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Hinwiler fahren in Barcelona

Sauber und das Quarantäne-Dilemma

Eigentlich müssen die Sauber-Mitarbeiter nach dem GP von Spanien am Wochenende in Quarantäne. Temmanager Beat Zehnder probiert nun mit den Kantonen Lösungen zu finden.

Florian
Bolli
Donnerstag, 13. August 2020, 10:27 Uhr Hinwiler fahren in Barcelona
Temmanager mit Maske: Beat Zehnder in Ungarn.
Foto: Sauber Motorsport

Die Formel 1 fährt an diesem Wochenende in Barcelona – und das ist für das von der Hinwiler Sauber Motorsport AG betriebene Team Alfa Romeo problematisch. Seit Spanien auf der Quarantäne-Liste des Bundes figuriert, ist der Rennstall in der Bredouille.

Für zehn Tage muss das Team nach der Rückkehr in die Schweiz in Quarantäne. Die Zeitspanne zwischen dem Rennen in Spanien und dem ersten freien Training zum GP von Belgien beträgt elf Tage. «Das ist für uns brutal», sagt Teammanager Beat Zehnder im «Blick».

Briten haben Ausnahmeregelung

Denn während die sieben englischen Teams mit den britischen Behörden eine Ausnahmeregelung aushandeln konnten, muss der Illnauer mit kantonalen Ämtern verhandeln. Aus acht verschiedenen Kantonen kommen die betroffenen Sauber-Mitarbeiter. «Mit unserem föderalistischen System wünscht man sich eine einheitliche Lage», sagt Zehnder.

Einige Kantone seien zuvorkommend, andere weniger. Mit dem Kanton Zürich habe er eine Regelung gefunden. «Diese Mitarbeiter dürfen zum Arbeiten ins Werk kommen, müssen dann aber sofort wieder nach Hause, ohne Stopp in einem Geschäft oder so.»

«Wir machen in Hotels sogar die Betten selber, um nicht mit dem Personal in Kontakt zu kommen.»
Beat Zehnder

Die Formel 1 hatte als erste internationale Sportart im Juli den Betrieb wieder aufgenommen, dies mit strengem Schutzkonzept und engmaschigen Corona-Tests. Jedes Team bewegt sich in der eigenen Blase und minimiert den Kontakt nach aussen. Wer keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf nicht an die Rennstrecke.

Zehnder sagt, er sei bisher 14 Mal getestet worden – stets negativ, wie alle im Team. Er sagt: «Wir machen in Hotels sogar die Betten selber, um nicht mit dem Personal in Kontakt zu kommen.»

Bisher 24000 Tests

Bis letzte Woche wurden gut 24000 Tests durchgeführt. Vier davon fielen positiv aus: Zwei gehen auf das Konto von Ex-Sauber-Pilot Sergio Pérez; der Mexikaner wurde in beiden Silverstone-Rennen von Nico Hülkenberg vertreten. In Barcelona wurde er nun negativ getestet und darf wieder fahren. Zudem wurden in Ungarn zwei Personen positiv getestet, die keine Berührungspunkte mit Teams oder Fahrern hatten.

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