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Unia-Gewerkschafter auf Grossbaustelle von Polizei empfangen

Unia-Gewerkschafter auf Grossbaustelle von Polizei empfangen

Am Donnerstagmorgen versuchten rund ein Dutzend Gewerkschafter der Gewerkschaft Unio auf einer Grossbaustelle im Kreis 3 etwa gleichviele Mitarbeitende einer Gipserfirma an der Arbeit zu hindern.

Donnerstag, 16. April 2015, 17:33 Uhr

Die Gewerkschaft Unia hat am Donnerstag, 16. April 2015, erneut versucht, die Arbeiten der Gipserfirma Goger-Swiss auf der Baustelle «Tic Tric Trac» in Zürich Binz wegen angeblichem Lohndumping einzustellen. Aufgrund eines Strafantrages schritt jedoch die Polizei ein. Als die Gewerkschafter am frühen Morgen auf der Baustelle eintrafen, waren schon mehrere Polizisten vor Ort. Dies habe dazu geführt, dass die Gipser die Arbeit hätten aufnehmen können - allerdings unter einem Pfeifkonzert, wie es in der Mitteilung der Stadtpolizei heisst.

Gegen 9 Uhr seien jedoch rund ein Dutzend Gewerkschafter ins Areal eingedrungen und hätten versucht, durch «sanfte Behinderung» die Handwerker von der Arbeit abzuhalten. Die Verantwortlichen der Baufirma hätten deshalb bei der Stadtpolizei einen Strafantrag gegen die Gewerkschafter gestellt.

Die Polizei brachte darauf fünf Personen in Transportfahrzeuge und wollten sie auf einer Wache befragen. Parallel dazu verhandelten Unia-Vertreter mit den Verantwortlichen der Baufirma. Diese verzichtete schliesslich auf eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Die Gewerkschafter konnten danach die Transportfahrzeuge noch vor Ort wieder verlassen. Die Stadtpolizei erstellte jedoch einen Sachverhaltsrapport zuhanden der Staatsanwaltschaft, wie es in der Mitteilung heisst.

Implenia kritisiert Unia-Vorgehen

Die Implenia vertrete eine klare Haltung, was die Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen anbelange, schreibt die für die Grossbaustelle verantwortliche Baufirma Implenia in einer Stellungnahme. Auf ihren Baustellen gelte Nulltoleranz und es würden keine Verstösse gegen die gesetzlichen Vorgaben akzeptiert.

Implenia verfolge damit das gleiche Ziel wie die Unia und der Gipsermeisterverband. Schwarze Schafe müssten bekämpft werden und es müsse eine lückenlose Einhaltung von Gesamtarbeitsverträgen und Arbeitsgesetz sichergestellt werden.

Anders als die Unia sei Implenia aber der Meinung, dass der Weg zur Klärung der Vorwürfe nicht über Vorverurteilung und eine mediale Kampagne führe, sondern im Rahmen eines rechtsstaatlichen Verfahrens geklärt werden müssten. Kläger könnten nicht gleichzeitig Richter sein.

«Uns fehlen derzeit konkrete Beweise für Lohndumping bei Goger-Mitarbeitenden auf Implenia-Baustellen», heisst es weiter in der Mitteilung. Die Mitarbeitenden machten individuell und schriftlich geltend, dass sie korrekt entlöhnt würden.

Für die berechtigten Forderungen der Mitarbeitenden von Subunternehmen stehe Implenia ein. Sie habe deshalb mit der Goger-Swiss eine Vereinbarung unterzeichnet, die darauf hinwirke, allfällige Forderungen von Mitarbeitenden sicherzustellen. Bis die Vorwürfe gegenüber dem Unternehmen aufgearbeitet seien, würden keine neuen Aufträge an die Firma Goger vergeben.

Das Berner Handelsgericht hat der Gewerkschaft mit einer superprovisorischen Verfügung untersagt, Arbeitern der Gipserfirma Goger-Swiss den Zugang zu Baustellen zu verwehren. Die Unia wirft der Gipserfirma Lohndumping vor und hat in den vergangenen Wochen verschiedene Protestaktionen auf Baustellen durchgeführt.

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