwas, das ich nicht gerne mache. Ich esse dafür lieber.

Viel Zeit vorausgesetzt: Womit würden Sie sich beschäftigen?
Ich würde mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.

Worauf sind Sie stolz?
Auf meine Kinder und meine Frau. Meine Kinder haben sich alle gut entwickelt, haben ihr Leben im Griff. Meine Frau bewundere ich, weil sie es immer fertig bringt, ihren Beruf und die Organisation der Familie unter einen Hut zu bringen.

Vor was haben Sie Angst?
Mein Vater hat sich 1971 ohne finanzielle Mittel Selbstständig gemacht und mit der Auto Menzi AG schon so viel erreicht, dass ich manchmal Angst habe, seinem Lebenswerk nicht gerecht zu werden.

Wo verbringen Sie Ihre Ferien?
Wir gehen zu meinem Schwiegervater nach Italien, Alba Adriatica.

Spielen Sie ein Instrument? Oder: Welche Musik hören Sie?
Ein Instrument spiele ich keines. Ich höre über Pop, Rock, House oder Partymusik eigentlich alles. Der Sound muss mich einfach ansprechen.

Was lesen Sie zurzeit?
Zurzeit lese ich kein Buch. Ich lese meistens in meinen Ferien ein Buch. Das letzte war die Autobiographie von Jürgen Klopp.

Was ist Ihr Lieblingsort im Zürcher Oberland?
Im Zürcher Oberland gibt es so viele schöne Flecken, dass ich keinen speziellen Ort habe. Ich geniesse es, mit dem Bike Richtung Bachtel, Farner oder Ghöch zu fahren. Es gibt super schöne Routen.