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Der Brexit aus Sicht von Elma Electronic

Wetziker Hersteller

Der Brexit aus Sicht von Elma Electronic

Bei der Elma Electronic AG mit Sitz in Wetzikon stellt man sich auf mögliche Handelshemmnisse nach dem Brexit ein. Der Hersteller von Electronic-Packaging-Produkten für die Elektroindustrie bekam zuletzt auch die Abwertung des Pfunds zu spüren.

Jörg
Marquardt
Donnerstag, 08. November 2018, 15:43 Uhr Wetziker Hersteller
Seit 20 Jahren produziert Elma Electronic in Bedford. Die britische Gesellschaft macht 7 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Archivfoto: Nicolas Zonvi

Zu den Oberländer Firmen, die im Vereinigten Königreich eine eigene Gesellschaft unterhalten, gehört auch die Elma Electronic AG mit Sitz in Wetzikon. Seit über 20 Jahren verfügt der Hersteller von Electronic-Packaging-Produkten für die Elektronikindustrie über eine Produktionsstätte in Bedford.

Die britische Gesellschaft trägt rund 7 Prozent zum weltweiten Umsatz bei, wie CEO Fred Ruegg auf Anfrage des ZO/AvU mitteilt. Da sie primär auf den britischen Markt fokussiert sei, dürfte sie aus seiner Sicht nicht direkt vom Austritt Grossbritanniens aus der EU betroffen sein: «Wir sind im Binnenmarkt stark verankert und können deshalb lokale Kunden auch nach dem Brexit optimal betreuen», sagt er.

Gesamtwirtschaftliche Einflüsse

Gleichwohl rechnet Ruegg damit, dass der Brexit die Konjunktur, Währung, Lohnentwicklung und Abwanderung von Kunden gesamtwirtschaftlich beeinflusst. Davon werde man auch betroffen sein. «Je nach Austrittsabkommen mit der EU können sich Hemmnisse im grenzüberschreitenden Warenfluss bemerkbar machen», sagt er.

 

«Grundsätzlich sollten die Einflüsse für unser Unternehmen überschaubar sein.»

Fred Ruegg, CEO Elma Electronic

 

Längerfristig sei es möglich, dass sich auch Regulierungen in eine andere Richtung bewegen, und zwar gegenüber der EU. «Grundsätzlich sollten die Einflüsse für unser Unternehmen überschaubar sein.»

Verteuerung von Komponenten

Die Abwertung des Pfunds nach dem Referendum bekam auch Elma Electronic zu spüren. «Kurzfristig verteuerten sich importierte Elma-Komponenten, und wir erlitten kleinere Währungsverluste», sagt Ruegg.

Zudem seien die Komponentenpreise von lokal eingekauften Komponenten gestiegen. «Da aber ein grosser Teil der Wertschöpfung in UK durch unsere Mitarbeitenden erfolgt, war der Einfluss gesamthaft mässig.» Man führe eine hohe lokale Wertschöpfung weiter und könne so Währungsveränderungen gut abfedern.

 

«Wir verkaufen primär kundenspezifische Lösungen. Diese lassen sich nicht auf Lager produzieren.»

Fred Ruegg, Elma Electronic

 

Einige Firmen erwägen die Aufstockung ihrer Lager in Grossbritannien für den Fall eines Austritts ohne Abkommen. Eine solche Massnahme plant man bei Elma Electronic nicht. «Wir verkaufen primär kundenspezifische Lösungen. Diese lassen sich nicht auf Lager produzieren», wie der CEO hervorhebt.

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