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Entscheidung innert dreier Minuten

Greifensee schlägt Gossau deutlich

Entscheidung innert dreier Minuten

Der FC Greifensee bezwang den FC Gossau diskussionslos 4:1. Das Zweitliga-Duell war schon zur Pause entschieden.

Daniel
Hess
Sonntag, 14. April 2019, 15:42 Uhr Greifensee schlägt Gossau deutlich
Torjubel für den FC Greifensee: Der Zweitligist setzte sich im Derby gegen Gossau klar 4:1 durch.
Foto: Christian Merz

Unterschiedlicher hätten die Gemütslagen nach dem Spiel bei den Beteiligten kaum sein können. Hier der sichtlich erleichterte Greifensee-Coach Bruno Schyrr, dessen Team ungefährdet 4:1 gewonnen und erstmals in der Rückrunde voll gepunktet hatte. Für den es «aber auch Zeit geworden» war, nachdem die Greifenseer zuvor seit seinem Amtsantritt in der Winterpause in vier Spielen lediglich zwei Punkte erobert hatten.

«Wir können die guten Trainingsleistungen einfach nicht umsetzen, es ist brutal bitter.»
Gossau-Trainer Antonio Limata

Da die beiden restlos bedienten Gossauer Trainer Antonio Limata und Andreas Häsler, die auch Minuten nach dem Ende der Partie noch gemeinsam ihre Wunden leckten. «Wir können die guten Trainingsleistungen einfach nicht umsetzen, es ist brutal bitter», sagte Limata, dessen Team immer tiefer in den Abstiegsstrudel gerät und nur noch dank der tieferen Anzahl Strafpunkte über dem Strich platziert ist.

Eigentor des Jahres

Es war aber auch alles für den FC Greifensee gelaufen an diesem empfindlich kühlen Abend. Schon nach fünf Minuten profitierte er von einem Lapsus der kuriosen Art, als der Gossauer Innenverteidiger Oliver Meyer einen weiten Ball bei seinem Abwehrversuch per Kopf derart unglücklich verlängerte, dass dieser aus 25 Metern in hohem Bogen über Patrick Ege ins Tor flog – eine unwillkommene Bescherung zum Comeback für den Keeper, der nach monatelanger Verletzungspause ins Tor der Gäste zurückgekehrt war.

Zu spüren waren danach aber weder ein Schock bei den Gossauer noch ein merklich gesteigertes Selbstvertrauen bei den Greifenseern, die nach drei torlosen Spielen ziemlich verunsichert in die Partie gestiegen waren. Die beiden Teams begegneten sich auf Augenhöhe und enttäuschten weder kämpferisch noch läuferisch. Mit spielerischem Glanz und Gloria hingegen vermochten die beiden FCGs aus der Region nicht aufzuwarten. Mit Gehänge und Gewürge aber schon.

Drei Minuten im Tiefschlaf

Urplötzlich jedoch bot sich den schnellen Angreifern der Greifenseer etwas Platz, den sie gnadenlos nutzten. Der auf der linken Seite lancierte Elia Jenni spielte in die Mitte und Severin Burkart erhöhte mühelos auf 2:0.

Und dann kam es knüppeldick für die paralysierten Gäste: Keine zwei Minuten später schlug Dino De Bon einen Corner, den der aufgerückte Verteidigers Philip Laue sehenswert per Kopf verwandelte. Und kaum hatten sie wieder angespielt, kassierten die unsortierten Gossauer den vierten Treffer; der eingewechselte Patrick Schmid erzielte ihn nach einer weiteren Vorlage von links, diesmal von Burkart.

In genau dreieinhalb Minuten hatten die Greifenseer den Gegner in seine Einzelteile zerlegt und das Spiel entschieden. Für das Heimteam war dies in einer bis dahin völlig ausgeglichenen Begegnung ein gar reicher Lohn, den deren Trainer Schyrr auch als ausgleichende Gerechtigkeit empfand für die ansprechenden Leistungen in den letzten Spielen, die nur unzureichend entschädigt worden waren.

Und für die Gäste laut ihrem Coach Limata die Strafe für einen «zu wenig emotionalen Auftritt, bei dem wir die einfachen Dinge nicht richtig gemacht haben».

Wenigstens Charakter gezeigt

Danach taten die Greifenseer, was bei einer Viertore-Führung getan werden muss: Sie beschränkten sich auf des Verwalten ihres haushohen Vorsprungs und traten offensiv lange Zeit nicht mehr in Erscheinung. Die Gossauer, in deren Kabine es laut den Trainern «erstmals überhaupt richtig laut» gewesen war, rafften sich auf und verdienten sich in ihrem Arbeitszeugnis zumindest den Eintrag «stets bemüht».

Sie erspielten sich auch Chancen, welche die eingewechselten Mario Limata und Riley Christen sowie der für einmal äusserst blasse Goalgetter Peter Niffeler aber nicht zu verwerten wussten.

Erst zehn Minuten vor Schluss gelang Limata mit einem gekonnten Freistoss-Aufsetzer das Ehrentor. Was aber nichts daran änderte, dass der Tag für die Gossauer ein gebrauchter war.  

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