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Ustermer an der OL-WM

Jetzt braucht er schnelle Beine

Das Diplom im Blick, die Medaille im Hinterkopf: Riccardo Rancan hat sich für die Sprint-WM in Dänemark viel vorgenommen.

Redaktion
Züriost
Samstag, 25. Juni 2022, 12:57 Uhr Ustermer an der OL-WM
An der WM 2021 lief Riccardo Rancan im Sprint auf den 7. Platz.
An der letzten WM fehlten Riccardo Rancan im Sprint nur neun Sekunden aufs Podest.
Archivfoto: Swiss Orienteering/Rémy Steinegger

«Ganz klar das WM-Bankett.» Riccardo Rancans Antwort auf die Frage, welches wohl sein Highlight an der WM in Dänemark sein wird, ist überraschend. Und natürlich nicht ernst gemeint.

Wobei trotzdem ein Körnchen Wahrheit in ihr stecken dürfte. Der Ustermer feierte 2021 in Tschechien seine WM-Pre­miere. Das Bankett fiel damals allerdings ins Wasser.

Sein gutes Resultat dürfte ihn im Vorjahr darüber hinweggetröstet haben. Rancan überzeugte im Sprint nämlich als starker Siebter – nur neun Sekunden fehlten auf die Bronzemedaille. 

Nun bietet sich Rancan im hohen Norden die nächste Chance, international für Furore zu sorgen. Der 25-Jährige selber ist zwar kein Neuling mehr, der Anlass hingegen ist in dieser Form eine Premiere. Erstmals überhaupt findet eine reine Sprint-WM statt.

Beim Staffel-Wett­bewerb am Sonntag ist Rancan noch Zuschauer. Der 25-Jährige startet am Dienstag dann aber im Knock-out-Sprint in Fredericia sowie zwei Tage später im Sprint, der in einem Vorstadtgelände von Vejle ausgetragen wird. 

Rancan sagt, er rechne mit Wettkämpfen auf höchstem Niveau, da sich alle Athleten in der ersten Saisonhälfte auf den Sprint fokussierten. «Andererseits erwarte ich sehr herausfordernde Sprintbahnen. Das Gelände verspricht knifflige Routen, das flache Terrain fordert aber auch schnelle Beine, um vorne mitlaufen zu können.»

Letzteres ist das Ziel des B-Kader-Athleten, der 2021 an der Heim-EM im Knock-out-Sprint als Vierter das Podest nur knapp verpasste. 

An der WM im Süden Dänemarks peilt Rancan ein Diplom an. Er sagt: «In meiner Lieblingsdisziplin, dem Knock-Out Sprint, will ich bis in den Final vorstossen.» Wobei er auch von der «Vi­sion» spricht, eine Medaille für die Schweiz zu gewinnen. 

Sieht man eine verpatzte Hauptprobe als gutes Omen, ist er auf gutem Weg. Am letzten Wettkampf vor der WM, der Sprint-SM, klas­sierte er sich nur als Neunter. (ome)

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