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Kurzarbeit verhindert Schlimmeres

So viele Arbeitslose in der Region wie seit Januar 2018 nicht mehr

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat im Dezember deutlich zugenommen. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat November von 3,3 auf 3,5 Prozent. Höchststand seit fast vier Jahren.

Agentur
sda
Freitag, 08. Januar 2021, 07:49 Uhr Kurzarbeit verhindert Schlimmeres
Seit über vier Jahren waren in der Schweiz nicht mehr so viele Menschen arbeitslos gemeldet.
Archivfoto: Annabarbara Gysel

Im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Kanton Zürich 3,1 Prozent, ein ganzer Prozentpunkt höher als im Jahr 2019, wie das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (Awa) am Freitag mitteilte.

Diese 3,1 Prozent entsprechen dem Schweizer Schnitt. Ein so hoher Wert wurde letztmals im Jahr 2017 registriert.

Viele Arbeitslose im Gastgewerbe

Vor allem das Zürcher Gastgewerbe litt bisher übermässig unter der Krise, weil die internationalen Städte- und Geschäftstouristen ausblieben. Die Arbeitslosenquote stieg in diesen Berufen denn auch von 4,2 Prozent im Jahr 2019 auf 8 Prozent. Im Schweizer Schnitt liegt die Arbeitslosenquote im Gastgewerbe bei 7,9 Prozent, weil andere Regionen weniger international ausgerichtet sind.

Auch in der Region ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Dezember 2019 deutlich angestiegen. Die  Die Arbeitslosenquote in den drei Bezirken stieg um jeweils 0,2 Prozent. So waren im Dezember im Bezirk Hinwil 1753, in Pfäffikon 860 und in Uster 2352 Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Bezirk Pfäffikon sind die Zahlen im Vergleich zum Dezember 2019 um 56.4 Prozent angestiegen; in Uster um 52,3 Prozent und in Hinwil um 46 Prozent. Die Zahlen bewegen sich damit auf ähnlichem Niveau wie im Januar 2018. Die Kurzarbeit dürfte auch in der Region höhere Arbeitslosenzahlen verhindert haben. 

«Massiver Einsatz lohnt sich»

Viele von der Coronakrise betroffene sind aber in Kurzarbeit gelandet. Offiziell liegen allerdings erst die Werte für den Oktober vor. Damals waren laut den Angaben des Seco schweizweit 219'388 Personen von der Kurzarbeit betroffen nach gut 204'000 im September.

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise im April waren es gut eine Million gewesen. Der «massive» Einsatz der Kurzarbeitsentschädigung habe die negativen Auswirkungen der Krise auf die Unternehmen und die Arbeitnehmenden sehr stark abgedämpft, stellte das Seco fest.

Kanton erwartet keine Entlassungswelle

Pessimistisch ist das kantonale Amt für Wirtschaft im Kanton Zürich (Awa) nicht. Zu Beginn der Krise sei mit einer viel stärkeren Zunahme der Arbeitslosenzahlen gerechnet worden. In den nächsten Monaten dürfte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwar kaum entspannen. Es sei mit einer weiteren, leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Eine breite Entlassungswelle befürchtet das Awa aber nicht. Die Aussichten dürften sich im Frühling wieder aufhellen, sobald die Temperaturen wieder steigen. Wichtig sei aber, dass bis dann ein nennenswerter Teil der Bevölkerung geimpft sei.(mae/sda)

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