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Der dreihundertfache Kimi

Räikkönens Jubiläum

Der dreihundertfache Kimi

Kimi Räikkönen feiert in Monaco am Wochenende seinen 300. Formel-1-GP. Dem Finnen ist das herzlich egal.

Florian
Bolli
Mittwoch, 22. Mai 2019, 19:02 Uhr Räikkönens Jubiläum
Kimi Räikkönen steht vor seinem 300. GP-Wochenende.
PD

Es ist ein besonderes Jubiläum: In Monaco nimmt Kimi Räikkönen sein 300. GP-Wochenende in Angriff. Der Finne steigt damit in einen exklusiven Kreis von nur fünf Fahrern auf – und ist von den aktuellen Piloten weitaus der Erfahrenste. Unter den zehn Fahrern mit den meisten Rennen ist mit Lewis Hamilton nur ein weiterer derzeit noch aktiver Pilot – der Weltmeister steht in Monaco zum 235. Mal am Start.

Puristen mögen nun anmerken, die Feierlichkeiten kämen zu früh, Räikkönen habe erst 297 Rennen auf dem Buckel. Falsch ist das nicht. Zweimal startete der Finne nicht – 2005 in Indianapolis, als sämtliche Teams mit Michelin-Reifen das Rennen boykottierten, und 2017 in Malaysia, als sein Ferrari noch vor dem Rennen den Geist aufgab. Teilgenommen an Trainings und Qualifying hatte er aber an beiden Orten.

Die Zahlen sind ihm egal

Räikkönen dürfte der Zeitpunkt des Jubiläums herzlich egal sein. Zahlen, Statistiken – dem Finnen sagen solche Dinge wenig. «Alle reden über mein 300. Rennen, aber mich interessiert unsere Leistung mehr» – so wird er im Vorschautext des Hinwiler Alfa-Romeo-Teams zitiert.

Und er sagt da noch mehr, auf seine eigene Weise. Ein spezielles Helmdesign? Nein, denn der Helm erfüllt nur einen Zweck: «Er schützt meinen Kopf.» Räikkönen und die wenigen, aber markigen Worte, dafür kennt man ihn: «Lasst mich in Ruhe, ich weiss was ich tue» – das sagte er einst zu seinem Renningenieur über Funk. T-Shirts und Tassen wurden später mit diesen Worten bedruckt.

Räikkönen ist längst eine Kultfigur. Noch immer haftet ihm das Image des wortkargen «Iceman» an – den Übernamen erhielt er von McLaren-Chef Ron Dennis. Doch eigentlich ist er das gar nicht mehr. Bisweilen wirkt er grad redselig, und unterdessen ist er gar der «Family-Man», der schon mal mit Frau und Kindern in der Boxengasse auftaucht.

Zwei Rekorde in Griffweite

«Dass er einst mit Kindern «bäbele» würde, konnte ich mir nicht vorstellen», sagte Peter Sauber kürzlich im Interview – er war es, der Räikkönen 2001 überhaupt in die Formel 1 brachte. 18 Jahre später ist Räikkönen wieder für den Hinwiler Rennstall unterwegs. 21 Siege, 103 Podestplätze und den Weltmeistertitel 2007 hat er in der Zwischenzeit gesammelt.

Bis Ende nächster Saison läuft sein Vertrag mit Alfa Romeo. Siege dürften in dieser Zeitspanne kaum weitere hinzukommen. Aber womöglich bricht der im Oktober 40 Jahre alt werdende Räikkönen noch zwei Rekorde: Rubens Barrichellos 326 Rennteilnahmen sind – im Normalfall – nur eine Frage der Zeit. Und auf Michael Schumachers 221 Rennen in den Punkterängen fehlen dem Finnen nur noch 13 Plätze in den Top Ten.

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