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Wermatswiler Eishockeyprofi

Wenn das Wunder nur im Training stattfindet

Sven Andrighetto wird nach seinem ersten Vertragsjahr bei Avangard Omsk harsch kritisiert - vom eigenen Präsidenten.

Redaktion
Züriost
Montag, 23. März 2020, 16:48 Uhr Wermatswiler Eishockeyprofi
Sven Andrighetto (rechts) ist einer der Pfeiler des Schweizer Eishockeynationalteams.
Archivfoto: David Kündig

Der Wermatswiler Sven Andrighetto hat im Herbst nach seinem Wechsel zu Avangard Omsk schnell gemerkt: «Das Leben in Russland ist gewöhnungsbedürftig.» Über neun Zeitzonen erstreckt sich die Kontinentale Hockey-Liga (KHL) mit ihren Teams, die vorwiegend aus Russland kommen.

Ausländische Spieler werden mit viel Geld angelockt. Das sorgt für hohe Erwartungen. Und bisweilen grosse Enttäuschungen bei Klub-Bossen.

Das hat nun auch Andrighetto erfahren, der vor der Saison einen lukrativen Zweijahres-Vertrag erhalten hatte. Bei Avangard scheint man mit Schweizer Nationalstürmer nach dessen 13 Toren und 16 Assists in 62 Partien alles andere als zufrieden.

Klubpräsident Maxim Suschinski jedenfalls hat kürzlich in einem auch auf der Klub-Webseite veröffentlichten Interview über den Angreifer losgeledert, wie man das in anderen Ligen in dieser Form nicht kennt.

«Ich weiss nicht, was mit ihm passiert ist»

Er attestiert ihm zwar viel Potenzial, kritisiert aber auch, der Schweizer sei kein Leader gewesen, obwohl er im Training Wunder vollbracht habe. Suschinski ist vom Wermatswiler enttäuscht: «Wir haben nicht den Sven bekommen, den wir bei Weltmeisterschaften gesehen haben, der in der NHL gespielt hat.» 

Vielleicht habe es mit seinem Wechsel nach Russland zu tun gehabt, mutmasst er. «Ein anderes Land, das ist schwierig. Ich weiss nicht, was mit ihm passiert ist.» Andrighettos Spiel habe jedenfalls überhaupt nicht zu ihnen gepasst.

Andrighetto ist derweil nicht der einzige Ausländer, den der Präsident öffentlich angezählt hat. Auch mit dem Kanadier Taylor Beck ist Suschinski nicht zufrieden. Allerdings hat das Duo weiterlaufende Verträge.

Das wiederum muss nichts heissen. Der Präsident verweist auf spezielle Klauseln in den Verträgen. Und sagt: «Deshalb werden wir reden.» Es dürften keine angenehmen Gespräche werden. (ome)

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