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Viel Natürliches, aber keine Verpackung

Viel Natürliches, aber keine Verpackung

In ihrem Zero-Waste-Laden in Pfäffikon vertreiben Julien und Sara Gallo nur Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen, die unter ökologischen Standards herstellt worden sind. Den Anlass dazu gab ein unangenehmer Zwischenfall

Marco
Huber
Freitag, 12. Oktober 2018, 16:02 Uhr

Naturnahe Produkte liegen im Trend. Dies dachten sich auch Julien und Sara Gallo, als sie in diesem Frühjahr beschlossen, einen Laden mit Lifestyle-Produkten zu eröffnen. Dieser läuft unter den Namen «Omori» und «Cherry Green» und befindet sich an der Kempttalstrasse mitten in Pfäffikon. Vor zwei Wochen war Eröffnung.

Auslöser für die Start-up-Idee ist ein denkbar unschöner Zwischenfall: Nach dem Eincremen hatten beide vor einiger Zeit mit üblem Hautausschlag zu kämpfen. «Dadurch haben wir angefangen, unser Wissen über die Herstellung von Kosmetikartikeln zu vertiefen», sagt Julien Gallo. «Man kann sich nicht auf die Deklaration auf den Verpackungen verlassen.»

Ökologische Standards

Der gebürtige Franzose und die Genferin machten sich auf die Suche nach hautverträglichen Seifen und testeten diverse Kosmetika mit natürlichen Inhaltsstoffen. Dabei kamen sie auch mit Herstellern in Kontakt. Nach und nach wurde daraus eine Geschäftsidee. Wer in ihrem Laden stöbert, findet ausschliesslich «sauber» hergestellte Produkte – ohne Parfümzusatz, ohne Aromastoffe, ohne Geschmacksverstärker.
Das Sortiment umfasst Produkte von insgesamt 26 Herstellern.

Die Gallos versichern, dass sie alle Hersteller persönlich besucht haben, um sich zu vergewissern, dass die Produktion unter Einhaltung ökologischer Standards erfolgt. Vertrieben werden die Produkte unter dem Label «Cherry Green» und «Omori». Letzteres umfasst verschiedene Bio-Kosmetika für Männer, darunter Bartöle, Aftershaves, Seifen und Cremes zur Haar- und Gesichtspflege.

«Cherry Green» deckt hingegen die gesamte Produktepalette ab: von Kaffeebohnen und Tees über Sirupe, Smoothies und Limonaden bis zu verschiedenen Cerealien, Trockenfrüchten und Pasta ohne Nitrate. Die Produkte kommen aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich.

Produkte ohne Verpackung

Der Pfäffiker Laden ist nach dem Zero-Waste-Prinzip aufgebaut. Es werden also Produkte ohne Verpackungen angeboten. Stattdessen können Kunden mit eigenen Glasflaschen oder auch Tupperdosen vorbeikommen. «Wir wollen gezielt Kunden ansprechen, die im Alltag ökologisch orientiert sind», sagt Sara Gallo.

Der Shop gehört zur Geronimoo GmbH, deren Vorsitz Sara Gallo hat. Julien fungiert als operativer Geschäftsführer. Ursprünglich wollte Sara Gallo via einer Crowdfunding-Plattform Geld für einen Zero-Waste-Laden in Uster sammeln.

Als sich abzeichnete, dass die Crowdfunding-Kampagne nicht den Erfolg haben würde, den sich Gallo erhofft hatte, suchten die Gallos nach einem Standort in ihrer Wohngemeinde Pfäffikon – und wurden an der Kempttalstrasse fündig. Sollte ihr Pfäffiker Laden erfolgreich sein, wollen die beiden in naher Zukunft einen zusätzlichen Zero-Waste-Laden in Uster eröffnen.

Vor Ort degustieren

Bislang laufe alles wunschgemäss, sagt Sara Gallo. Es seien bereits viele Leute vorbeigekommen, um sich das Angebot anzuschauen.
Der direkte Kontakt mit der Kundschaft ist für die beiden jungen Start-up-Unternehmer von zentraler Bedeutung. Es sei wichtig, dass Interessierte alle unsere Produkte vor Ort degustieren können, um sich von der Natürlichkeit zu überzeugen, sagt Julien Gallo. 

Ein reger und intensiver Kundenkontakt habe aber noch einen weiteren persönlichen  Nutzen für die beiden Shop-Betreiber, wie der Geschäftsführer mit einem Lachen anfügt: «Auf diese Weise können wir unsere Deutschkenntnisse verbessern.

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