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Audi wird Partner

Sechs Fragen zum Sauber-Deal

Ab 2026 wird der Hinwiler Rennstall Sauber zum Werksteam von Audi. Das wirft Fragen auf. Sauber-Geschäftsführer Frédéric Vasseur hat die Antworten.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 26. Oktober 2022, 17:30 Uhr Audi wird Partner
Sauber Motosport arbeitet ab 2026 mit Audi zusammen.
Sauber-CEO Frédéric Vasseur freut sich auf Partner Audi: «Das ist eine Chance für die Entwicklung des Unternehmens.»
Foto: Sauber Motorsport

Es war längst ein offenes Geheimnis, seit Mittwochmorgen liegen die Karten nun offen auf dem Tisch: Der Hinwiler Rennstall Sauber wird ab 2026 zum Werksteam von Audi. Beide Unternehmen haben die Partnerschaft bekannt gegeben. 

«Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Team, das schon viele Epochen der Formel-1-Geschichte mitgeprägt hat. Gemeinsam wollen wir ab 2026 das nächste Kapitel schreiben», sagt Adam Baker. Er ist Projektleiter der Formel 1 von Audi. 

Mit rund 30 Jahren Wettbewerbserfahrung zählt Sauber denn auch zu den renommiertesten und traditionsreichsten Teams in der Formel 1.

Was also bedeutet der Einstieg der Volkswagen-Tochter, die auch zur Miteigentümerin der Sauber Group werden wird? Im Interview mit SRF hat Sauber-CEO Frédéric Vasseur die drängendsten Fragen beantwortet. 

Was bedeutet die Zusammenarbeit für den Standort Hinwil?
 

Sie sichert die Zukunft des Unternehmens im Oberland. Die gesamte Chassisproduktion wird weiterhin in Hinwil stattfinden. Vasseur sagt: «Audi kann aus unserer aussergewöhnlichen Fabrik mit dem kompetenten Personal Profit schlagen.» Sauber wird auch für die Planung und Durchführung der Renneinsätze zuständig sein. Audi wird derweil in Deutschland die Motoren herstellen.

Was verändert sich?

Der Hinwiler Rennstall wird von einem Kundenteam zu einem Werksteam. «Das ist aus Sicht der Positionierung in der Formel 1 und aus sportlicher Sicht ein echter Schritt nach vorne», sagt Vasseur. Der CEO freut sich: «Das ist eine echte Chance für die Entwicklung des Unternehmens.»

Wie heisst der Rennstall ab 2026?

Für diesen Entscheid ist es noch zu früh. Welchen Namen der Rennstall ab 2026 trägt, ist also offen. 

Was passiert mit dem Namen «Sauber»?

2019 ging eine Ära zu Ende, als mit der Umbenennung des Sauber-Teams in Alfa Romeo der ursprüngliche Name des Rennstalls erstmals seit 1993 verschwand. Teamchef Vasseur findet, zentral sei doch, dass das Unternehmen Sauber heisse. Und vor allem: «Es ist entscheidend, das wir hier in Hinwil bleiben, das wir unsere Fabrik und unseren Windtunnel nutzen können und dass das Unternehmen Sauber Motorsport fortbesteht.» Die Partnerschaft mit Audi sorgt letztlich dafür, dass dem so ist.

Die Zusammenarbeit mit Alfa Romeo endet nach der Saison 2023. Wie geht es danach bis zum Einstieg von Audi weiter?

Sauber wird in den Jahren 2024 und 2025 keinen Herstellernamen tragen. Vasseur sagt: «Das ist nicht sehr schlimm, weil jeder weiss, dass wir ab 2026 eine solide Partnerschaft haben werden. Für die Jahre 2024/25 werden wir eine Lösung finden.» Die Autos werden bis zum Einstieg von Audi weiter von Ferrari-Motoren angetrieben, also bis Ende 2025. Das heisst, bis zum Ende der Gültigkeit des aktuellen Reglements. «Die Situation verändert den technischen Teil oder den Bau der Autos überhaupt nicht», sagt Vasseur.

Wie heisst der Rennstall in den Übergangsjahren?

Welcher Name auf dem Chassis zu sehen sein wird, kann das Hinwiler Unternehmen entscheiden. Vasseur hat in dieser Hinsicht keine Bauchschmerzen, wie er sagt: «Wir haben bereits einige Partner, die sich als Sponsor für die Saison 2024/25 bewerben.»

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