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Sportbekleidung – für jede Aktivität der richtige Stoff

Sportbekleidung – für jede Aktivität der richtige Stoff

Die Vielfalt und das enorme Angebot an Sportbekleidung, auch genannt «Funktionskleidung», ist in den letzten Jahren rasant gestiegen.

Reto
Rüegg
Freitag, 22. Dezember 2017, 08:58 Uhr

Das liegt nicht nur daran, dass Menschen sie auch im Alltag tragen möchten, sondern mitunter ebenfalls an dem Zuwachs der Sportbegeisterten und vieler neuer Trendsportarten. Jede dieser Sportarten stellt unterschiedliche Voraussetzungen an die jeweils passende Kleidung. Ob Radfahrer, Wassersportler, Skisportler, Wanderer, Läufer oder Kraftsportler, alle haben mittlerweile ihre «eigene» individuelle Bekleidung für die jeweilige Sportart. Doch was muss Sportbekleidung können und wie muss sie beschaffen sein, um dem Wetter und den Anforderungen der Sportler Stand halten zu können?

Sportbekleidung, oder auch modern «Funktionskleidung» genannt, hat verschiedene Aufgaben die sie für den Sportler erfüllen muss. Verschiedene Stoffeigenschaften sorgen entweder dafür, dass der Körper ausreichend gekühlt oder sogar gewärmt wird. Für Outdoorsportler sollte die Funktionskleidung ausserdem wasserabweisend aber trotzdem atmungsaktiv sein. Um diesen Effekt zu erzielen, werden oft Mischfasern eingesetzt (z.B. Polyester und Merinowolle). So lassen sich die Vorteile der einzelnen Stoffe miteinander kombinieren.

Eingesetzte Materialien

Bei Funktionskleidung kommt auch das eingesetzte Material «zum Tragen», wenn es darum geht, die oben genannten Eigenschaften dieser Kleidung erfüllen zu können. Die gängigsten Materialien sind Polyester, Polyamid, Elastan, Baumwolle, Merinowolle und Neopren. Durch die unterschiedlichen Merkmale dieser Materialien und den richtigen Mix erhält Funktionskleidung ihre besonderen Eigenschaften. Natürlich werden diese Materialien auch in Alltagskleidung verwendet. Durch die hohen Qualitätsmerkmale fanden diese aber auch den Weg Richtung Sportbekleidung.

Neopren

Bei Neopren handelt es sich um Synthetik-Kautschuk. Er findet im thermischen Anwendungsbereich seinen Einsatz. Dazu gehören Schwimmen, Tauchen und Surfen. Der Neoprenanzug sollte wie eine zweite Haut am Körper liegen und diesen vor der Kälte des Wassers schützen, indem er die eigene Körperwärme im Anzug gefangen hält. Je nach Sportart und Wassertemperatur werden die Anzüge in unterschiedlichen Ausführungen empfohlen, die Materialdicke spielt eine grosse Rolle da ein zu dicker Anzug Auftrieb geben kann und für manche Aktivität dann also hinderlich ist.

Polyester

Polyester wird nicht ausschliesslich in Funktionskleidung eingesetzt. Es findet auch in der alltäglichen Kleidung Anwendung. Da es aber schnell trocknend und leicht vom Gewicht her ist, erfreut es sich beim Einsatz für Sportkleidung grosser Beliebtheit. Es wird meist in Verbindung mit Baumwolle eingesetzt.

Polyamid

Polyamid – auch Nylon oder Perlon genannt ist eine Kunstfaser. Es besticht durch seine hohe Reissfestigkeit und Scheuerfestigkeit. Gerade wenn die Kleidung aufeinander reibt, beispielsweise bei einer Sporthose zwischen den Oberschenkeln, ist es wichtig, dass kein Abrieb durch Scheuern entsteht. Auch sorgt es beim Einsatz in Funktionskleidung dafür, dass es weniger Falten in der Kleidung gibt – sie bleibt nahezu knitterfrei.

