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«Es braucht eine Perspektive»

Gewerkschaftsboss Maillard fordert Bundesrat zum Handeln auf

Der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Pierre-Yves Maillard, hat den Bundesrat aufgefordert, eine Strategie in der Coronavirus-Krise zu präsentieren.

Agentur
sda
Mittwoch, 10. Februar 2021, 08:21 Uhr «Es braucht eine Perspektive»
Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, will, dass der Bundesrat Klartext spricht. (Hier an einer Medienkonferenz des Gewerkschaftsbundes) (Foto: Keystone).

«Reicht es, wenn die Risikogruppen geimpft sind?», fragt Pierre-Yves Maillard rhetorisch. Dann könne die Schweiz die Coronavirus-Massnahmen schon früher lockern, sagte er gegenüber dem «Blick».

Falls 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung durchgeimpft sein müssten, bliebe die Logik des Coronavirus-Shutdowns noch lange, was allerdings eine bessere demokratische Legitimation bräuchte, sagte er zudem. «Hier muss der Bundesrat Klartext sprechen», so der 52-Jährige.

Museen und Sport im Fokus

Allerdings sollten mit den aktuellen Coronavirus-Infektionszahlen erste Lockerungsschritte möglich sein, erklärte der ehemalige Waadtländer Regierungsrat weiter. «Nicht nur bei den Museen, sondern auch im Sportbereich braucht es Lockerungen - gerade für die Jungen.» Zwar seien damit gewisse Risiken verbunden, sagte der SP-Politiker. «Eine Null-Risiko-Strategie ist aber unmöglich.»

Wichtig sei, dass es gute Schutzkonzepte gebe. Entscheidend seien zudem Kontrollen - denn die Schutzkonzepte müssten auch eingehalten werden.

Der Gewerkschaftsboss begründete seine Haltung mit dem grossen Unmut in der Bevölkerung. «Viele Menschen müssen mit weniger Lohn auskommen. Es gibt noch keine grosse Revolte, aber die Resignation und die Depression steigen, was vielleicht noch schlimmer ist», sagte er. Der Bundesrat verliere an Rückhalt in der Bevölkerung, falls er diese Existenzsicherung nicht garantieren könne, mahnte Maillard.

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Ach was, Lockdown verschärfen und weiterziehen bis 2030. Es könnte ja noch eine georgische, indische oder malaysische Mutation kommen. Irgendeine Rechtfertigung werden die Experten sicher ausgraben.