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Stationäre Therapie für psychisch kranken Täter

Stationäre Therapie für psychisch kranken Täter

Ein Volketswiler hat ein Bett in der Wohnung seiner Mutter angezündet und versucht, eine 14-Jährige sexuell zu nötigen. Nun hat der geisteskranke und nicht schuldfähige Täter eine stationäre Behandlung akzeptiert.

Freitag, 26. Februar 2016, 18:14 Uhr

Es war am 28. April 2014, als ein heute 22-Jähriger aus Volketswil am späten Abend an der Lindenstrasse über eine 14-jährige Fussgängerin herfiel und sie in ein Gebüsch drückte. Dort wollte der Arbeitslose an ihren Schambereich greifen und die Schülerin sexuell nötigen. Sein Vorhaben hatte aber keinen Erfolg. Dies, weil das Opfer heftige Gegenwehr leistete, sich aus dem Griff des Mannes lösen und anschliessend flüchten konnte. Feuerwehreinsatz ausgelöst Die Polizei nahm den Angreifer kurz darauf fest und ermittelte, dass er bereits wenige Wochen zuvor als Brandstifter zugeschlagen hatte. So steckte er in der Wohnung seiner Mutter mittels Benzin sein Bett in Brand und verliess danach das Zimmer. Mit der Folge, dass die Feuerwehr ausrücken und das Feuer löschen musste. Der Sachschaden, der bei dieser Tat entstand, belief sich auf rund 8800 Franken. Selbst im Gefängnis setzte der verhaftete Volketswiler seine Deliktsserie fort. So zündete er im Mai mit Streichhölzern, Bibelseiten und WC-Papier seine Zelle an und konnte nur dank dem schnellen Eingreifen des Gefängnispersonals gerettet werden. Wahnvorstellungen Eine psychiatrische Begutachtung ergab, dass der junge Schweizer an Schizophrenie erkrankt war und unter Wahnvorstellungen litt. Die Sex-Attacke auf die Schülerin begründete er mit Zeitreisen, die er damals drei Mal täglich durchlebt habe. Zur Brandstiftung in der Wohnung seiner Mutter gab er an, dass ihn Stimmen von religiösen Fanatikern dazu bewegt hätten. Die Staatsanwaltschaft ging in objektiver Hinsicht von versuchter sexueller Nötigung, versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern sowie Brandstiftung aus, verneinte aber jegliche Schuldfähigkeit des Volketswilers. Aufgrund einer erheblichen Rückfallgefahr empfahl der zuständige Gutachter die Einweisung des geständigen Täters in eine geschlossene stationäre Massnahmeeinrichtung. Der amtliche Verteidiger setzte sich dagegen bereits im letzten August am Bezirksgericht Uster für eine ambulante Massnahme ein und stufte den Antrag der Anklagebehörde als zu unverhältnismässig ein. Ein weiterer Anwalt plädierte gar auf eine volle Schuldfähigkeit des Arbeitslosen. Das Bezirksgericht folgte jedoch der Staatsanwaltschaft und dem Gutachten. Es sah zwar von jeglicher Bestrafung ab, wies aber den Sextäter zur Behandlung seiner psychischen Störungen in eine stationäre Behandlung ein. «Kleine Verwahrung» bleibt Der Verteidiger legte Berufung gegen das Ustermer Urteil ein und wollte dann gestern Freitag, 26. Februar 2016, beim zweitinstanzlichen Prozess vor Obergericht seine Anträge erneuet vorbringen. Allerdings zog er seine Anliegen kurz vor der Berufungsverhandlung zurück. So kam heraus, dass der Beschuldigte die ausgesprochene «kleine Verwahrung» doch noch akzeptiert hat. Womit das Urteil von Uster in Rechtskraft erwuchs. Damit kann der Beschuldigte voraussichtlich erst im Frühling 2020 erstmals mit einer Haftentlassung rechnen.

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