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Fussball 2. Liga

Ein Nationalspieler für den FC Greifensee

Zweitligist Greifensee ist mit dem Zuzug von Yves Oehri die bemerkenswerteste Winterverpflichtung gelungen. Der Verteidiger lief in seiner Karriere 53-mal in Länderspielen für Liechtenstein auf.

David
Schweizer
Mittwoch, 17. März 2021, 10:04 Uhr Fussball 2. Liga
Greifensee-Neuverpflichtung Yves Oehri, hier noch als Bassersdorfer in einem Spiel gegen Gossau.
Archivfoto: David Kündig

Almen Abdi in den Niederungen des Regionalfussballs? Das Gerücht um ein mögliches Comeback des Ex-Profis aus Dübendorf machte tatsächlich in der Winterpause die Runde.

Beim Zweitligisten Oerlikon/Polizei spielen einige alte Weggefährten aus früheren FCZ-Zeiten – ausserdem war Abdi mehrfach Stargast in den Sommercamps der Fussball-Schule des Stadtzürcher Klubs.

An Berührungspunkten fehlte es also nicht. Und dennoch: Die Zweitligisten aus der Region werden Abdi in diesem Frühling nicht auf dem Feld gegenüberstehen. Auf die Frage, woran der Transfer denn gescheitert sei, kommt bei Oerlikon/Polizei eine Antwort mit einem Augenzwinkern: «Am Medizin-Check.»

Abdi war in seiner Karriere irgendwie auch ein Unvollendeter. Frühe Erfolge mit seinem Jugendklub FC Zürich, später der Aufstieg mit Watford in die Premier League. Am Ende aber der stille Abschied bei Sheffield Wednesday im Juli 2019. Für die Schweiz bestritt er trotz unbestritten besonderen Fähigkeiten nur sechs Länderspiele.

Gegen die ganz Grossen

In dieser Beziehung sogar etwas mehr zu bieten hat ein anderer Nationalspieler. 53-mal lief nämlich Yves Oehri, die Winterverpflichtung des FC Greifensee, für sein Heimatland auf. Zwar nur für das vergleichsweise kleine Liechtenstein. Und doch traf er natürlich bei seinen Einsätzen in den WM- und EM-Qualifikationspartien auch auf einige ganz grosse Namen des Weltfussballs.

Für den FCG ist Oehri – er ist einer unter vier Neuen – ein bemerkenswerter Zuzug. Einerseits sind viele personelle Wechsel in Greifensee ohnehin eher die Ausnahme, zum anderen zieht es bekannte Namen aus dem Regionalfussball meist eher in Richtung Dübendorf oder Uster.

Eine Rolle bei Oehris Verpflichtung dürfte hierbei FCG-Routinier Simon Schaich gespielt haben, mit dem er bereits beim FC Bassersdorf zusammen gespielt hatte. Den Interregio-Klub hatte der Verteidiger bereits im letzten Sommer aufgrund einer schulischen Auszeit verlassen.

In seiner Karriere stand der einstige Winterthur-Junior Oehri beim FC St. Gallen und beim FC Vaduz bis 2013 als Profi unter Vertrag. Dabei kam er im «Ländle» auf Stufe Challenge League zu immerhin 36 Einsätzen. Über den Promotion-League-Klub YF Juventus fand er schliesslich 2017 nach Bassersdorf.

Bei Greifensee ist die Präsenz von Oehri bereits spürbar. «Gerade für die Jungen ist Yves ein Orientierungspunkt», sagt FCG-Sportchef Rolf Imhof. «Ich habe noch nie mit so einem technisch starken Spieler zusammen trainiert», ist stellvertretend nur eine Rückmeldung, die er von den Spielern erhielt. Vor allem hat Imhof aber in den Gesprächen schnell denn Eindruck gewonnen, dass der 34-Jährige wieder «richtig Bock auf Fussball» hat und eine tragende Rolle beim Zweitligisten einnehmen möchte.

Wetzikon holt sich Routine

Bei den restlichen Klubs hielt sich der Aktionismus bis zum Transferschluss von Ende Februar in Grenzen. Zum FC Uster ist zumindest Eldin Salkic nach Erstliga-Intermezzos bei Red Star und Höngg zurückgekehrt. Derweil verlor Dübendorf seinen Abwehrchef Alis Murati. Der 36-Jährige hat bei YF Juventus den Posten des Assistenztrainers angenommen.

Und beim abstiegsgefährdeten Wetzikon holte sich der neue Trainer Roman Marostica etwas Erfahrung in das weitgehend junge Team.

Erwartungen schürt insbesondere der frühere Rapperswiler Mario Budimir, der bis vor einem Jahr noch beim Erstligisten Linth 04 spielte. Seither war der 26-Jährige allerdings ohne Verein. Ebenso lange inaktiv ist Rigain Kipoy (31), der zuletzt für den Zuger Drittligisten Hünenberg lizenziert war. Marostica kennt den Verteidiger aus seiner erfolgreichen Ära als Trainer des FC Gossau. Kipoy war in der Saison 2014/2015 für die damals noch in der 2. Liga interregional spielenden Oberländer aufgelaufen.

Ruhig verlief die Winterpause beim einzigen Interregio-Klub Rüti. Aussergewöhnlich ist allerdings der Abgang von Edis Smajovic. Der 21-Jährige unterschrieb beim mazedonischen Erstligisten Pelister Bitola einen Vertrag bis zum Sommer.

2. Liga interregional. Rüti. Zuzüge: keine. – Abgänge: Edis Smajovic (Pelister Bitola/MKD), Riad Rama, Remo Krapf (beide Pause).
2. Liga. Brüttisellen-Dietlikon. Zuzüge: Lavdim Murati (Dübendorf 2), Loris Kqiku, Dukagjin Kameri (beide Kosova 2). – Abgänge: Salangan Theivendran (Auslandaufenthalt).
Dübendorf. Zuzüge: Dino Brembilla (Wallisellen), Joao Pereira Almeida (2. Mannschaft), Michael Kletschke (Firmenfussball). – Abgänge: Alis Murati (Assistenztrainer YF Juventus).
Effretikon. Zuzüge: Riccardo Aversa (Fehraltorf), Laszlo Meszaros (Altstetten). – Abgänge: Egzon Rustemi (Eisenbahner), Fahrudin Adilovic (Pause), Fidan Surlici (Phönix Seen).
Gossau. Zuzüge: keine. – Abgänge: Sandro Meier (Wald), Geronimo Casutt (Hinwil), Lukas Müller (Oetwil-Geroldswil).
Greifensee. Zuzüge: Yves Oehri, Antonino Montalbano (beide Bassersdorf), Levin Brunner (Pfäffikon 2), Fabio Cattori (Tenero-Contra). – Abgänge: Philip Laue (Senioren).
Uster. Zuzüge: Emir Salkic (Höngg). – Abgänge: keine.
Wetzikon. Zuzüge. Rigain Kipoy, Mario Budimir (beide Pause), Georg Arpagaus (2. Mannschaft). – Abgänge: keine.

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