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Trotz Corona-Pandemie

Die Arbeitslosenquote sinkt im Juni wieder

Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich im Juni etwas aufgehellt. Die Arbeitslosenquote ist von 3,4 Prozent auf 3,2 Prozent zurückgegangen. Auch in den Bezirken Uster und Pfäffikon ist eine leichte Entspannung in Sicht.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 08. Juli 2020, 08:01 Uhr Trotz Corona-Pandemie
Experten hatten nicht mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote gerechnet. (Foto: Mike Gadient)

Es ist eine überraschende Entwicklung: Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Juni auf 3,2 Prozent zurückgegangen. Im Vormonat betrug sie noch 3,4 Prozent. Damit ist die Arbeitslosigkeit nach dem stetigen Anstieg wegen der Coronakrise in den vergangenen drei Monaten erstmals wieder etwas gesunken. Im Februar 2020, also vor dem Ausbruch der Coronakrise hierzulande, lag sie noch bei 2,5 Prozent. Dies teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit.

Der Rückgang kommt auch für die Ökonomen überraschend. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten Werte für die Arbeitslosigkeit zwischen 3,4 und 3,5 Prozent geschätzt. Insgesamt waren Ende Juni 150'289 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 5709 Personen weniger als im Vormonat. Gegenüber Juni 2019 lag die Zahl damit allerdings um 53'067 Personen höher.

Gegensätzlicher Trend im Bezirk Hinwil

Unverändert ist die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich mit 3,2 Prozent geblieben. Das RAV hat Ende Juni 27'385 Personen ohne Job registriert. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren lediglich 16'882 Personen gemeldet.

Die Bezirke in der Region sind unterschiedlich stark betroffen. Im Bezirk Uster sank die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Monats von 2097 auf 2067 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 2,8 Prozent. Im Bezirk Pfäffikon ist ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote beträgt 2,4 Prozent und die Zahl der Arbeitslosen sank im Juni auf 782 Personen. Anders ist es im Bezirk Hinwil. Dort ist mit 2,9 Prozent die Arbeitslosenquote im Oberland am höchsten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozentpunkte an. Neu sind 1556 Personen ohne Job – 2019 waren es 956 Arbeitslose. 

Verbesserte Quote bei Ausländern

Bei den Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) sank die Arbeitslosenquote Ende Juni von 3,4 auf 3,3 Prozent, während sie bei den Älteren (50 bis 64 Jahre) von 3,0 auf 2,9 Prozent zurückging. Bei den Schweizern lag die Quote unverändert bei 2,4 Prozent. Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Ausländern, wo sich die Quote von 5,9 auf 5,5 Prozent verbesserte.

Das Seco hat derweil insgesamt 233'454 Stellensuchende registriert. Das sind 472 Personen mehr als im Vormonat. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich im Juni gleichzeitig um 15'218 auf 31'919 Stellen. Von diesen unterlagen 14'739 Stellen der Meldepflicht.

Noch keine Trendwende

Durch die schrittweise Lockerung der Corona-Massnahmen geht es auch einigen Branchen im Juni erstmals wieder besser. Rückläufig sind die Arbeitslosenquoten allen voran im Baugewerbe (-231). Aber auch im Gastgewerbe (-91) und anderen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-37) gibt es positive Entwicklungen. Dennoch betont die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, dass die Arbeitsmarktlage weiterhin angespannt bleibt. Von einer Trendwende sei noch nicht zu sprechen. «Neueinstellungen in grösserem Ausmass dürften in diesen Branchen noch nicht wieder stattfinden, zumal sich viele Beschäftigten weiterhin in Kurzarbeit befinden.»

Angaben zur Kurzarbeit liegen erst für den «Corona-Lockdown-Monat» April 2020 vor. Damals waren 1'077'041 Personen von Kurzarbeit betroffen, das waren 294'605 Personen mehr als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 33'637 Einheiten auf 131'069. Die Anzahl ausgefallener Arbeitsstunden kletterte um 146 Prozent auf 90'185'271 Stunden. 

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