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Grütner trennt sich von Team

Krummenacher schmeisst hin

Randy Krummenacher, Supersport-Weltmeister aus dem Grüt, trennt sich von seinem Team MV Agusta. Die Gründe bleiben im Dunkeln – das Team ist irritiert.

Florian
Bolli
Freitag, 10. Juli 2020, 20:59 Uhr Grütner trennt sich von Team
Da war die Welt noch in Ordnung: Randy Krummenacher posiert in Australien als MV-Agusta-Pilot.
Foto: PD

Paukenschlag drei Wochen vor dem Restart der Supersport-­Saison: Randy Krummenacher, der seinen WM-Titel hatte verteidigen wollen, kündigt seinen Vertrag mit MV ­Agusta. Dies gab der Oberländer aus dem Grüt am Freitagnachmittag in einem Communiqué bekannt. Was konkret zur Trennung führte und wie Krummen­acher seine Zukunft sieht, bleibt vorerst offen.

Die Kündigung erfolge «aufgrund schwerwiegender Versäumnisse des Unternehmens», die sich negativ auf Krummen­achers Leistung, seine Professionalität, seinen Ruf sowie auf ­seine persönliche Sicherheit auswirken würden, heisst es in der Mitteilung. Krummenacher habe zudem eine formelle Beschwerde an das Unternehmen geschickt und «die für die Überwachung technischer Unregelmässigkeiten zuständige Stelle» informiert.

Das Team reagierte seinerseits am Freitagabend mit einer Medienmitteilung. Man habe «die einseitige Mitteilung von Herrn Krummenacher mit Erstaunen zur Kenntnis genommen». Die Anschuldigungen seien unbegründet und man habe die Anwälte damit beauftragt, das Image und den Ruf zu schützen, die durch Krummenachers Aktion «schwer beeinträchtigt» worden seien.

«Ich sehe mich mit einer Entscheidung konfrontiert, die ich nie habe treffen wollen.»
Randy Krummenacher

Konkreteres zu den Gründen wurde nicht bekannt. Krummenacher war am Freitag für Züriost nicht erreichbar. «Es ist keine angenehme Situation und ich sehe mich mit einer Entscheidung konfrontiert, die ich nie habe treffen wollen», wird der 30-Jährige im Communiqué zitiert.

Er habe dies tun müssen, um «meine Integrität in moralischer und beruflicher Hinsicht sowie meine Sicherheit zu wahren.» Er sei in seiner Karriere immer «den Weg der Fairness» gegangen und habe sich jeder Situation «mit ganzer Kraft gestellt». Weitere Stellungnahmen würden «in Kürze» folgen.

Keine Indizien für Missstände

Krummenacher hatte in der letzten Saison den Titel in der Supersport-WM mit dem Team Evan Bros geholt. Der Wechsel zu MV Agusta war für den Oberländer eigentlich ein Schritt vorwärts gewesen, erstmals in seiner Karriere hatte er sich einen Startplatz nicht erkaufen müssen. Beim Privatteam des Schweizer Teamchefs Andrea Quadranti, das Werkunterstützung des italienischen Motorradherstellers MV Agusta geniesst, hätte er leistungsabhängige Bonuszahlungen erhalten.

Lediglich ein Rennen bestritt Krummenacher mit MV Agusta. Beim Saisonstart in Australien Anfang März missriet ihm der Start, danach riskierte er viel und stürzte bereits in der ersten Runde.

Indizien, dass es zwischen Krummenacher und seinem Team nicht zum Besten steht, gab es in letzter Zeit für Aussenstehende keine. Zwar testete der Oberländer im Juni eine Superbike-Ducati, das war aber mit MV Agusta abgesprochen – und noch nach diesem Test sagte er, er wolle in der Supersport-WM mit MV Agusta dominant sein.

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