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Bitter für Amateurteams aus der Region

Der Cup biegt in die letzte Runde ein

David gegen Goliath, Amateure gegen Profis: Diese Duelle gehören für den EHC Dübendorf und Co. bald der Vergangenheit an. Der Schweizer Cup wird abgeschafft.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 19. August 2020, 10:19 Uhr Bitter für Amateurteams aus der Region
Enttäuschung pur für die Dübendorfer – der Cup ist bald Geschichte.
Archivfoto: Christian Merz

Es ist eine Hiobsbotschaft für die besten Amateurteams aus der Region – den EHC Dübendorf aus der MSL sowie Erstligist EHC Wetzikon. Erst 2014 nach langer Pause wieder eingeführt, wird der Schweizer Cup bereits wieder abgeschafft. 

Die Ausgabe 2020/21 wird die letzte Ausgabe des Wettbewerbs sein, der sich bei den Unterklassigen grosser Beliebtheit erfreute, von den National-League-Klubs aber als unnötige Belastung empfunden wurde.

Während sich die Wetziker nur ein einziges Mal durch die Qualifikation in die 1. Hauptrunde vorkämpften, wo sie auf den HC Davos trafen, war der EHCD Stammgast im Wettbewerb. Die Glattaler waren nicht nur jedes einzelne Mal dabei, sie sorgten 2015 auch für die erste Sensation, als sie Rekordmeister Davos 5:4 nach Verlängerung bezwangen. 

Diesen Abend im September 2015 vergisst man beim EHCD nicht mehr. (Quelle: youtube)

Auch später gelangen den Dübendorfern überzeugende Auftritte im Cup. Beispielsweise 2019, als die zwei Ligen tiefer spielenden Glattaler dem HC Ambri-Piotta alles abverlangten und den Tessiner National-League-Klub in die Verlängerung zwangen.

Zumindest ein weiterer Auftritt auf der grossen Bühne bleibt dem EHCD mit Sicherheit. In der von Mitte September auf Anfang Oktober verschobenen Startrunde empfangen die Glattaler die ZSC Lions. 

Danach aber ist Schluss mit Duellen gegen Profiteams, die für die Amateurteams nicht nur sportlich reizvoll waren, sondern für die Klubs auch eine attraktive Einnahmequelle bedeuteten.

«Im Sinne des Schweizer Eishockeys»

Der Verband begründet seinen Entscheid mit dem reich befrachteten Kalender der höchsten Liga und der hohen Belastung der Spieler. Durch die Olympischen Spiele 2022 in Peking hätten sich die Planungsschwierigkeiten weiter akzentuiert, schreibt er. 

«Es ist kein Entscheid gegen den Cup», sagt Patrick Bloch, CEO des Schweizer Verbands. «Vielmehr ist es ein Entscheid im Sinne des Schweizer Eishockeys als Gesamtpaket.»

Immerhin einen Lichtblick gibt es für die Unterklassigen nach der Hiobsbotschaft. Derzeit finden Gespräche darüber statt, in welcher Form der Cup auf Amateurstufe weitergeführt wird.

Die Qualifikationsrunden für den Wettbewerb 2021/22 werden in den drei Regionen Ostschweiz, Zentral- und Westschweiz jedenfalls wie geplant gespielt. (sda/züriost)

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