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Radquer Hittnau

Am Schlosshügel fehlte nur der Schweizer Triumph

Am Radquer Hittnau gab es in den Elitekategorien Schweizer Podestplätze. Ganz an die Spitze fuhren aber ein Tscheche und eine Italienerin.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 13. November 2022, 19:52 Uhr Radquer Hittnau

Kann Loris Rouiller das Leadertrikot erobern? Dies war vor dem Radquer in Hittnau die zentrale Frage. Der Westschweizer  lag vor dem vierten Lauf des Swiss Cyclocross Cup in der Gesamtwertung bloss 15 Punkte hinter dem Belgier Yorben Lauryssen und hatte diesen vor zwei Wochen in Bulle bezwungen. Ein erneuter Sieg in Hittnau, und das Leadertrikot hätte seinen Träger gewechselt.

Hätte – denn Rouiller zeigte zwar ein engagiertes Rennen und klassierte sich einen Rang vor Lauryssen. Bloss: Das waren «nur» die Ränge 3 und 4. Zuoberst auf dem Podest standen nach neun Runden der Tscheche Jakub Riman und der Italiener Gioele Bertolini (ITA).

Rouiller erwischte einen guten Start und lag nach der ersten Schlosshügel-Passage bereits in Führung. Unter seinem Tempodiktat bildete sich bald eine Fünfergruppe, aus der das spätere Podest hervorgehen sollte: Lauryssen, Rouiller, Riman, Bertolini sowie Filippo Agostinacchio (ITA).

Nach vier Runden wars um ihn geschehen

Doch in der vierten Runde musste Rouiller seinem Effort Tribut zollen, er fiel aus der Gruppe zurück und verlor in der Folge kontinuierlich etwas Zeit auf die Spitze.

Die Vorentscheidung fiel in der sechsten Runde. Riman und Bertolini verabschiedeten sich aus der Fünfergruppe. Rouiller kam wieder besser in Fahrt, schloss zu Lauryssen auf und bezwang diesen nach einem längeren Duell um Rang 3.

Damit hat Rouiller im Gesamtklassement gegenüber Lauryssen fünf Punkte gutgemacht. Zehn Zähler beträgt die Differenz noch – eine Ausgangslage, die für das Schlussrennen vom 2. Januar 2023 in Meilen viel Dramatik verspricht.

Der Kampf um den Tagessieg wurde erst per Sprint auf der Zielgeraden entschieden. Riman hatte die Nase vorn. Dies, obwohl er am Samstag bereits in Tschechien am Start war und anschliessend den Auto-Transfer in die Schweiz zu bewerkstelligen hatte.

Die Führende startete nicht

Das Frauenrennen begann aus Schweizer Sicht mit einer schlechten Mitteilung: Jacqueline Schneebeli, Führende im Gesamtklassement, war krankheitshalber nicht am Start. Damit stellte sich die Frage, ob sie ihr Leadertrikot kampflos würde abtreten müssen – und wer es übernehmen würde. 

So schien es primär an Schweizermeisterin Alessandra Keller zu liegen, die Kohlen für die Schweiz aus dem Feuer zu holen. Sie tat dies beherzt in Begleitung von Rebekka Estermann und den beiden Italienerinnen Rebecca Gariboldi und Sara Casasola. Letztere vermochte sich bis Rennmitte rund 30 Sekunden von Keller abzusetzen, weitere acht Sekunden zurück folgte Gariboldi.

Damit waren die Positionen bezogen – und das Podest in dieser Reihenfolge besetzt. Das Leadertrikot ging aber nicht an eine der Podestfahrerinnen, sondern an Elodie Python. Ein 12. Rang reichte der Westschweizerin für die Führung in der Gesamtwertung, sieben Zähler vor Schneebeli.

Zufriedene Veranstalter

Positiv fiel die Bilanz von OK-Chef Thomas Frei aus. «Es war ein gelungener Anlass», sagte er. «Es herrschte eine gute Stimmung, wir haben tolle Rennen gesehen, und der Publikumsaufmarsch hat unsere Erwartungen erfüllt.»

Laut Schätzungen der Organisatoren besuchten wie erhofft rund 1500 bis 2000 Zuschauer den Anlass. (zo)

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