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Züriost-Wettbewerb Schreibstar

Schreibstar: Sieger überzeugen mit Geige und Coq au Vin

Isabelle Leutenegger bei den Erwachsenen und Aaron Gaignat bei den Jugendlichen dürfen sich mit dem Titel Schreibstar 2020 schmücken. Die Geschichte zu schreiben, war nicht die grösste Herausforderung.

Promotion
Mittwoch, 30. Dezember 2020, 09:00 Uhr Züriost-Wettbewerb Schreibstar
Mit einer gestohlenen Geige gewinnt Aaron Gaignat den Schreibstar-Wettbewerb, Kategorie Jugend. (Video: Paulo Pereira)
Partner: Bank Avera

Die Regionalbank Avera unterstützt den Schreibstar-Wettbewerb seit der esten Austragung. Allen acht Finalisten der beiden Kategorien erhalten von der Bank Avera gesponserte Barpreise im Gesamtwert von 3800 Franken.

Das war knapp. Um fünf Stimmen distanziert Isabelle Leutenegger in einem SMS-Voting die Konkurrenz. Die 61-Jährige gewinnt den Schreibwettbewerb der Zürcher Oberland Medien zum Oberthema Leidenschaft. Sie überzeugte die Jury mit ihrer Geschichte «Coq au Vin» dank einer dramatischen Wende zum Ende. «Die Hauptfigur entfacht ihre Leidenschaft in der Küche und der Leser kommt dabei ausser Atem», lautet das Fazit der Jury um Anna-Katharina Höpflinger (Ludwig-Maximilians-Universität München), Patrick Vogt (Radio Zürisee) und Mike Gadient (Marketingleiter ZO Medien AG).

Leutenegger kam die Idee für ihr Werk mitten in der Nacht: «Ich lasse das Ende gerne offen. Ich mag es, wenn der Leser vermeintlich weiss, was als Nächstes kommt.» Ihr Partner habe die Geschichte gefühlt 100‘000 Mal selbst durchgelesen. Vorgelesen wurden ihr die 5000 Zeichen ebenfalls. Beide teilen die Leidenschaft fürs Kochen – gemäss Leutenegger ein zeremonieller Akt. «Ich koche für meine Liebsten, mit denen ich anschliessend einen gemütlichen Abend verbringe.»

Einen Teil des Preisgeldes der Bank Avera will die Siegerin einer Kollegin überlassen, die eine Schule in Südafrika unterstützt. «Aufgrund der Pandemie fehlen die Spendeneinnahmen», erklärt sie. Das Format der Kurzgeschichte kommt der ehemals in Rumlikon wohnenden Leutenegger entgegen. Die Einsendungen der Konkurrenten haben sie beeindruckt. Erfrischend mutig fand sie das Gedicht «Die Panther» von Ueli Bürgisser.

Selber hat sie für die Geschichte «Pinselstrich» von Lucija Andrijanic gestimmt. Das Schicksal der Malerin, die erblindet, habe sie berührt. Insgesamt wurden 286 Beiträge eingesandt. Geschrieben von Autorinnen und Autoren im Alter zwischen 11 und 90 Jahren. Wohnhaft nicht nur im Raum Zürcher Oberland, sondern auch in Hamburg oder Salzburg.

Teilnahme dank Lehrerin

Die Kategorie Jugend entschied Aaron Gaignat mit «Die gestohlene Geige» für sich. «Ich schreibe gerne, weil ich so eine eigene Welt kreieren kann», sagt der 13-Jährige aus Forch. Eingereicht wurden in dieser Kategorie gegen die 90 Geschichten. Zur zweithöchsten Teilnehmerzahl seit den Anfängen des Wettbewerbs im Jahr 2014 tragen zwei Schulklassen der Sekundarschule Fehraltorf bei. Gaignat ist ebenfalls durch einen Hinweis seiner Deutschlehrerin am Langzeitgymnasium Rämibühl auf den Wettbewerb gestossen.

Dass seine Geschichte in die engere Auswahl der Jury kam und das SMS-Voting deutlich für sich entschied, war für den Forchmer überraschend. An einem Schreibwettbewerb mitgemacht habe er vorher noch nie. Zum Thema Leidenschaft seien dem Teenager gleich zwei mögliche Themen eingefallen. «Zeichnen und Musik sind beides meine Leidenschaften.» Entschieden hat sich der Cello-Spieler dann für die Musik.

«Auch das Überarbeiten und Kürzen hat nochmals sehr lange gedauert».
Aaron Gaignat

In Gaignats Geschichte steckt eine Menge Herzblut. «Es war sicher ein grosser Aufwand», gibt er zu. Der grösste Aufwand sei jedoch gar nicht das Schreiben selber gewesen. Viel mehr Zeit habe er damit verbracht, zu überlegen, was und wie er überhaupt schreiben wollte. «Auch das Überarbeiten und Kürzen hat nochmals sehr lange gedauert». Das Werk punktet durch eine bemerkenswerte Reife. Jury-Mitglied Patrick Vogt lobt: «Happy Ends können oft konstruiert und unnötig erscheinen, hier wünscht man es dem Protagonisten regelrecht.»

Für das Preisgeld der Bank Avera hat der junge Autor keine konkreten Pläne. Tatsächlich war ihm gar nicht bewusst, dass der Gewinner einen Preis erhalten würde. Im Vordergrund stand für Ihn immer das Schreiben. «Es ist aber gerade günstig, dass ich etwas Geld bekommen habe, da ich mir im Lockdown einen Laptop gekauft habe», erzählt der Gymnasiast.

Melina Aeschbach und Mike Gadient

Das Buch «Schreibstar 2020 – Geschichten voller Leidenschaft» ist unter www.zo-shop.ch oder unter 044 933 32 54 erhältlich.