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Zuerst ein Horrorfilm, dann der Aufstiegsjubel

Effretikon zurück in 2. Liga

Zuerst ein Horrorfilm, dann der Aufstiegsjubel

Der FC Effretikon siegt gegen Kloten nach einem 1:4-Rückstand noch 9:5 und steigt in die 2. Liga auf.

David
Schweizer
Montag, 03. Juni 2019, 18:27 Uhr Effretikon zurück in 2. Liga
Jubel bei Effretikons Spielern: Der FCE kehrt nach dem spektakulären 9:5-Sieg gegen Kloten in die 2. Liga zurück.
Foto: Robert Pfiffner

Alles war bereit für eine Aufstiegsfeier auf dem Eselriet. Neun der zehn Rückrundenpartien hatte der FC Effretikon in der Drittliga-Gruppe 4 für sich entschieden. Einzig gegen den härtesten Widersacher Bülach musste sich der FCE mit einem Remis begnügen.

Was sollte also da schon gegen das bescheidende Kloten schiefgehen? Doch dann erlebten die Effretiker einen eigentlichen Kaltstart – und lagen nach 39 Minuten 1:4 zurück. «Ich fühlte mich wie in einem Horror-Film», sagt FCE-Trainer Flakon Halimi.

Die verrückte Wende

Würde der bis anhin so souverän auftretende Leader der Drittliga-Gruppe 4 also tatsächlich noch Nerven zeigen? Nein – 9:5 endete das Duell am Ende spektakulär. Die Effretiker kehren damit nach fünf Jahren wieder in die 2. Liga zurück. Doch wie war diese verrückte Wende überhaupt möglich? «Ich appellierte an die Ehre und den Stolz», sagt Halimi.

Offenbar fruchteten die Worte seiner Pausenansprache. Innert weniger Minuten machten die Gastgeber in der zweiten Hälfte aus einem 2:4 ein 5:4. Der Widerstand der Klotener war nun gebrochen und der FCE setzte zur grossen Kür an. «Wir traten mit Wut im Bauch auf. Und der Gegner war nach einer Stunde platt», konstatiert Halimi.

Reifer und erwachsener

Seit April 2017 ist der 36-Jährige nun mit Urs Rhyner am Ruder. Noch in der letzten Saison reichte es den Effretikern nur zum fünften Rang. «Wir hatten schon da sehr gute Auftritte. Doch mittlerweile sind die Spieler reifer und erwachsener geworden», begründet Halimi die dazu gewonnne Konstanz.

«Bei uns kommt auch im Verlauf des Spiels noch Qualität von der Bank.»
Flakon Halimi, Trainer FC Effretikon

Doch während in der Winterpause noch die Hälfte aller Teams in der Gruppe Aufstiegsträume hegen konnten, kristallisierte sich im Frühling schnell der FCE als erster Kandidat heraus.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Kader durch einige Interregio-erfahrene Zuzüge noch mehr Tiefe erhielt. «Wir blieben von Verletzungen weitgehend verschont. Und bei uns kommt auch im Verlauf des Spiels noch Qualität von der Bank», sagt Halimi nicht ohne Stolz. Es wurde ihm auch schon von Trainerkollegen bestätigt.

Eigengewächse als beste Skorer

Unterstrichen werden die Worte auch in der Statistik. Die 73 erzielten Tore sind der mit Abstand beste Wert der Gruppe. 30 davon gehen alleine auf das Konto von Adrian Fahrni (16) und Romario Giger (14) – zweier Effretiker Eigengewächse.

Trainer Halimi ist überzeugt davon, dass seine Spieler gerüstet sind für den neuen Anlauf in der 2. Liga. Und dennoch will er das Team weiter verstärken. Insgesamt vier bestandene Zweitliga-Spieler aus der Region sollen zum FCE wechseln.

Fällanden - Zürich-Affoltern 3:4
Fällanden muss in der Gruppe 3 nach dem 3:4 gegen ZH-Affoltern um den Klassenerhalt bangen. Zwar gelang den Glattalern in Überzahl agierend in der
88. Minute der Ausgleich, die Stadtzürcher konnten aber in der Nachspielzeit nochmals reagieren. Moella traf, wodurch die Gäste die Leaderposition übernahmen.

Dübendorf 2 - Pfäffikon 2 4:4
Pfäffikon 2 zeigte beim 4:4 in Dübendorf viel Moral. Früh in Rückstand liegend, verloren die Oberländer ihren Goalie Yanick Gruber nach einem Händevergehen ausserhalb des Strafraums (40.). Später korrigierte der FCD 2 ein 1:2 in ein 4:2. Nur, dies sollte nicht reichen: Dell Anna und Stucky trafen noch für die Pfäffiker.

Oerlikon/Polizei 2 - Wetzikon 2 2:3
Die Wetziker Reserven unterstrichen mit dem 3:2 über Oerlikon/Polizei die gute Saisonbilanz. Derweil steht der Verlierer als erster Absteiger der Gruppe fest.

Niederweningen - Volketswil 2:2
In der Gruppe 4 musste sich Volketswil in Niederweningen mit einem Remis begnügen. Besonders bitter: Das 2:2 fiel in der 91. Minute.

Weisslingen - Mönchaltorf 0:1
Mönchaltorf kann mit dem 1:0 über Weisslingen den Ligaerhalt in der Gruppe 6 aus eigener Kraft schaffen. Dafür braucht der FCM im letzten Spiel gegen Meilen einen Sieg – und ein diszipliniertes Auftreten, damit es nicht noch unnötige Strafpunkte hagelt.

Wetzikon - Herrliberg 4:1
Trotz des feststehenden Aufstiegs tritt Wetzikon weiter konzentriert auf. Beim 4:1 über Herrliberg gab zudem der Langzeitverletzte Vincenzo Piccinni ein Comeback.

Rüti 2 - Zollikon 2:2
Mit einem Doppelpack zum 2:1 brachte Adel Sabotic die Rütner Reserven gegen Zollikon auf Kurs (39./42.). Dagegen hatte Spalinger etwas einzuwenden. Der Zolliker Joker traf zum 2:2 (82.).

Küsnacht - Fehraltorf 2:2
Fehraltorf verspielte gegen Küsnacht ein 2:0. Dem Seeklub droht nun aber trotz dem Remis der zweite Abstieg in Folge. (zo)

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