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Falsche Rechnungen bis in den Herbst

Fehraltorfer Billag-Nachfolgerin

Falsche Rechnungen bis in den Herbst

Das Problem mit fehlerhaften Adressdaten wird die Serafe AG in Fehraltorf nicht vor Herbst beheben können. Für etliche Gebührenzahler heisst das: Trotz Reklamationen wird auch die zweite Rechnung unkorrigiert ausfallen.

Jörg
Marquardt
Montag, 20. Mai 2019, 17:45 Uhr Fehraltorfer Billag-Nachfolgerin

Ende April hatte Erich Heynen, Pressesprecher der Serafe AG in Fehraltorf, die Gebührenzahler noch auf den Hochsommer vertröstet: So lange bräuchte man mindestens, um das Problem mit falsch adressierten Rechnungen für die Radio- und TV-Abgabe in den Griff zu bekommen (wir berichteten). Gegenüber der «Sonntagszeitung» korrigierte Heynen den Termin nun nach hinten: «Wir müssen voraussichtlich noch bis im Herbst zum Teil unkorrigierte Rechnungen verschicken.»

Der Grund: Laut Heynen ist der Prozess zur Bearbeitung der Fehlermeldungen bisher «nicht final definiert». In diesen Prozess involviert sind neben der Serafe das Bundesamt für Kommunikation (Bakom), der Verband Schweizerischer Einwohnerdienste (VSED) sowie die Vertreter von Gemeinden und Kantonen.

Bürokratischer Mehraufwand

Das Problem: Die Serafe hatte von den Einwohnerämtern zum Teil fehlerhafte Datensätze geliefert bekommen. Nachdem diese sich geweigert hatten, die grosse Zahl an Reklamationen selbst entgegenzunehmen, wurde die Serafe zur zentralen Anlaufstelle für allfällige Fragen und Korrekturen ernannt – entgegen der ursprünglichen Vereinbarung.

Allerdings ist die Fehraltorfer Firma nicht befugt, die fehlerhaften Daten selbst zu korrigieren. Statt dessen muss sie die Fehler an die jeweiligen Behörden zurückmelden, die dann ihre Datensätze entsprechend anpassen. Dieser Umweg sorgt für einen beträchtlichen bürokratischen Mehraufwand.

Laut «Sonntagszeitung» habe die Serafe bisher keine einzige Reklamation an die Einwohnerkontrollen der Gemeinden weiterleiten können, sodass diese die Fehler in den Einwohnerregistern bis heute nicht hätten korrigieren können. Dies bestätigt Heynen auf Nachfrage des ZO/AvU mit Verweis auf nicht geregelte Details im Rückmeldeprozess.

«Ziel ist es, dass die Anliegen der Haushalte in Zukunft wieder direkt am richtigen Ort deponiert werden.»

Francis Meier, Sprecher Bundesamt für Kommunikation

Der Präsident des Verbandes der Zürcher Einwohnerkontrollen, Remo Buob, räumt in der «Sonntagszeitung» ein, dass die Bestimmung der Serafe als alleinige Anlaufstelle für Reklamationen «nicht vorteilhaft» gewesen sei.

Bakom-Sprecher Francis Meier wird am selben Ort mit dem Satz zitiert: «Wann der Single Point of Contact abgeschafft wird, kann man heute nicht sagen. Ziel ist es aber, dass die Anliegen der Haushalte in Zukunft wieder direkt am richtigen Ort deponiert werden.»

Im Juni werden die Serafe, das Bakom, der VSED sowie die Vertreter von Gemeinden und Kantonen an einer Sitzung das genaue Vorgehen besprechen, wie Heynen dem ZO/AvU mitteilt.

 

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