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«Persönlich» mit Ursula Fawer

Am Kochherd die Kreativität voll ausschöpfen

Ursula Fawer aus Raad bei Wald ist seit eineinhalb Jahren Geschäftsführerin der Öpfelbaum AG, Bioladen in Uster. Eine Abwechslung zur Bürozeit liefert ihr die Arbeit in der Küche und im Take Away.

Sebastian
Schuler
Samstag, 13. Februar 2021, 14:00 Uhr «Persönlich» mit Ursula Fawer
Um nach der Arbeit richtig abzuschalten, verbringt Ursula Fawer viel Zeit im eigenen Garten.
PD

Dieser Beitrag erschien in der Wirtschaftsbeilage RegionalWirtschaft vom 12. Februar 2021.

Was macht Sie in Ihrem Beruf glücklich?
Ursula Fawer: Es sind die Menschen, die mich glücklich machen. Produzenten, wie unsere Bauern aus der Region und unsere Mitarbeiter. Kunden, die die Begegnung, die Beratung und die Bedienung in unserem Markt und Bistro geniessen und schätzen.

Wie kam Ihre Berufswahl zustande?
Ich habe mich schon immer für das Kochen, Nahrungsmittel, die Gesundheit und die Menschen interessiert. Ernährungsberaterin war für mich der Beruf, wo ich dies alles unter einen Hut bringen konnte.

Wie sind Sie zur jetzigen Stelle gekommen?
Nach vielen Jahren in der Lebensmittelindustrie und im Detailhandel konnte ich bei meiner letzten Stelle Erfahrung in der Gastronomie sammeln. Ich träumte davon, mein Wissen aus all diesen Bereichen zu kombinieren. Ich habe mich aktiv umgeschaut und bin fündig geworden: Der Öpfelbaum Bioladen mit Bistro und Take Away suchte eine Geschäftsführerin für ihren neuen Standort.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Schulzeit?
Ich habe sehr gute Erinnerungen an meine Schulzeit. Das Lernen fiel mir immer leicht und ich hatte so auch sehr viel freie Zeit für meine Hobbys Tennis und Reiten.

Von wem haben Sie beruflich am meisten profitiert?
Von meinem Vorgesetzten während meiner Zeit in der Nahrungsmittelindustrie. Von ihm habe ich sehr viel über Mitarbeiterführung gelernt und wie wichtig Respekt, Motivation und Fairness sind.

Verfolgen Sie ungelöste Probleme nach der Arbeit?
Ja, manchmal schon. Es gelingt mir nicht immer, bereits auf dem Heimweg abzuschalten. Im Sommer gehe ich oft in unseren Garten oder koche. Das hilft mir immer, um richtig abzuschalten und wieder Energie zu tanken.

Wie steht es um Ihre Work-Life-Balance?
Abgrenzen, priorisieren und auch delegieren, darauf fokussiere ich mich. Im Alltag gelingt mir das immer besser, so dass ich meine Freizeit auch wirklich als freie Zeit geniessen kann.

Was unternehmen Sie am liebsten mit Ihrer Familie?
Wir machen gerne gemeinsame Ausflüge in die Natur oder kochen zusammen.

Was ist Ihr Lebensmotto?
«Du kannst den Wind nicht ändern, aber du kannst die Segel anders setzen.» Dieses Zitat von Aristoteles passt ganz gut zu mir.

Welche berühmte Person würden Sie gerne treffen?
Nelson Mandela. Er war eine faszinierende Persönlichkeit und hat unglaublich viel erlebt. Es wäre sicherlich spannend gewesen, mit ihm über sein Leben zu sprechen.

Gegründet wurde der «Öpfelbaum» 1988 und befindet sich seit Mai 2019 an seinem jetzigen Standort an der Braschlergasse in Uster. Der Laden wurde in den vergangenen Jahren mehrmals als bestes Biofachgeschäft ausgezeichnet und hat sich einen festen Platz im Ustermer Einkaufsangebot gesichert.

Worüber ärgern Sie sich?
Über Unehrlichkeit und Unzuverlässigkeit.

Worüber freuen Sie sich?
Über zufriedene Menschen und die Schönheit der Natur.

Wo liegen Ihre Stärken?
Es ist nicht genug zu wissen – man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen – man muss es auch tun. Ich denke, dies gelingt mir ganz gut.

Und Ihre Schwächen?
Meine Schwäche ist die Ungeduld. Ich mache gerne Nägel mit Köpfen. Wenn sich dann Sachen verzögern, sei es aus bürokratischen oder anderen Gründen, kann ich schnell ungeduldig werden.

Kochen Sie?
Ich liebe es. Ich koche jeden Abend für meinen Partner und mich. Auch im Öpfelbaum arbeite ich ein bis zwei Tage in der Küche oder im Take Away und geniesse das sehr. Es ist eine wundervolle Abwechslung zur Büroarbeit und für mich gibt es keine andere Tätigkeit, die so kreativ ist, wie das Kochen.

Viel Zeit vorausgesetzt: Womit würden Sie sich beschäftigen?
Ich glaube, ich würde genau das tun, was ich jetzt mache und reisen. Gerne würde ich wieder einmal Afrika bereisen.

Worauf sind Sie stolz?
Auf meine Mitarbeiter und das, was wir in den letzten 18 Monaten zusammen geschafft und erreicht haben. Dazu zählen auch die unternehmerische Veränderung des Öpfelbaums und die Bewältigung der Corona-Situation.

Vor was haben Sie Angst?
Das auf der ganzen Welt immer mehr Grünflächen und Wälder verschwinden.

Wo verbringen Sie Ihre Ferien?
Oft in Südfrankreich und Italien.

Spielen Sie ein Instrument?
Ich habe viele Jahre Klavier gespielt, dann aber aus Zeitmangel damit aufgehört.

Welche Musik hören Sie?
Ich höre gerne Schweizer Mundartrock und Filmmusik.

Was lesen Sie zurzeit?
«Der Koch» von Martin Suter.

Was ist Ihr Lieblingsort im Zürcher Oberland?
Unser Garten im Zürcher Berggebiet.

In der Serie «Persönlich» stellen sich Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus dem Zürcher Oberland unserem Fragenkatalog und bieten so einen Einblick in ihr berufliches und privates Umfeld.