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Ferag-Chef ist zurückgetreten

Abgang bei Hinwiler Unternehmen

Ferag-Chef ist zurückgetreten

Bei der Ferag AG in Hinwil muss man sich nach einem neuen Geschäftsführer umsehen. Jürg Möckli ist nach neun Jahren zurückgetreten. Dies sei auf eigenen Wunsch geschehen, wie das Unternehmen mitteilt. Inzwischen wurde eine Interimsführung eingesetzt.

Jörg
Marquardt
Mittwoch, 14. November 2018, 18:00 Uhr Abgang bei Hinwiler Unternehmen
Nach neun Jahren ist Jürg Möckli als CEO der Ferag AG zurückgetreten.
Archivfoto: Fabio Meier

Die Hinwiler Ferag AG, ein weltweit tätiger Anbieter von Förder- und Verarbeitungstechniken für die Druckindustrie, wird zurzeit interimistisch geführt. Wie jetzt bekannt wurde, hat CEO Jürg Möckli das Unternehmen Mitte Oktober 2018 verlassen. Dies bestätigt der Medienverantwortliche Christoph Vollenweider gegenüber Züriost. Er verweist dazu auf zwei Communiqués, die firmenintern ausgehängt worden waren: eines vom 20. August und eines von Mitte Oktober 2018. Beide liegen Züriost vor.

Wunsch nach beruflicher Veränderung

Im ersten Communiqué informierte die Geschäftsleitung der WRH Walter Reist Holding, zu der auch die Ferag gehört, dass Möckli das Unternehmen «auf eigenen Wunsch» per Ende Dezember 2018 verlassen werde. Man bedauere diesen Entscheid, habe aber «grösstes Verständnis für Herrn Möcklis Wunsch nach einer beruflichen Veränderung».

Möckli, der die Geschäftsführung seit Mitte Juni 2009 innehatte, will sich zu dem Sachverhalt nicht öffentlich äussern.

Im August-Communiqué hiess es noch, der scheidende CEO werde bis Ende 2018 im Unternehmen bleiben und «Projekte abschliessen sowie der Geschäftsleitung bei verschiedenen Aufgaben noch beratend zur Seite stehen». Bis zur Bestimmung eines Nachfolgers würden die operativen Führungsaufgaben von den Mitgliedern der Geschäftsleitungen WRH und Ferag übernommen werden.

Als operativer Geschäftsführer ist Möckli laut Mediensprecher Vollenweider bereits Ende August zurückgetreten.

Spielte Stellenabbau eine Rolle?

Letztlich ging alles schneller. «Die Projekte, in die Herr Möckli noch involviert war, konnten frühzeitig abgeschlossen werden. Insofern machte ein längerer Verbleib im Unternehmen keinen Sinn», sagt Vollenweider.

Dass Möcklis frühzeitiges Ausscheiden mit dem Stellenabbau bei der Ferag-Tochter Denipro AG in Weinfelden TG zusammenhängt, verneint er. Anfang September wurde die Belegschaft mündlich darüber informiert, dass die Produktion des Lagerlogistiklieferanten nach Hinwil verlagert und dort konzentriert werden soll (wir berichteten). «Der Rücktritt von Herrn Möckli hatte persönliche Gründe und stand schon Wochen vor dem Entscheid zur Produktionsverlagerung fest», sagt Vollenweider.

 

«Der Rücktritt stand schon Wochen vor dem Entscheid zur Produktionsverlagerung fest.»

Christoph Vollenweider, Medienverantwortlicher Ferag AG

 

Interimistische Führung

Im Oktober-Communiqué teilte man der Belegschaft mit, dass die Geschäftsleitung der WRH per sofort eine Interimsführung eingesetzt habe: Thomas Klumpp führt seither interimistisch die Geschäfte der Ferag. Er ist CEO der WRH Global, die das Aussenhandelsgeschäft der Holding verantwortet.

Diese Übergangsregelung gelte bis zur Wahl eines neuen CEO. Laut Vollenweider ist bisher kein neuer Geschäftsführer gewählt worden.

«Fit für die Zukunft»

Bei der WRH Holding gibt man sich angesichts der Veränderungen optimistisch: «Die Geschäftsleitung ist überzeugt, eine bestqualifizierte Persönlichkeit als Nachfolge gewinnen zu können, kann doch diese mit der Ferag die Führung eines Unternehmens antreten, das fit für die Zukunft ist», steht am Ende beider Communiqués. Die Ferag stehe wirtschaftlich «auf soliden Pfeilern».

Im August-Communiqué verweist die Geschäftsleitung zudem auf die «neuartige(n) und innovative(n) Systeme», mit denen das Unternehmen in den «zukunftsträchtigen Märkten der Intralogistik weitere Erfolge erzielen kann». Bei der Förder- und Verarbeitungstechnik von Printmedien bleibe die Ferag «nach wie vor Marktleaderin».

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