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Keine Punkte für Hinwiler Rennstall

Verstappen eilt der Konkurrenz davon

Max Verstappen gewinnt in Le Castellet das zwölfte von 22 Saisonrennen. In der WM weist der Belgier nun bereits 63 Zähler Vorsprung auf Leclerc.

Agentur
sda
Sonntag, 24. Juli 2022, 16:02 Uhr Keine Punkte für Hinwiler Rennstall

Weltmeister Max Verstappen macht im Grand Prix von Frankreich einen riesigen Schritt Richtung Titelverteidigung. Der Niederländer gewinnt im Red Bull-Honda und feiert in Le Castellet seinen 27. GP-Sieg.

Damit hat der erst 24-jährige Champion in der ewigen Bestenliste Jackie Stewart eingeholt und wird wohl bald Nigel Mansell (31 Siege) auf Rang 7 ablösen.

Dass Verstappen zuoberst auf dem Podest stehen konnte, hatte er in diesem Hitzerennen in Le Castellet mit Temperaturen von über 30 (Luft) und 55 (Asphalt) Grad vor allem auch seinem härtesten Konkurrenten Charles Leclerc zu verdanken.

Der Ferrari-Fahrer schied in der 19. von 53 Runden in Führung liegend aus und verpasste es an der Côte d'Azur, wie Lewis Hamilton (2018/2019) und Verstappen (2021) von der Pole-Position aus zu gewinnen.

Schon 63 Punkte Vorsprung

Der 24-jährige Monegasse ärgerte sich zuerst am Teamfunk, dass das Gaspedal in seinem Ferrari hängengeblieben sei, nahm danach aber vor laufenden TV-Kameras die Schuld für den Ausfall auf sich. «Ich habe in Imola sieben Punkte verschenkt, jetzt 25. Ich darf einfach keine Fehler mehr machen und muss gewisse Sachen in den Griff kriegen.»

Dass bei den Roten aus Maranello an diesem Sonntag vieles verkehrt lief, beweist auch die Funk-Anekdote aus dem Rennen, als Teamkollege Carlos Sainz für ein gefährliches Manöver beim Boxenstopp bestraft wurde: «Wir haben eine 5-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe», funkte das Team seinem Fahrer.

Der Spanier, der seine Aufholjagd aus der letzten Startreihe mit Rang 5 belohnte, funkte zurück: «Quatsch, es ist nur eine 5-Sekunden-Strafe!» Der Fahrer kannte das Reglement besser als seine Crew an den Boxen.
 

In der WM hat Verstappen nach seinem siebten Saisonsieg bereits 63 Zähler Vorsprung auf Leclerc (233:170). Dritter ist Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez (163) vor Sainz (144). Damit ist klar, dass der Niederländer als WM-Leader zu seinem Heimrennen am 4. September nach Zandvoort reisen wird.

Bis dann kann Leclerc im GP von Ungarn (31. Juli) und im GP von Belgien (28. August) höchstens 52 Zähler gutmachen.

Rang 2 für Jubilar Hamilton

In seinem Jubiläums-Rennen (300. Grand Prix) schaffte es der siebenfache Champion Lewis Hamilton zum vierten Mal in Serie aufs Podest. Der 37-jährige Brite wurde im Mercedes Zweiter und hatte eigentlich nur ein Problem, weil seine Trinkflasche nicht funktionierte.

«Jetzt habe ich aber richtig Durst», sagte Hamilton vor der Siegerehrung und lobte die Zuverlässigkeit der Silberpfeile.

Sein Teamkollege George Russell stand ebenfalls auf dem Podest, weil er drei Runden vor Schluss Perez beim Neustart nach einer von Zhou Guanyu (Alfa Romeo) ausgelösten virtuellen Safety-Car-Phase den Mexikaner Perez überrumpeln und vom Podest verdrängen konnte.

Rekord für Alonso

In einem abwechslungsreichen Rennen wurde der unverwüstliche Fernando Alonso im Alpine-Renault Sechster. Der zweifache Weltmeister wird am kommenden Freitag 41-jährig und hat jetzt nach seinem 347. WM-Rennen 18'672 Renn-Runden absolviert, so viele, wie kein Rennfahrer zuvor.

Zum dritten Mal in Serie blieben hingegen die Fahrer von Alfa Romeo-Sauber ohne Punkte. Dabei glaubte der Hinwiler Rennstall, dank einer neuen Kupplung wieder in die Top Ten fahren zu können.

Von technischem Defekt gestoppt

Fehlanzeige: Valtteri Bottas beendete das Rennen im 14. Rang, Zhou Guanyu blieb sechs Runden vor Schluss mit einem technischen Defekt stehen und wurde noch als 16. klassiert.

Die neue Kupplung sollte vor allem beim Start einen Vorteil bringen. Doch das Gegenteil war der Fall. Der von Position 11 gestartete Bottas verlor nach einer Runde sechs Plätze, der Trainings-16. Zhou deren drei.

In der Teamwertung hat die erneute Enttäuschung zum Glück wenig Auswirkung: Im Kampf um Teamrang 6 hat einzig Aston Martin dank Lance Stroll einen Zähler gewonnen.

Alfa Romeo bleibt Sechster mit 51 Punkten vor Haas-Ferrari (34), Alpha Tauri-Honda (27), Aston Martin-Mercedes (19) und Williams-Mercedes (3).

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