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«Lunch-Talk» mit Andreas Künzli

Veranstalter macht Impfen zum Event

Normalerweise würde Andreas Künzli jetzt die ZOM Züri Oberland durchführen. Stattdessen verantwortet der Veranstalter den Aufbau des Impfzentrums Wetzikon. Im «Lunch-Talk» berichtet er von der neuen Herausforderung.

Jörg
Marquardt
Dienstag, 06. April 2021, 20:01 Uhr «Lunch-Talk» mit Andreas Künzli
Andreas Künzli (links) stellte sich am Lunch-Talk den Fragen von Stefan Nägeli.
Foto: Tele Top

Zehn Anlässe hat Veranstalter Andreas Künzli seit Corona-Ausbruch bisher absagen müssen. Trotzdem gab der Chef der ZOM Züri Oberland Mäss und Geschäftsführer der Maurer + Salzmann AG in Winterthur kein trauriges Bild ab, als er sich am Dienstag den Fragen von Stefan Nägeli im «Lunch-Talk» stellte. Das lag auch daran, dass Künzli zurzeit alle Hände voll zu tun hat – auf gänzlich neuem Terrain: Er ist einer von drei Projektverantwortlichen für das Corona-Impfzentrum Wetzikon. Dieses wird gemeinsam von der Stadt Wetzikon, der Gemeinde Gossau und dem GZO Spital Wetzikon betrieben.

Die Anfrage dafür empfand er zunächst als «kurios». «Aber man hat sich darauf gefreut, etwas aufzubauen, von dem man weiss, dass es stattfindet Ihm sei jedoch von vornherein klar gewesen: Alleine wäre die «Kiste» für seine Firma nicht machbar. «Es braucht viel medizinisches Know-how, das haben wir einfach nicht.» Daher teile er sich die Verantwortung mit einem Arzt und einem früheren Universitätsspitaldirektor.

Laut Künzli liegt die grösste Herausforderung bei diesem Projekt darin, innert kurzer Zeit ein eigenes KMU zusammenzustellen. Bei voller Kadenz, sprich: über 1000 Impfungen pro Tag, würden 70 bis 80 Personen vor Ort zum Einsatz kommen. Dagegen seien die technischen Anforderungen nicht viel anders als beim klassischen Messebau. Dies wurde auch durch einen Einspieler belegt, der den Fortgang der Arbeiten in der Eishalle Wetzikon zeigte: Das Einrichten von Impfkabinen, das Verlegen von Teppichen und Stromkabeln, der Aufbau einer umfassenden IT-Infrastruktur gehören für Künzli zum Repertoire.

Jeder macht «sein Ding»

Und noch eine Ähnlichkeit machte der Veranstalter zu seiner normalen Tätigkeit aus: «Die Besucher können hier etwas erleben. Klar, es ist nur eine Spritze.» Zugleich hoffe er, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Pandemie irgendwann vorbei sei.

Kontakt zu den anderen Impfzentren im Kanton Zürich hat Künzli zwar schon, auch finde ein regelmässiger Austausch an gemeinsamen Treffen mit dem Kanton statt. Dennoch würde jedes Impfzentrum «sein eigenes Ding» machen. Er begründete dies zum einen mit den unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten, zum anderen mit den unterschiedlichen Trägerschaften. Ein einheitliches Konzept erscheint ihm daher nicht sinnvoll.

Künzli gab sich aber zuversichtlich, dass das Konzept für das am Mittwoch öffnende Impfzentrum Wetzikon gut aufgeht, weil man bereits die Erfahrungen aus anderen Kantonen berücksichtigen könne. «Wir wissen, wo die Schwachstellen sind.» Aus dem Grund habe man an den ersten beiden Tagen auf eine hohe Kadenz an Besuchern verzichtet, damit allfällige Anlaufschwierigkeiten nicht so schwer ins Gewicht fallen.

Anspruchsvolle Bestellungen

Wann der Impfstoff in Wetzikon eintrifft und in welcher Menge, wollte Künzli nicht verraten. Für ihn besteht die eigentliche Herausforderung darin, eine möglichst genaue Bestellung zu erreichen. «Am letzten Tag der Woche muss der Impfstoff aufgebraucht sein, den wir bestellt haben, sonst haben wir einen schlechten Job gemacht.»

An einem liess Andreas Künzli keinen Zweifel: dass die Impfkampagne einen massgebliche Rolle für die Zukunft seiner angestammten Branche, der Messe- und Event-Branche, spielt. Daraus wollte er jedoch keine Impfpflicht für Besucher ableiten. «Aber vielleicht sage ich in einem Jahr etwas anderes.»

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