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Uster bestraft Rütis Passivität

Kein Sieger im Interregio-Derby

Uster bestraft Rütis Passivität

Der FC Uster und der FC Rüti trennten sich in einer zumindest phasenweise unterhaltsamen Interregio-Partie 2:2. Der Ausgleich für den FCU fiel spät, war aber nicht unverdient.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 31. März 2019, 19:28 Uhr Kein Sieger im Interregio-Derby

Zehn Minuten vor Schluss deutete wenig auf den ersten Punktgewinn des FC Uster im neuen Jahr hin. Zu selten waren seine Offensivaktionen geworden, zu abgeklärt schienen die Rütner, die sich zuletzt in der Defensive stabil gezeigt hatten. Weil es die favorisierten Gäste aber verpasst hatten, sich ein dickeres Polster als einen Eintore-Vorsprung zu verschaffen, durften die Ustermer im Interregio-Derby bis zuletzt an ein Erfolgserlebnis glauben. Genau dies taten sie auch und wurden in der 86. Minute dafür belohnt, als der Ball irgendwie zum kurz zuvor eingewechselten Roman Sigrist gelangte, der cool zum 2:2-Schlussresultat einschoss.

Digenti lobt Ustermer Strafraumpräsenz

FCU-Coach Fabio Digenti, der insbesondere die im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Partien «höhere Präsenz im gegnerischen Strafraum» lobte, konnte mit dem Ergebnis selbstredend gut leben. Rüti habe zwar die feinere Klinge geführt, doch sein Team habe dies mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung wettgemacht, so Digenti. «Das Unentschieden geht deshalb in Ordnung.»

 

 

Der Kommentar zum Spiel von Uster-Trainer Fabio Digenti. (Video: Daniel Hess)

Als ungerecht empfand auch Shaip Krasniqi das Remis nicht, auch wenn er sich mit dem Resultat nicht nur aufgrund des späten Gegentreffers schwerer tat. Der Rüti-Trainer bedauerte, dass seine Schützlinge ihre stärkste Druckperiode zu Beginn des zweiten Abschnitts in lediglich einen Treffer hatten ummünzen können. «Da hätten wir den Sack gleich zumachen müssen», sagte Krasniqi.

Das sagt Rüti-Trainer Shaip Krasniqi zur Partie. (Video: Daniel Hess)

Ereignisreicher Auftakt

Ähnlich munter wie die Minuten nach der Pause war schon der Auftakt gewesen. Nur dass die Möglichkeiten da noch beidseitig verteilt waren: Erst nahm Usters Captain Dominik Schiendorfer einen Eckball gekonnt aus der Luft, traf aber zu ungenau, so dass FCR-Keeper Stefano Calendo abwehren konnte. Und kurz darauf, nach dem ersten der gefürchteten schnellen Vorstösse der Gäste, verpasste Edis Smajovic das Tor aus kurzer Distanz. Noch in der ersten Viertelstunde fiel der Führungstreffer für Rüti aber doch; Edison Syla versenkte den Ball von der Strafraumgrenze aus via linken Pfosten im Netz.

Uster gleicht aus

Die Begegnung blieb auch danach recht intensiv, was sich nicht nur in einigen harten Zweikämpfen, sondern auch in einem hohen Lärmpegel auf dem Platz äusserte. Der FCU vermochte das Geschehen dabei jederzeit ausgeglichen zu gestalten und nutzte seine zweite Möglichkeit zum Ausgleich, als Dominik Dedic eine Vorlage von Cristian Tiscar über den auf einen Flachschuss spekulierenden Calendo hinweg ins Tor beförderte.

Rüti für Druckphase belohnt...

Die Rütner hätten beinahe umgehend reagieren können, Esmir Rastoder fand jedoch bei seinem Kopfball in Usters Goalie André Schmid seinen Meister. Danach flachte die Partie etwas ab und es passierte wenig, ehe Emir Salkic fast mit dem Pausenpfiff einen Kopfball an die Latte setzte und für einen letzten Aufreger sorgte.

Die Gäste, die trotz früher Führung also froh sein konnten, nicht mit einem Rückstand in die Kabine gehen zu müssen, kehrten deutlich zielstrebiger aus dieser zurück und agierten weit druckvoller als zuvor. Taulant Syla schoss ebenso auf das gegnerische Tor wie Harbin Osmani und nach einem schnell ausgeführten Freistoss verfehlte wiederum der gänzlich freistehende Taulant Syla, der ansonsten gegen die konzentriert zu Werke gehenden Ustermer für einmal nur selten zur Geltung kam, das Ziel eher kläglich. Weil Esmir Rastoder kurz darauf eine Flanke von Edis Smajovic per Kopf im Tor unterbrachte, blieb die Druckphase der Rütner dennoch nicht ohne Folgen für das Heimteam.

...und für das Nachlassen bestraft

Das Tor zum 2:1 war für die Rütner scheinbar aber auch gleichzeitig das Zeichen zum Rückzug. Auch dass sie bei einem Latten-Kopfball von Usters Innenverteidiger Robin Steinmetz abermals Glück in Anspruch nehmen musste, veranlasste sie nicht dazu, auf den wohl vorentscheidenden dritten Treffer zu drängen. Stattdessen ruhte sich der FCR scheinbar auf seiner Mini-Führung aus – bis Sigrist ihn kurz vor Schluss für seine Passivität bestrafte. (Daniel Hess)

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