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VW T-Roc – scharf und knackig

VW T-Roc – scharf und knackig

Der neue VW T-Roc hat es in sich. Scharfes, knackiges Design und mutig freche Farbkombinationen sowie solide Fahreigenschaften zeichnen das neue Kompakt-SUV aus. Gibt es ein Rezept für Erfolg, dann hat der T-Roc die richtige Mischung.

Gerold
Schmid
Mittwoch, 03. Januar 2018, 13:49 Uhr

Vor mir liegt einer der wenigen Strassenabschnitte, in der Region Sitzberg, der nicht asphaltiert ist. An diesem grauen Wintertag ist die Fahrbahn schneebedeckt und nicht geräumt. Ideale Voraussetzungen, dem Fahrverhalten des neuen VW-Kompakt-SUV T-Roc auf den Zahn zu fühlen.
Auf einem leicht abschüssigen, geraden Strassenstück beschleunige ich den Wagen auf 60 km/h. Dann lasse ich das Lenkrad los und trete voll in die Bremse. Mit dem typischen Ruckeln des ABS bremst das Fahrzeug ab. Keinen Zentimeter ist der mit 4motion ausgerüstete T-Roc aus der Spur geraten.
Nächster Test. Aus dem Stand heraus drücke ich das Gaspedal voll durch. Nicht einmal eine Sekunde leuchtet die ESP-Anzeige auf und der T-Roc zieht mit seinem 190 PS starken 2-Liter-Benziner vorwärts, ohne nur einmal den Grip zu verlieren. Und das auf schneebedeckter, nicht asphaltierter Strasse. Respekt! So stelle ich mir ein sicheres Fahrzeug vor.

Extrovertiertes Design

Äusserlich kommt der T-Roc frisch in den extrovertierten Farben Kurkuma Yellow-Schwarz daher. Auffallend ist das kantige Heck und die ausgeprägten Radkästen. Die Auspüffe werden diskret hinter chromfarbenen Blenden kaschiert. Im gefahrenen Modell wird die Farbe Kurkuma Yellow in den Dekoreinlagen im inneren des Fahrzeugs weitergezogen, auf dem Armaturenbrett, der Mittelkonsole und in den beiden vorderen Türen sowie als eingewebte Zierstreifen in den Sitzen.

Mit Activ Info Display

Der Fahrersitz ist sehr bequem und gibt guten Halt. Eingebaut ist als Mehrausstattung das Active Info Display (plus CHF 480). Auf dem 9,5 Zoll grossen Farbbildschirm hinter dem Lenkrad lassen sich viele verschiedene Anzeigemöglichkeiten wie Tacho, Navi, Fahrdaten und Assistenzsysteme in verschiedenen Kombinationen einstellen. Alles bequem über das Multifunktionslenkrad. Die Ergonomie im Cockpit gefällt. So ist auch beim T-Roc die Bedienung des Tempomaten/Limiters neu auf der linken Seite im Lenkrad integriert. Mit etwas Routine können die beiden Assistenzsystem mit dem Daumen bedient werden, ohne den Blick von der Strasse zu nehmen.
Der Fond ist geräumig und bietet auch grossen Personen genügend Kopf- und Beinfreiheit.

Integration des Smartphone

Ebenfalls als Mehrausstattung verfügt der gefahrene Wagen über App Connect. Damit ist das Smartphone im Nu  über Apple Car Play oder Android Auto ins Infotainment-System des T-Roc integriert. Damit sorgt die eigene Musikdatenbank auf dem Smartphone für gute Stimmung. Und auch Google Maps wird auf dem 8 Zoll grossen Touchscreen über der Mittelkonsole angezeigt, Sprachführung durch Google inklusive.

Aufgefallen ist, dass Volkswagen beim T-Roc in der Ausführung Advance nichts gespart hat bei der Sicherheit und den Fahrassistenzsystemen. Da ist alles mit drin – für einmal ohne Aufpreis. Den Käufer freuts!
Nach diesem Exkurs über die technische Ausrüstung zurück auf die Strasse.

Adaptives Fahrwerk oder Sportfahrwerk auf Wunsch

Vor Schmidrüti geht es wieder auf die asphaltierte Verbindungsstrasse Richtung Tablat.  Nach dem Passieren des Dorfes beginnt der Abstieg mit ein paar anspruchsvollen, engen Kurven. Kein Problem für den T-Roc. Die Lenkung ist straff. Sehr präzise nimmt er die Kurven, auch wenn die Fahrbahn teilweise noch Schnee bedeckt ist. Hier kommt nochmals 4motion zum Zug und verhindert jegliches Ausbrechen.
Noch etwas zum Fahrwerk. Dieses ist relativ straff abgestimmt. Das machte sich auf der Schotterpiste deutlich bemerkbar. Auf der asphaltierten Strasse zeigt sich die Dämpfung toleranter. Wer möchte, kann für einen Aufpreis von 1470 Franken eine adaptive Fahrwerkregelung hinzukaufen. Oder für 470 Franken ein um einen Zentimeter tiefer gelegtes Sportfahrwerk  mit Progressivlenkung.

Drei Ausführungen erhältlich

Der T-Roc kommt in drei Ausführungen auf den Markt. Die Basisvariante gibt es ab 24’900, die Ausführung Advance ab 28’950 und die Ausführung Sport ab 35’650 Franken.
Bei den Motoren stehen drei Benziner und ein Diesel zur Auswahl; bei den Benzinern ­sogar ein 1-Liter-3-Zylinder mit 85 kW Leistung. Der Allrad 4motion ist nur bei den 2-Liter-4-Zylindern erhältlich; davon gibt es je einen Benziner und einen Diesel.

Fazit: Der Volkswagenkonzern hat dieses Jahr so richtig Gas ­gegeben bei den SUV. Beispielsweise brachte Škoda diesen Frühling den Kodiaq und im Herbst den  Karoq auf dem Markt. Und nun kommt mit dem T-Roc ein weiteres Kompakt-SUV. Kein Wunder. Ist doch das Segment der SUV, insbesondere das der Kompakt-SUV, das am schnellsten wachsende Segment bei den verkauften Autos. Zudem hatte Volkswagen selber kein adäquates Modell wie den T-Roc in der Modellpalette. VW hat sich reichlich Zeit gelassen. Dafür hat VW jetzt mit dem T-Roc ein Fahrzeug, das sich mehr als sehen lässt. Der T-Roc kommt ziemlich «frech» und gewagt daher mit vielen Möglichkeiten, den Wagen farblich zu gestalten. Zugeschnitten ist er auf ein jüngeres, urbanes Kundensegment.
Erstaunlich gross ist auch der Laderaum mit einem Volumen von 392 bis 1237 Liter. Da findet doch einiges Platz.
Gibt es ein Erfolgsrezept für ein Fahrzeug, ich persönlich meine, VW hat das im T-Roc umgesetzt. Auf jeden Fall ist der T-Roc ein ernst zu nehmender Konkurrent im wachsenden SUV-Segment.

Technische Daten VW T-Roc Advance 4motion

Treibstoff: Benzin
Hubraum: 1984 cm3
Leistung: 140 kW/190 PS
Drehmoment: 320 Nm
Getriebe: 7-Gang-DSG
Normverbrauch: 6,8 l/100 km
Testverbrauch: 8,2 l/100 km *
CO2-Emissionen: 155 g/km
Energieeffizienz: F
Abgasnorm: Euro 6
Ladevolumen: 392 bis 1237 l
Grundpreis: 38’350 Franken
Testwagen: 45’740 Franken

* Vorwiegend auf hügeligen Neben­strassen gefahren.

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