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Verurteilt: Spielsüchtiger Bankdirektor aus Uster ertrog fünf Millionen

Ein ehemaliger Kadermann der Zürcher Bank Vontobel hat mit gefälschten Krediten fünf Millionen Franken ertrogen. Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte den Ustermer am Mittwoch zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Sechs davon soll der Bankdirektor absitzen.

Mittwoch, 04. Januar 2012, 15:31 Uhr

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte am Mittwoch einen Ex-Jurist der Bank Vontobel wegen Betrugs. Der heute 45-jährige Familienvater aus Uster arbeitete ab September 2007 als Teamleiter bei der Bank Vontobel und war als Direktor für osteuropäische Anleger verantwortlich. Als besonders wichtig bei seiner Arbeit galt ein Kunde, der eine Stiftung in Liechtenstein vertrat. Im Namen dieses ahnungslosen Kunden nahm der Banker bei seiner Bank einen Kredit für zwei Millionen Franken auf. Dabei fälschte er die Unterschrift eines Rechtsvertreters dieses Mannes. Innerhalb eines halben Jahres verlor der Bank-Kadermann den grössten Teil des Kredits wieder durch verlustreiche Geschäfte oder in Spielcasinos.

Im Sommer 2008 erhöhte der Beschuldigte den Kredit um weitere drei Millionen Franken. Bis Ende Jahr war auch dieses Geld weg. Der Banker erkannte, dass er früher oder später auffliegen würde und erstattete Selbstanzeige. Von der Bank wurde er freigestellt.

Mit blauem Auge davongekommen

Gemäss Gerichtsvorsitzendem hatten das Geständnis und seine Spielsucht einen Einfluss auf das Urteil. Der Beschuldigte komme angesichts des hohen Deliktbetrags aber noch mit einem blauen Auge davon, sagte der Gerichtspräsident am Montag. Der Ex-Kadermann kann die Sanktion in Halbgefangenschaft verbüssen.

Die Schuldpunkte wegen Betrugs und Urkundenfälschung waren nicht umstritten, auch der Antrag auf eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten nicht. Sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch die Verteidigung verzichteten auf ein Plädoyer.

Der Verurteilte wurde verpflichtet, der Bank Vontobel den gesamten Schaden von über fünf Millionen Franken zurückzuzahlen. Überdies muss er eine Prozessentschädigung von rund 20'000 Franken entrichten und die Verfahrenskosten von 20'765 Franken tragen.

Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Donnerstag, 5. Januar.

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