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«Das Wasser wird in den nächsten Jahren knapper und begehrter»

Illnau-Effretiker Kantonsrätin (SP)

«Das Wasser wird in den nächsten Jahren knapper und begehrter»

Brigitte Röösli, Illnauer-Effretiker SP-Kantonsrätin und Gemeinderätin, gehört zu den Gegnern des neuen Wassergesetzes. Sie befürchtet, dass damit der Grundstein für einen offenen Wassermarkt gelegt wird. Ein Kontra-Beitrag von Brigitte Röösli vor der Abstimmung am 10. Februar.

Redaktion
Züriost
Freitag, 18. Januar 2019, 15:02 Uhr Illnau-Effretiker Kantonsrätin (SP)
Brigitte Röösli ist gegen das neue Wassergesetz. Sie ist Illnau-Effretiker Kantonsrätin und Gemeinderätin (SP).
PD

Das Wasser und der Zugang dazu gehören der Allgemeinheit und müssen Allgemeingut bleiben. Wir wollen und müssen sorgsam mit diesem wichtigsten aller Rohstoffe umgehen.

Wasser ist Leben; sauberes Wasser, saubere Bäche, sauberes Trinkwasser sind unsere Lebensgrundlage. Das Wasserschloss Schweiz darf nicht in die Hände von Investoren fallen.

Sollen sich Gemüseproduzenten oder andere Grossverbraucher in die Wasserversorgungen einkaufen können und mitbestimmen, wer in Zukunft noch Wasser beziehen darf und wer wie viel dafür bezahlt? Ich meine: Wehret den Anfängen.

Wasser nicht mehr als Allgemeingut geschützt

Der Regierungsrat hatte einen vernünftigen Vorschlag für ein sehr umfassendes Wassergesetz erstellt. Doch die bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat hat diesen dahingehend verändert, dass das Wasser nicht mehr als Allgemeingut geschützt wäre und damit bereits der Grundstein für einen offenen Wassermarkt gelegt würde.

Das ist gefährlich und unnötig. Denn im Kanton Zürich ist das Wassernetz bestens aufgebaut. Wir haben eine enorm grosse Versorgungssicherheit und die Wasserpreise sind für alle erschwinglich. Es gibt überhaupt gar keinen Grund, dies zu ändern.

 

«Sollten dereinst Investoren in die Tarifgestaltung des Wassers eingreifen, würde dies für Private bestimmt teurer.»

Brigitte Röösli (SP)

 

Sollten dereinst Investoren in die Tarifgestaltung des Wassers (und des Abwassers) eingreifen, würde dies für Private bestimmt teurer. Der Wassermarkt ist unter Druck – das Wasser wird in den nächsten Jahren knapper und begehrter. Wollen Sie, dass Investoren auf Ihre Kosten davon profitieren? Ich nicht.

Sorge um Gewässerräume

Ausser dem Recht auf Wasser gefährdet dieses Gesetz auch die eben erst auf Bundesebene hart erkämpften Gewässerräume. Damit gemeint sind Uferstreifen, in denen Bauten sowie der Einsatz von Dünger und Pestiziden verboten sind. Laut dem neuen kantonalen Wassergesetz könnten diese wieder eingesetzt werden. Gefährdete Tiere und Pflanzen hätten noch weniger Überlebenschancen.

Das Gesetz sieht zudem vor, dass durch Hochwasser zerstörte Gebäude am selben Ort wieder aufgebaut werden dürfen, auch wenn sie in Gefahrenzonen liegen. Da sich wegen der Klimaerwärmung die Starkregenfälle häufen, würde dies die Gebäudeversicherung übermässig belasten, was für alle zu höheren Versicherungsprämien führen würde.

Deshalb sage ich überzeugt Nein zum schä(n)dlichen Wassergesetz.

Brigitte Röösli ist Illnau-Effretiker Kantonsrätin und Gemeinderätin (SP)

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