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Wegen Verlagerung ins Ausland

Givaudan baut 27 Stellen in Kemptthal ab

Givaudan will 27 Stellen am Standort Kemptthal abbauen. Grund ist eine Produktionsverlagerung nach Ungarn und Südkorea. Davon verspricht sich der Aromen- und Riechstoffhersteller mehr Effizienz.

Jörg
Marquardt
Montag, 15. Juni 2020, 18:34 Uhr Wegen Verlagerung ins Ausland

Für 120 Millionen Franken hat der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan seinen Standort Kemptthal zu einem neuen globalen Zentrum für Forschung und Entwicklung umgebaut. Das «Zurich Innovation Center» war laut eigener Aussage eine der bislang grössten Investitionen der Firma in die Forschung.

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist die feierliche Eröffnung her. Am Montagnachmittag gab der Konzern nun bekannt, die dortige Produktion von Prozessaromen nach Ungarn und Südkorea zu verlegen. Dabei handelt es sich um solche Aromen, die etwa beim Erhitzen, Backen, Rösten oder Frittieren von Lebensmitteln entstehen.

Laut einer Medienmitteilung beginnt die Verlagerung sofort und soll 2024 abgeschlossen sein. 27 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Optimierung der Produktion

Givaudan begründet die Restrukturierung mit der geplanten Transformation des Standorts Kemptthal in einen «vollfokussierten Innovationshub» und mit der Optimierung seiner europäischen Produktionsaktivitäten. «Dieser Schritt wird die operative Effizienz stärken und die Produktion näher zum Kunden bringen», heisst es in der Mitteilung.

«Es ist unser Ziel, mit den 27 betroffenen Mitarbeitenden zusammen nach Möglichkeiten für Neupositionierungen und Pensionierungen zu suchen.»

Stefan Giezendanner, Company-Manager Zürich bei Givaudan

Erst im September 2018 hatte Givaudan die Verlagerung eines Teils seiner Dübendorfer Produktion ins Ausland mit einer fast gleichlautenden Begründung vermeldet. Bis zu 60 Mitarbeiter sollten im Zuge dessen ihre Stelle verlieren.

Im Falle der Kemptthaler Belegschaft lässt sich Company-Manager Stefan Giezendanner mit der Absichtserklärung zitieren: «Es ist unser Ziel, mit den 27 betroffenen Mitarbeitenden zusammen nach Möglichkeiten für Neupositionierungen und Pensionierungen zu suchen und sie in den kommenden drei Jahren der Übergangszeit vollumfänglich zu unterstützen.»

420 Mitarbeiter bleiben in Kemptthal

Gemäss der Mitteilung soll der Standort Kemptthal mit dem neuen «Innovation Center» weiterhin als globaler und regionaler Hauptsitz der Division Aromen fungieren. So würden etwa 420 Mitarbeiter vor Ort verbleiben und in den Bereichen Wissenschaft und Technologie, Aromenkreation und -applikation, sowie in kaufmännischen, regionalen und globalen Betriebsfunktionen, aber auch Supportfunktionen und unternehmensweiten Dienstleistungen tätig sein.

Vor zwei Jahren hatte Givaudan einen grossen Teil des Standorts verkauft. Das denkmalgeschützte Areal ging an die MA Kemptthal Besitz AG, ein Joint Venture der Investmentpartner Mettler2Invest AG und Motorworld Group. Seither wird das Areal zu einem modernen Arbeits- und Begegnungsort unter dem Namen «The Valley» entwickelt.

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