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Oberländer in der Super League

Vom Spätzünder bis zum Bankdrücker

Die Super-League-Saison beginnt. Ein Quartett mit Oberländer Wurzeln nimmt sie mit ganz unterschiedlicher Ausgangslage in Angriff.

Florian
Bolli
Donnerstag, 14. Juli 2022, 11:15 Uhr Oberländer in der Super League
Der Wetziker Stephan Seiler hofft, dass er beim FCZ zu mehr Einsätzen kommt.
Foto: Keystone

Der Spätberufene
Granit Lekaj (32, Pfäffikon), Verteidiger beim FC Winterthur

Darauf hat er lange gewartet: Granit Lekaj spielt endlich in der Super League.
Foto: Christian Merz

Nach 337 Challenge-League-Spielen für Schaffhausen, Wil und Winterthur hat das Warten für Granit Lekaj um 20.30 Uhr am Samstagabend ein Ende: Dann tritt der FC Winterthur gegen Basel nach 37 Jahren erstmals wieder in der höchsten Schweizer Liga an - und Captain Lekaj kommt zu seinem Super-League-Debüt.

Für den Innenverteidiger aus Pfäffikon ist der Aufstieg mit dem FCW die Krönung der bisherigen Karriere. «Es ist nie zu spät, um den nächsten Schritt zu machen», sagte Lekaj nach dem Aufstieg. Und es ist nicht ein schwieriger Schritt: Der FCW hat keinen Druck - schliesslich gibt es wegen der Ligavergrösserung keinen direkten Absteiger in dieser Saison.

Auf dem Rasen wird der Aufsteiger aber naturgemäss unter Druck kommen - und Lekaj genügend Möglichkeiten haben zu beweisen, dass er auch über Super-League-Klasse verfügt. Zu wünschen sind ihm möglichst viele Partien auf höchster Stufe - auch wenn er seinen Wert aus der Challenge League in der Super League nicht wird erreichen können.

Der Aufstrebende
Stephan Seiler (21, Wetzikon), Mittelfeldspieler beim FC Zürich

Stephan Seiler will sein Talent öfter zeigen.
Foto: Keystone

Debütiert hatte er noch unter Ludovic Magnin, vor etwas mehr als zwei Jahren, unter dessen Nachfolger Massimo Rizzo wurde er zumeist eingewechselt. In der Meistersaison 2021/22 aber spielte Stephan Seiler unter André Breitenreiter lange fast keine Rolle. Erst, als der Titelgewinn der Zürcher schon feststand, erhielt der Wetziker mehr Einsatzzeit und durfte zweimal von Beginn weg ran.

«Die Entwicklung zeigt nach oben», sagte Sportchef Marinko Jurendic damals - auch deshalb wurde Seilers Vertrag bis Sommer 2024 verlängert. Unter Franco Foda hofft Seiler nun auf eine tragendere Rolle als bisher. «Er besitzt alle Voraussetzungen, zu einem bestandenen Super-League-Spieler zu wachsen», findet Jurendic.

Der Rückkehrer
Ilan Sauter (21, Maur), Verteidiger beim FC Zürich

Kann Ilan Sauter im FCZ-Fanionteam Fuss fassen?
Foto: Keystone

Das Debüt in der Super League wäre es nicht, wenn Ilan Sauter in dieser Saison beim Meister zu einem Einsatz käme. In der Saison 2019/20 durfte er dreimal ran, zweimal gar über 90 Minuten - es waren jene Spiele, in denen der FCZ in der Super League mit der U21-Mannschaft antreten musste, weil das Gros des Fanionteams in Corona-Quarantäne war.

Doch danach ging der Weg des Maurmers nicht beim FCZ weiter. Er verfügt bei den Zürchern zwar über einen Vertrag bis Sommer 2023, wurde aber an den FC Wil ausgeliehen. In der Challenge League sammelte er die erhoffte Spielpraxis, obwohl er dann und wann von Verletzungen gebremst wurde: 45 Meisterschaftsspiele absolvierte der Innenverteidiger, 40 davon von Beginn weg.

Nun ist die Leihe beendet, Sauter wieder beim FCZ - und zumindest die Vorbereitung machte der Maurmer mit dem Fanionteam. In fünf von sieben Testspielen kam er zum Einsatz. Womöglich spielt ihm in die Karten, dass der FCZ aufgrund der Europacup-Einsätze auf ein breites Kader angewiesen ist.

Der Zuschauer
Steven Deana (32, Wetzikon), Torhüter beim Servette FC

 

Kaum Aussicht auf Einsätze: Steven Deana im Stade de Geneve.
Foto: PD

Seit einem Jahr ist Steven Deana in Genf, und er wusste schon als er den Vertrag unterschrieb, dass er bei Servette in der Super League vornehmlich in der Zuschauerrolle sein würde. Für Stammkeeper Jeremy Frick (29) sollte er eine Unterstützung sein und dem Nachwuchsgoalie Edin Omeragic (20) in der Entwicklung behilflich. Zu einem Einsatz kam der Wetziker nicht, obschon er die Nummer 1 trägt.

Nun wurde sein Vertrag um eine Saison verlängert. «Seine Erfahrung und sein Enthusiasmus haben unsere Torhüter weitergebracht», sagt Sportchef Philippe Senderos im entsprechenden Communiqué. Mit demselben Torhütertrio startet Servette in die Saison, und an der Ausgangslage hat sich nichts geändert.

Für Deana ist sie alles andere als neu: Von 2019 bis 2021 war er beim deutschen Drittligisten MSV Duisburg unter Vertrag in einem Meisterschaftsspiel kam er aber nie zum Zug. 12 Super-League-Spiele mit dem FC Sion hat er aus den Saisons 2013/14 und 2014/15 auf dem Konto. Es kommen wohl höchstens noch vereinzelte hinzu.

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