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Warum Hofläden besser sind als Märkte

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Warum Hofläden besser sind als Märkte

Im Foodblog dreht sich alles ums Essen. Diese Folge widmet sich den Hofläden.

Freitag, 01. Juli 2016, 10:00 Uhr Foodblog
Konfitüren, Eier, Strohhühner: Der Hofladen der Familie Bockhorn auf dem Ruetschberg ist liebevoll eingerichtet und bietet viele hausgemachte Produkte. (Bild: Isabel Heusser)

Ich mag es, auf Wochenmärkten einzukaufen. Das Angebot ist gross, die Stimmung geschäftig, immer wieder stosse ich auf Früchte- und Gemüsesorten, die es beim Grossverteiler nicht zu kaufen gibt. Allerdings haben Märkte einen Makel. Bei meinem Besuch hatte ich die Illusion, dass jeder Marktfahrer nur das verkauft, was er zu Hause auf dem Hof produziert. Das ist natürlich Unsinn, leider. Marktfahrer, die nur regionale und saisonale Waren verkaufen, sind in der Minderheit. Die meisten bieten an, wonach der Kunde verlangt. So entdecke ich immer wieder Ananas oder Mango auf der Auslege, Tomaten und Gurken gibt’s das ganze Jahr hindurch.

Die meisten Marktfahrer machen sich nicht mal die Mühe, die Herkunft ihrer Ware zu deklarieren. Damit der Kunde ja kein schlechtes Gewissen bekommt, wenn er Anfang März überteuerte Erdbeeren aus Spanien kauft und Spargeln aus Peru.

Da lobe ich mir Hofläden. Und ich meine nicht solche wie denjenigen aus der Seegräbner Marketingmaschinerie. Ich meine die kleinen Läden. Bei denen man beim Vorbeifahren das Schildchen an der Strasse fast nicht sieht, weil eben keine Verkaufsprofis dahinter stecken. Unterwegs zu einem Termin habe ich kürzlich den Laden des Sonnenhofs auf dem Ruetschberg, zwischen Seegräben und Pfäffikon entdeckt. In einem rustikal-charmant eingerichteten Holzhäuschen verkauft die Familie Bockhorn Eier, Käse, Joghurt, Kartoffeln oder Konfitüre. Mein Favorit sind die verschiedenen Sirupsorten. Die Seniorchefin des Hofs verarbeitet so ziemlich alles zu Sirup, was sie finden kann: Rosenblüten, Lavendel, Salbei oder Goldmelisse. Goldmelisse! Die feinen roten Blüten zu verarbeiten, ist sehr aufwändig.

Hier wirkt nichts gekünstelt. Die Etiketten sind von Hand angeschrieben, auf dem Boden liegen Strohhalme, es riecht nach Stall. Und die Preise sind fair: Eine Flasche Sirup kostet 7 Franken, ein Freilandei 55 Rappen. Zu Hochform fahren die Bockhorns im Herbst auf, wenn sie ihre Kürbisse verkaufen, aus eigener Produktion natürlich. Bis dahin dauert es noch ein bisschen. Aber ich werde bald wieder kommen.

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