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Neuer Pfäffikon-Coach

Er weiss, wie aufsteigen geht

Immer wieder nahm der FC Pfäffikon in den letzten Jahren neuen Anlauf in Richtung 2. Liga – und scheiterte. Jetzt hat mit Kurt Kobel ein Trainer das Zepter inne, dem schon mehrere Aufstiege gelungen sind.

David
Schweizer
Montag, 05. September 2022, 18:00 Uhr Neuer Pfäffikon-Coach

So ganz restlos zufrieden war Pfäffikons neuer Trainer Kurt Kobel nach dem 3:1-Sieg über das ziemlich neuformierte Rüti 2 nicht. «Es ist zu lange 1:0 gestanden», monierte der 56-Jährige. Gerade in der ersten Hälfte sündigten seine Spieler im Abschluss. Erleichterung gaben so erst die späten Tore von Mustapha Ceesay zum 3:0.

Der anschliessende Ehrentreffer der Rütner sollte am Ausgang der Partie aber nichts mehr ändern.

Für Kobel ist es der erste Sieg mit dem FCP. In der ersten Runde des FVRZ-Cups gab es zunächst eine 0:2-Niederlage gegen Zweitliga-Aufsteiger Schwamendingen, ehe es zum Meisterschaftsauftakt in der Gruppe 6 nur zu einem 2:2-Remis gegen Männedorf reichte.

Die «Tour de Zürichsee»

Männedorf, das ist auch der Ort, wo Kobel einst 2013 nach ersten Jahren beim FC Egg, seine Trainerkarriere so richtig lanciert hatte. Gleich zweimal schaffte er mit dem FCM den Sprung in die 2. Liga (2015/2017), nachdem es beim ersten Anlauf gleich wieder ein Stockwerk tiefer ging. Insgesamt sechs Jahre war Kobel in Männedorf, ehe er seine eigentliche «Tour de Zürichsee» fortsetzte.

Zuerst für drei Jahre in Herrliberg, dann bis in diesem Juni in Meilen. Während ihm beim FCH ein weiterer Aufstieg vergönnt blieb, konnte er sich bei Meilen nach nur einer Saison erneut auf ein weiteres Abenteuer auf Stufe 2. Liga freuen. Dort wehrte sich der Seeklub zwar achtbar, am Ende folgte aber recht deutlich die sofortige Relegation.

Und nun also die Rückkehr ins Zürcher Oberland – nach Pfäffikon. Der FCP nahm seit dem Abstieg im 2015 schon mehrere Anläufe in Richtung 2. Liga. Doch weder mit Thomas Grolp noch Marcel Erismann sollte das Unterfangen gelingen. Besonders bitter verlief die Saison 2019/20, als die Pfäffiker mit fünf Punkten Vorsprung in die Winterpause gingen. Nur wurde die Saison im Frühjahr coronabedingt abgebrochen.

Zuletzt reichte es hinter Herrliberg und Wetzikon zu Platz 3. Ein möglicher Aufstieg war aber aufgrund des grossen Punkterückstands zur Spitze schon früh in der zweiten Meisterschaftshälfte kein Thema mehr.

Ein neuer heisser Kandidat

Der Neo-Pfäffiker Kobel weiss bekanntlich wie aufsteigen geht. «Ich habe ein intaktes Team übernommen», bestätigt er. Es seien aber auch ein paar Junge nachgezogen worden, weshalb auch etwas Geduld nötig sei. Der noch immer in Egg lebende Kobel will dennoch zu hohe Erwartungen schüren, und spricht lediglich vom «vorne mitspielen» in der ausgeglichenen Gruppe 6. 

Tatsächlich hat es die Gruppe mit sechs Mannschaften aus der Region weiterhin in sich. Dass Klubs wie Wetzikon und Stäfa lieber früher als später wieder in der 2. Liga spielen würden, ist ein offenes Geheimnis. Dazu ist mit Kloten ein weiterer heisser Kandidat aus der Gruppe 4 hinübergezügelt.

Dem nicht genug gibt es auch noch viele Spielverderber wie beispielsweise der FC Wald, der überraschend nach zwei Spieltagen die Tabelle anführt – und als nächstes auf den FC Pfäffikon trifft.

Überhaupt warten auf das Kobel-Team nun die Wochen der Wahrheit. Nach Wald stehen mit den erwähnten Kloten und Wetzikon gleich die nächsten echten Gradmesser an. Besonders daran ist auch, dass die kommenden Drittliga-Partien aufgrund des Schiedsrichtermangels jeweils unter der Woche stattfinden.

Erst am 1. Oktober spielt der FCP somit wieder an einem Sonntag. «Auch wenn für alle dasselbe gilt. Das ist für den Rhythmus recht schwierig», findet der Trainer.

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