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5-Tage-Berglauf-Cup

Wenn der Regen für Freude sorgt

Jens-Michael Gossauer feiert in der Etappe auf den Bachtel einen ungefährdeten Erfolg. Und ist dennoch nicht ganz zufrieden. Bei den Frauen düpiert ein Neuling Seriensiegerin Nadja Kessler.

Redaktion
Züriost
Freitag, 19. August 2022, 06:50 Uhr 5-Tage-Berglauf-Cup

Er selber fand hinterher zwar, die Pause habe ihm nicht gut getan. Das Resultat aber sagt etwas anderes. Titelverteidiger Jens-Michael Gossauer entschied am 5-Tage-Berglauf-Cup die 4. Etappe souverän für sich.

Der Bäretswiler, der das dritte Teilstück ausgelassen hatte, brauchte für die 3,6 Kilometer lange Strecke von Wernetshausen auf den Bachtel mit den 375 Höhenmetern lediglich 16:59 Minuten. Er verpasste dabei den Streckenrekord des Bertschikers Stephan Wenk also nur um etwas mehr als zwanzig Sekunden.

«Es fühlte sich jedenfalls sehr bescheiden an.»
Jens-Michael Gossauer

Der Konkurrenz knüpfte Gossauer mit seinem «Spurt» am Donnerstag sehr viel Zeit ab. Der zweitklassierte Toggenburger Lorin Länzlinger sowie der Dritte Simon Ganz aus Bauma verloren beide bereits über zwei Minuten auf den Sieger, der auch die Gesamtwertung für sich entscheiden dürfte.

Gossauer war im Ziel dennoch nicht ganz zufrieden. Es sei nicht so gut gelaufen, fand der zweifache Duathlon-Vizeweltmeister über die Langdistanz. Bauchschmerzen plagten ihn auf dem kurzen, aber knackigen Anstieg, der von den Organisatoren aus dem SC am Bachtel als «Klassiker» bezeichnet wird. 

«Und vielleicht bin ich das Ganze auch zu schnell angegangen», mutmasste Gossauer. «Es fühlte sich jedenfalls sehr bescheiden an.»

Die Etappe auf den Bachtel ist kurz, aber streng.
Bald hat das Leiden ein Ende: Das Ziel beim Bachtelturm ist im Blickfeld. (Archivfoto: Christian Merz)

So hart er mit sich selber ins Gericht ging, angetan war Gossauer von den Verhältnissen mit den kühlen Temperaturen und dem Regen. «Das liebe ich. So ist es wunderschön zu laufen.»

Das «Schwimmflügeli»-Wetter beflügelte zahlreiche der etwas mehr als 160 Läuferinnen und Läufer. Darunter auch Raphaela Wagner, die bei den Frauen für einen Coup sorgte. Die erstmals überhaupt am 5-Tage-Berglauf-Cup angetretene Winterthurerin fügte Seriensiegerin Nadja Kessler überraschend eine Niederlage zu. 

«Ich liebe diese Verhältnisse.»
Nadja Kessler

«Rennen im Regen gibt mir viel Energie», sagte Wagner, die sich vorgenommen hatte, «aufs Gaspedal zu drücken». Das setzte der Berglauf-Cup-Neuling perfekt um und rollte das Feld von hinten. Sie habe sich eigentlich gar nicht zugetraut, Kessler zu überholen. Und war darum vom Erfolg überrascht.

Am Schluss war Wagner drei Sekunden schneller. Überhaupt verlief das Rennen der Frauen eng. Auf Augenhöhe mit der Siegerin und der zweitklassierten Kessler war auch die Esslingerin Manuela Menzi. Sie verlor nur neun Sekunden auf die unerwartete Gewinnerin. 

Die für einmal bezwungene Kessler, die im vierten Rennen der Woche wohl nicht mehr über die gleich frischen Beine verfügte wie ihre Bezwingerin, strahlte im Ziel trotzdem. Einerseits, weil sie den Kampf um den Sieg genossen habe, wie die Führende in der Gesamtwertung sagte. Aber eben auch wegen den Wetterverhältnissen. «Ich liebe diese Verhältnisse.» (ome)

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