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«Ich habe schon immer gerne verteidigt»

Mönchaltorfer Eishockey-Torfrau

«Ich habe schon immer gerne verteidigt»

Eishockey im Sommer: Der «Lunch-Talk» macht es möglich. Zu Gast war Torhüterin Janine Alder – die Mönchaltorferin begeisterte das Publikum mit ihrer natürlichen Art und Eloquenz.

David
Schweizer
Montag, 01. Juli 2019, 18:00 Uhr Mönchaltorfer Eishockey-Torfrau

«Wir haben uns extra ein kühles Thema ausgesucht», sagt Moderator Stefan Nägeli zur Begrüssung. Tatsächlich: Zu Gast im «Lunch-Talk» von Tele Top und den Zürcher Oberland Medien ist mit Janine Alder eine Eishockey-Torfrau – mitten im Sommer bei rund 30 Grad Aussentemperaturen.

«Ich hoffe es kommt gut», sagt die Mönchaltorferin unmittelbar vor der Aufzeichnung. Ihre Nervosität versucht sie gar nicht zu verstecken. Noch nie zuvor war sie in einem solchen Rahmen Red und Antwort gestanden. Doch ihre Bedenken sind unbegründet. Alder bewegt sich gewandt auf der ungewohnten Bühne.

Video: Tele Top

Eine Schulklasse im Publikum

Ein breitgefächertes Publikum hat sich nebst dem interessierten Stammpublikum eingefunden – mit Angehörigen, Kolleginnen, ihrer ersten Eislauf-Lehrerin. Sogar eine Klasse der Kunst- und Sportschule Uster (KuSs) hört ihren Ausführungen gespannt zu. Alder war selbst mal Schülerin an der KuSs und dient damit so etwas wie als kleines Vorbild.

Unterhaltend erzählt sie von den Anfängen ihrer Eishockey-Karriere, vom Alltagsleben als einziges Mädchen unter Buben und dem Grund überhaupt Torhüterin geworden zu sein. «Muss man nicht verrückt sein als Zielscheibe vor das Gehäuse zu stehen?», fragt Nägeli. «Ich habe schon immer gerne verteidigt», sagt Alder.

Video: Tele Top

Die Medaille aus dem Keller

Ganz offensichtlich nicht nur gerne, sondern auch gut. Seit Jahren gehört sie zu den festen Grössen im Frauen-Nationalteam. Bereits 2014 holte die Oberländerin an den Olympischen Spielen in Sotschi mit der Schweiz Bronze. Die Medaille hat Alder auch extra für das Gespräch aus dem Keller des Elternhauses gekramt und mitgenommen.

Die Sommermonate verbringt die Torfrau nämlich in der Region, bis es wieder in den Mittleren Westen in die USA geht – wo sie seit 2016 an der St. Cloud State University Journalismus und Psychologie studiert. Mit den kulturellen Unterschieden zur Schweiz hatte die bald 24-Jährige dort anfänglich noch zu kämpfen. Sie erwähnt Essen, Arbeitssystem und Verhalten mit der Umwelt exemplarisch dazu.

Die offene Zukunft

Noch ein letztes Jahr verbringt Alder nun in den Vereinigten Staaten. Wo es sie nachher hinschlägt, lässt sie offen. Wenig wahrscheinlich ist ein Verbleib in den USA. Realistischer ist da ein Transfer in die schwedische Topliga oder auch die Rückkehr in die Schweiz um ihre berufliche Karriere zu forcieren.

«Ist auch ein Wechsel ins Männer-Eishockey möglich, will Moderator Nägeli wissen und nennt Florence Schelling, ihre Vorgängerin im Tor des Nationalteams. Diese hütete einst sogar das Gehäuse des Erstligisten EHC Bülach.

Alder ist nicht abgeneigt und kennt auch ihre Grenzen. Ab Niveau Nationalliga B würde es schwierig werden – aufgrund von Kraft und Grösse, die eine zentrale Rolle spielen würden. «Auf einem tieferen Niveau kann man diese Faktoren noch mit Schnelligkeit kompensieren», meint sie.

Das Schlusswort in der anschliessenden Fragerunde hat ein älterer Herr im Publikum. Es sei herzergreifend eine so intelligente Sportlerin kennengelernt zu haben. Der Applaus ist ihm und ihr sicher.

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