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Rettete der umstrittene Schutzbügel sein Leben?

Schockerlebnis für Sauber-Pilot

Rettete der umstrittene Schutzbügel sein Leben?

Zum Glück muss man sich die Frage nicht stellen, wie der Unfall nach dem Start zum Rennen in Belgien ohne Cockpit-Schutz ausgegangen wäre. Sauber-Fahrer Charles Leclerc kam mit dem Schrecken davon.

Redaktion
Züriost
Montag, 27. August 2018, 11:28 Uhr Schockerlebnis für Sauber-Pilot

Der Cockpit-Schutz Halo polarisiert in der Formel 1. Der anfangs Saison eingeführte Titanbügel im Sichtfeld der Piloten gilt als unbeliebt. Dabei soll er bei Unfällen die Überlebenschance der Fahrer um 17 Prozent steigern, so eine Studie des Automobil-Dachverbands FIA. Grosse Teile oder Reifen würden aufgehalten.

Während des GP von Belgien bestand der Sichtschutz nun die erste Bewährungsprobe. Gleich nach dem Start fuhr Nico Hülkenberg im Renault ins Heck des McLaren mit Fernando Alonso. Der Spanier seinerseits hob nach einer halben Drehung ab und flog über das Sauber-Auto mit Charles Leclerc hinweg.

Zum grossen Glück entstanden lediglich Schäden am Hinwiler Boliden. Leclerc kam mit dem Schrecken davon. «Der Halo hat wohl geholfen», sagte er gegenüber dem Schweizer Fernsehen nach dem Rennen. «Er wurde sehr hart getroffen, ist stark beschädigt, ich war bei diesem Crash ansonsten völlig hilflos.»  Alonso, der wie Leclerc sein Rennen beenden musste, stellte ebenfalls fest, dass der Halo zu funktionieren scheint.

Die Diskussionen um den Nutzen des Cockpit-Schutzes sollten nach dieser Kollision beendet sein. Der zurückgetretene Ex-Weltmeister Nico Rosberg twitterte, dass man dem Automobil-Weltverband danken solle. «Der Halo wird Leben retten!»

Verlässt Leclerc Sauber?

Auch wenn Leclercs Teamkollege Marcus Ericsson dem Team als Zehnter einen Punkt sicherte, sorgte das Team Alfa Romeo Sauber aus sportlicher Sicht nicht fürs grosse Aufsehen in Belgien. Dafür steht der Rennstall weiterhin abseits der Piste im Fokus. Solange Ferrari den Teamkollegen von Sebastian Vettel fürs nächste Jahr nicht bestimmt hat, sind auch den Verantwortlichen in Hinwil die Hände gebunden. Selbst wenn Kimi Räikkönen für ein weiteres Jahr in Maranello engagiert wird, ist der Verbleib von Leclerc bei Alfa Romeo Sauber nicht gesichert.

Der Rookie wird mittlerweile auch mit dem Team Haas in Verbindung gebracht. Sollte die Rochade, die zumindest für Aussenstehende wenig Sinn machen würde, vorgenommen werden, dürfte erneut Antonio Giovinazzi als potenzieller Nachfolger Leclercs in Frage kommen. Der Italiener entstammt wie Leclerc dem Nachwuchsprogramm der Scuderia.

Eine weitere Option könnte Esteban Ocon sein. Spätestens in der kommenden Saison wird für den talentierten Franzosen bei der Equipe Racing Point Force India nach dem Besitzerwechsel kein Platz mehr sein. (sda)

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