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«Ohne meine Frau wäre ich nicht da, wo ich heute bin»

Gossauer Unternehmer im Interview

«Ohne meine Frau wäre ich nicht da, wo ich heute bin»

Vom Elektromonteur sattelte er zum IT-Spezialisten um: Roger Hiestand führt mit einem Partner die Nobitec GmbH in Gossau. Um sich von der Arbeit zu erholen, gibt es für ihn seit Kurzem einen ganz speziellen Ort.

Redaktion
Züriost
Freitag, 19. Juli 2019, 17:27 Uhr Gossauer Unternehmer im Interview
Vor sechs Jahren hat Roger Hiestand das IT-Sicherheitsunternehmen Nobitec GmbH gegründet.
PD

Sie sind Geschäftsführer der Nobitec GmbH in Gossau. Was bedeutet Ihnen die Arbeit?
Roger Hiestand: Ich schütze mit meiner Arbeit Firmen im IT-Bereich. Es freut mich, wenn ich etwas Gutes für die Allgemeinheit machen kann. Unwissenheit in Bezug auf mögliche Cyberangriffe von KMU und Privatpersonen ist das grösste Problem.

Woran messen Sie den Erfolg bei der Arbeit?
In persönlichen Gesprächen bekommen wir Feedback von unseren Kunden, wie sie mit unserer Arbeit zufrieden sind. Das freut mich immer wieder.

Wie kam Ihre Berufswahl zustande?
Schon während meiner Lehre als Elektromonteur hatte ich grosses Interesse an Technik und IT-Sicherheit. Danach besuchte ich eine Informatik-Technikerschule in Uster und machte einen Bachelor in Information Technology. Das Produkt aus diesem Studium und den Arbeiten, die ich schreiben musste, war dann die Gründung der Nobitec.

Was würden Sie rück­blickend anders machen?
Ich besuchte acht Jahre lang Weiterbildungen. Hätte ich früher etwas mehr in die Schule investiert, hätte meine Weiterbildung nicht so lange gedauert.

«Bill Gates prägte die Welt und ist trotzdem bodenständig geblieben.»

Roger Hiestand

Wann gehen Sie nach Hause mit dem Gefühl: «Das war ein guter Tag»?
Ich gehe fast immer mit einem guten Gefühl nach Hause. Ich arbeite extrem gerne. Das positive Feedback gibt mir dann eine Zufriedenheit.

Können Sie am Abend gut abschalten?
Als Geschäftsführer hat man nie richtig frei. Doch ich versuche, Arbeit und Privates zu trennen. 

Wie steht es um Ihre Work-Life-Balance?
Ich schaue, dass ich frühzeitig zu Hause bin. Dann geniesse ich die Zeit mit meinen Kindern – wir essen zusammen, spielen etwas, später lese ich ihnen eine Geschichte vor. Anschliessend arbeite ich nochmals ein bis zwei Stunden. Die Wochenenden verbringen wir als Familie.

Haben Sie ein Lebensmotto?
«Tue Gutes und sprich darüber.» 

Welche Persönlichkeit würden Sie gerne treffen?
Bill Gates. Er begann mit einer Idee und hatte Erfolg damit. Er prägte die Welt und ist trotzdem bodenständig geblieben. Seine Hilfswerke beeindrucken mich.

Worüber ärgern Sie sich?
Wenn die Technik langsamer ist als der Mensch. 

Was freut Sie?
Ich freue mich, wenn meine Tochter ihre ersten Gehversuche macht oder mein Sohn seinen Wortschatz ausbaut. Gute Strategien bei der Arbeit freuen und motivieren mich ebenfalls. 

Und worin liegen Ihre ­Stärken?
Ich kann geschäftliche oder private Probleme neutral betrachten und suche pragmatische Lösungen.

Und Ihre Schwächen?
Ich bin eher ruhig und gefasst. Aus dieser Haltung heraus kann es dennoch passieren, dass ich etwas zu stark auf gewisse Situationen reagiere.

Was kochen Sie gerne?
Ich habe das Kochen primär von meiner Frau und ihrer Familie gelernt und mache das heute sehr gerne. Das können Bratwürste und Rösti sein, aber auch thailändische Gerichte oder ein gutes Stück Fleisch im Ofen oder auf dem Grill.

Viel Zeit vorausgesetzt: ­Womit würden Sie sich beschäftigen?
Ich würde mich allgemein weiterbilden. Besonders interessiere ich mich für Geschichte, aber auch das Thema «Künstliche Intelligenz» finde ich spannend.

Wie beginnen Sie den Tag?
Nach einer Dusche und Gesprächen mit der Familie gehe ich schon bald zur Arbeit. Meine erste «Mahlzeit» ist im Büro eine Frucht.

Betreiben Sie Sport?
Früher betrieb ich intensiv Kung Fu. Heute fahren wir mit der Familie oft ins Grüne mit Velo und Anhänger. Im Winter sind wir in den Bergen beim Skifahren. Sonst bin ich oft im Garten.

Worauf sind Sie stolz?
Auf meine Frau und die Kinder. Ohne meine Frau wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

Was ist Ihnen aus der Schulzeit besonders in Erinnerung geblieben?
In der Lehre war ich bei Peter Kappeler in der Berufsschule. Er wusste gut, mit uns Pubertierenden umzugehen. Bei einer Prüfung schrieben wir einmal voneinander ab. Er nahm es mit Humor, sagte etwas zu uns, und wir liessen es dann bleiben. Er hatte eine positive Ausstrahlung.

Wohin geht es in den Ferien?
Seit Kurzem wohnen wir im eigenen Haus. Dort gefällt es uns dermassen, dass wir nicht gross das Bedürfnis verspüren, oft zu verreisen. Derzeit sind wir auch eher in Europa unterwegs, da die Kinder noch klein sind. Diesen Sommer fliegen wir nach Mallorca – das erste Mal Ferien am Meer mit den Kindern.

Was bedeutet Ihnen Musik?
Meine Eltern meldeten mich als Knabe bei den Tambouren an. Das befriedigte mich nicht, denn ich wollte auf einem kompletten Schlagzeug spielen. Ich musizierte später in der Stadtjugendmusik Uster und in diversen anderen Musikvereinen. Heute höre ich verschiedenste Stilrichtungen.

Sehen Sie gerne Filme?
Ja, sehr gerne. Mich interessieren Science-Fiction-Filme, aber auch Komödien. Die schaue ich mir zusammen mit meiner Frau an.

Ihr Lieblingsort in der ­Region?
Mein Zuhause.

Wann haben Sie das letzte Mal gelacht?
Erst gestern stand ich auf dem Balkon und mein Sohn stand darunter. Ich träufelte dann mit einer kleinen Giesskanne etwas Wasser auf ihn und versteckte mich anschliessend. Er staunte, woher das Wasser gekommen war. Als er mich lachen hörte, fragte er: «Papa, warst du das?»
(Aufgezeichnet: Bruno Fuchs)

 

Über das Unternehmen

Die Nobitec GmbH in Gossau ist eine Anbieterin im Bereich IT-Sicherheit. Sie wurde 2013 von Roger Hiestand gegründet. Der Geschäftsführer deckt die Bereiche Kundenbetreuung und Cyber-Security-Design ab, sein Geschäftspartner Patrick Wyss die Bereiche IT-Anwendungssupport, Programmieren sowie ebenfalls Kundenbetreuung. Daneben beschäftigt die Firma zwei weitere Mitarbeiter. 

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