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Letzter GP des Jahres

Darum geht es für Sauber zum Saisonende

In Abu Dhabi wird die Frage beantwortet, ob sich der Hinwiler Rennstall den 6. WM-Rang sichern kann. Fragezeichen gibt es allerdings auch um den Sauber-Teamchef.

Florian
Bolli
Freitag, 18. November 2022, 13:00 Uhr Letzter GP des Jahres
Valtteri Bottas vor Lance Stroll: Hält Sauber Aston Martin in Schach?
Foto: Sauber Motorsport

Noch ein Rennen. Noch 58 Runden. Noch gut 306 Kilometer.

In Abu Dhabi geht am Sonntag die Formel-1-Saison 2022 zu Ende. Und während im Gegensatz zur letzten Saison das Rennen um die WM-Krone sowohl bei den Fahrern als auch bei den Konstrukteuren längst entschieden ist, geht es dahinter noch um die Positionen und um viel Geld. Auch für das Hinwiler Team Alfa Romeo.

Valtteri Bottas und Zhou Guanyu sind noch ein letztes Mal gefordert, um für die Sauber Motorsport AG den 6. WM-Rang zu sichern und damit geschätzte zehn Millionen Dollar mehr Preisgeld, als es für den 7. Rang geben würde.

Beschenkt Vettel zum Abschied sein Ex-Team?

Lange sah es aus, als würde Sauber diesem 6. Rang ungefährdet entgegenfahren. Doch in der zweiten Saisonhälfte zeichnete sich ab, dass es zum Duell mit den Aston-Martin-Piloten Sebastian Vettel und Lance Stroll um diesen 6. Rang kommen würde. Und dieses Duell wird nun erst in Abu Dhabi entschieden.

Ausgerechnet im letzten Rennen der Karriere von Vettel also, der 2007 für BMW-Sauber gleich bei seinem Debüt in den USA erstmals punktete. Nun würde der vierfache Weltmeister mit den letzten Punkten seiner Karriere Aston Martin wohl nur allzu gerne ein Abschiedgeschenk machen – und nicht seinem Ex-Team aus Hinwil.

Fünf Zähler Vorsprung nimmt Alfa Romeo mit, und die Hinwiler verfügen quasi über einen Bonuspunkt, weil bei Gleichstand das beste Einzelresultat den Ausschlag gibt. Das war Bottas’ 5. Rang in Imola.

Die Hinwiler brauchen also nicht zwingend einen Top-Ten Platz, um vor Aston Martin zu bleiben. Es gelingt ihnen auch ohne Punkte, wenn:

  • kein Aston Martin besser ist als 9.
  • ein Aston Martin 8. wird und der zweite höchstens 10.

Noch besser ist die Situation, wenn Sauber in die Punkte fährt. Wird ein Sauber-Pilot Zehnter, bleibt das Team vor Aston Martin, wenn:

  • kein Aston Martin besser ist als 8.
  • ein Aston Martin 7. wird und der zweite ohne Punkte bleibt.

Und fahren auf den Rängen 9 und 10 sogar beide Sauber-Piloten in die Punkte, reicht es, wenn:

  • kein Aston Martin besser ist als 7.
  • ein Aston Martin 6. wird und der zweite höchstens 10.

Die fünf Punkte Vorsprung klingen also zwar nicht nach viel, sie sind aber doch ein relativ komfortables Polster. In den bisherigen 21 Rennen holte Aston Martin nur gerade bei drei Gelegenheiten mehr als fünf Zähler.

Gerüchte um Vasseur

Für Teamchef Frédéric Vasseur ist klar: «Wir haben in den letzten Rennen wichtige Punkte geholt, aber der Job ist noch nicht getan: Wenn wir das Momentum und die Pace von Brasilien behalten können, werden wir unsere Position in der WM halten.»

A propos Vasseur: Glaubt man der Gerüchteküche, könnte der GP von Abu Dhabi das letzte Rennen für den Franzosen als Sauber-Teamchef sein. Italienische Medien meldeten in den letzten Tagen, er werde Nachfolger von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto per Januar 2023. Ferrari dementierte umgehend und bezeichnete die Gerüchte als «völlig unbegründet».

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