Elastan

Diese Kunstfaser wird auch Lycra genannt. Sie wird besonders gerne für Bekleidung benutzt, wenn es um die Dehnbarkeit und Beständigkeit, geht. Da sie oft nur in geringeren Anteilen in der Sportkleidung enthalten ist, aber als Mischfaser mit anderen High-Tech-Materialien fast unschlagbar zu sein scheint, wird sie dennoch bei Funktionskleidung eingesetzt. Durch das Elastan «leiern» die Kleidungsstücke nicht aus, da es sich zwar um das siebenfache seiner eigentlichen Länge dehnen kann, aber auch in der Lage ist, anschliessend wieder die ursprüngliche Form anzunehmen.

Baumwolle

Dieses Material findet eher weniger Anwendung in der Sportbekleidung. Es hat zwar enorm positive Eigenschaften, wie eine hohe Aufnahmefähigkeit von Feuchtigkeit und ein sehr angenehmes Tragegefühl. Diese Eigenschaften sind aber im Bereich «Sport» eher weniger sinnvoll. Durch das Vollsaugen mit Feuchtigkeit beim Schwitzen nimmt das Gewicht des Kleidungsstückes zu und die Trocknung dauert länger. Joggen im nassen T-Shirt mag im Sommer schön kühlend sein. Im Herbst und bei kühleren Temperaturen ist das allerdings eher suboptimal.

Merinowolle

Dabei handelt es sich nicht um ein synthetisches, sondern ein natürliches Material. Die sehr guten Wärmeregulationseigenschaften, das geringe Eigengewicht, sowie ein komfortables Gefühl beim Tragen sorgen heute dafür, dass dieses Material einen hohen Stellenwert im Bereich der Sportbekleidungsindustrie hat und nicht mehr wegzudenken ist. Gerade weil viele Verbraucher auf Nachhaltigkeit und Natürlichkeit setzen.

 

Im Endeffekt kann man sagen, dass nur ein Verschmelzen der einzelnen Materialien sinnvoll für den Einsatz in Sportbekleidung ist. Alle ergänzen sich gegenseitig durch die herausragenden Eigenschaften und bieten so die Möglichkeit, qualitativ hochwertige und langlebige Funktionskleidung herstellen zu können.

Funktionskleidung und ihre Eigenschaften

Wie schon erwähnt bringt jedes Kleidungsstück die passenden Eigenschaften für den Sportler mit. Doch welche Eigenschaften sind wichtig, wenn es um das Tragegefühl, die Beschaffenheit des Stoffes und den Nutzen für den Sportler geht? Wie sollte Funktionskleidung beschaffen sein, damit sie Vorteile mitbringt?

  • Wärmehaushalt

Beim Sport ist eine vernünftige Ableitung der Wärme, die durch das Schwitzen und die Anstrengung entsteht, von enormer Wichtigkeit. Dabei kommt es natürlich auch auf die jeweilige Sportart an. Je nach Aktivität sind bestimmte Eigenschaften wichtiger als andere. Das hängt mit der geforderten Anstrengung und dem der dabei entstehenden Schweissproduktion zusammen. Bei Sportarten, die beispielsweise mit Ausdauer zu tun haben, wie Fussball oder Laufsport, ist der Abtransport der Körperwärme absolut essentiell für den Sportler. Die anstauende Wärme, die beim Schwitzen durch den Körper produziert wird, kann so gut ausgeglichen werden. So wird «garantiert», dass es unter der Kleidung nicht zu warm wird. Durch die Isolation wird ausserdem bewirkt, dass der Sportler unter der Kleidung nicht auskühlt, was schnell zu Erkrankungen führen kann. Daher ist eine gute Wärmeisolation bei Funktionskleidung ebenfalls absolut wichtig.

