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Was im Arbeitszeugnis stehen darf und was nicht

Was im Arbeitszeugnis stehen darf und was nicht

Was darf ein Arbeitgeber über seine Angestellten schreiben und was nicht. Die Übersicht.

Redaktion
Züriost
Samstag, 28. Dezember 2019, 12:02 Uhr
SCHWEIZ WINTERSESSION 2019 ARBEITSLOSENVERSICHERUNG
ARCHIV - ZUR WINTERSESSION 2019 MIT DEM THEMA ARBEITSLOSENVERSICHERUNG, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - [Symbolic Image, Staged Picture] A counselor of the regional employment agency RAV talks to an unemployed person during a cou
Symbolfoto: Keystone

Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert sein und gleichzeitig der Wahrheit entsprechen. Laut der Zeitschrift «Beobachter» lesen Personalverantwortliche ein Zeugnis von hinten nach vorne.

Der Schlusssatz sei deshalb besonders wichtig, weil er Auskunft gebe, wie das Arbeitsverhältnis geendet habe. Wird dem scheidenden Arbeitnehmer gedankt und Bedauern über seinen Weggang geäussert, hinterlässt die Person eine Lücke im Betrieb.

Heisst es dagegen bloss, der Arbeitnehmer verlasse das Unternehmen in «gegenseitigem Einverständnis», sei klar, dass es sich um eine Kündigung durch den Arbeitgeber handelt. Worte des Bedauerns kann man sich gerichtlich offenbar nicht erstreiten.

 

Sämtliche Angaben im Zeugnis müssen einen Bezug zum Arbeitsplatz haben. Ist ein Arbeitnehmer beispielsweise begeisterter Partygänger, hat diese Information nichts im Zeugnis verloren.

Einmalige negative Ereignisse dürfen im Arbeitszeugnis nicht genannt werden. Hingegen dürfen wiederholte Störungen in der Zusammenarbeit und im Arbeitsablauf nicht verschwiegen werden, sofern die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer nachweislich allein dafür verantwortlich war.

Krankheiten dürfen nur erwähnt werden, wenn sie einen wesentlichen Einfluss auf die Leistung oder das Verhalten des Arbeitnehmers hatten oder einen sachlichen Grund zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses bildeten.

Risiken, die ein Arbeitnehmer mitbringt und die der neue Arbeitgeber kennen muss, sind zu erwähnen. Das gilt beispielsweise dann, wenn ein Berufschauffeur ein Alkoholproblem hat.

Die Sache mit den Codes

Formulierungen müssen klar und eindeutig sein. Nicht erlaubt sind beispielsweise positive Formulierungen, welche von Eingeweihten als negative Botschaften verstanden werden. «Er war sehr kommunikativ» bedeutet «Er schwatzte zu viel».

«Er bemühte sich» deutet auf eine ungenügende Leistung hin. Solche Passagen in einem Zeugnis verstossen gegen Treu und Glauben. Ein weiteres Problem mit den Codierungen: Sie werden teilweise aus Unwissen in ein Zeugnis eingebaut.

Zwingend in ein Arbeitszeugnis gehören:

  • Namen der Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden.

  • Beginn und Ende des Arbeitsverhältnisses.

  • Auflistung der wichtigsten Tätigkeiten der Arbeitnehmenden

  • Rechtsgültige Unterschrift des Arbeitgebenden

  • Datum der Ausstellung

So wehrt man sich

Bei einer privaten Firma angestellte Arbeitnehmer, die mit einem Arbeitszeugnis nicht einverstanden sind und sich mit dem Arbeitgeber nicht einigen können, wenden sich zunächst an einen Friedensrichter. Als nächste Instanz folgt das Arbeitsgericht.

Wie es beim Arbeitsgericht Zürich auf Anfrage heisst, ist nicht bekannt, wie viele Verfahren Streitigkeiten wegen Arbeitszeugnissen betreffen. Das werde so nicht in der Statistik erfasst. Erfahrungsgemäss werde das Arbeitszeugnis allein aber selten zum Thema vor dem Zürcher Arbeitsgericht. Meist gehe es dann um weitere Streitpunkte wie etwa Lohnforderungen.

Anders sieht der Rechtsweg aus, wenn jemand bei einer Verwaltung angestellt ist. Hat eine Gemeinde keine eigene Regelung erlassen, ist das kantonale Personalrecht anwendbar. Kann man sich intern nicht einigen, kommt der Bezirksrat zum Zug und dann das Verwaltungsgericht. (Patrick Gut)

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