Bei der Auswahl und dem Kauf von Sportkleidung sollte also immer auf diese Merkmale geachtet werden. Geeignete Materialien für einen guten Wärmehaushalt sind Polyester und Merinowolle. Ebenfalls erwähnenswert ist Neopren. Dieses ist jedoch nicht auf den Abtransport von Wärme ausgelegt, sondern soll diese im Körper halten, was gerade bei Wassersportarten von besonderer Bedeutung ist.

  • Feuchtigkeitstransport

Der beim Sport zustande kommende Schweiss sollte von dem Stoff auf jeden Fall weggeleitet werden. Je nach Material der Kleidung wird der Schweiss besser oder schlechter nach Aussen gegeben. Natürliche Fasern, wie z.B. Baumwolle, speichern die Feuchtigkeit und verlangsamen die Verdunstung. Bei schweisstreibenden Aktivitäten sollte der Sportler daher lieber auf einen höheren Teil synthetischer Fasern achten, um den Evaporationsprozess zu verstärken.

Warum aber ist es so wichtig, dass die Feuchtigkeit unter der Kleidung herauskann? Ganz einfach: Wenn beim Sport Kleidung getragen wird, die die Feuchtigkeit nur aufnimmt und nicht abtransportieren kann, entstehen auf der Haut während des Schwitzens Bakterien. Diese Bakterien verursachen nicht nur den typischen Schweissgeruch sondern sorgen auch dafür, dass die Poren der Haut verstopfen. Das kann unangenehmes Jucken, sowie Pickel verursachen. Daher ist der ideale Feuchtigkeitsabtransport durch Atmungsaktivität der Kleidung von hoher Bedeutung.

  • Hohe Belastbarkeit und Leichtigkeit

Sportbekleidung sollte aus einigen Gründen ein geringes Gewicht haben. Das spielt dann eine Rolle, wenn es sich um den Laufsport aber auch um den Wassersport handelt. Wer in seiner Freizeit läuft wird da nicht so einen hohen Anspruch haben wie professionelle und Wettkampf-Läufer. Denn gerade in diesem Bereich ist eine besondere Leichtigkeit enorm wichtig. Denn umso leichter die Kleidung ist, umso weniger muss der Sportler an Gewicht mit sich «tragen». Bei Zeitmessungen ist das absolut von Vorteil wenn die Kleidung ein geringes Gewicht aufweist. Generell gilt, dass Synthetikmaterialien wie Polyester immer etwas leichter sind, als ihre «natürlichen» Alternativen.

Die Belastbarkeit spielt bei der Wahl der Kleidung ebenfalls eine bedeutende Rolle. Elasthan und Polyamid sorgen für Anpassungsfähigkeit und Robustheit. Auch bei Wassersportlern sollten die Badeanzüge oder die Tauchanzüge sehr strapazierfähig sein und sich eng an den Körper schmiegen und bei Bewegungen des Körpers nachgeben bzw. mitgehen. Diese Funktion erfüllt das Material Neopren.

    • Wind- und wasserdicht

Wind- und Wasserdichtigkeit ist besonders bei lang andauernden Outdoor-Aktivitäten von besonderer Bedeutung. Da nicht immer hohe Temperaturen herrschen und nicht jede Sportart im trockenen ausgeführt werden kann, empfiehlt es sich auch darauf zu achten. Aber nicht nur bei der Bekleidung für Sport ist diese Eigenschaft gerne gesehen. Auch Alltagskleidung ist heute oft mit diesem Merkmal ausgestattet. Dies wird möglich durch spezielle Eigenschaften der Stoffe, die bei der Produktion verwendet werden. Durch die Zugabe von Membranen wird das Eindringen durch Wind und Wasser verhindert. Somit bleibt die Kleidung unter einer Regenjacke trocken und sorgt für ein angenehmes Gefühl beim Träger.

(Foto: Fotolia.de © vitaliymateha #127079030)

 

 

 

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