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Fischenthaler Skispringer

Wie Peter aus Rückschlägen Erfolge machte

Es war ein sehr spezielles Jahr für Dominik Peter. Auf eine Medaille folgte eine schwere Verletzung – und darauf wiederum ein gelungenes Comeback. Den Weg an die Weltspitze verfolgt er weiterhin.

Florian
Bolli
Montag, 27. Dezember 2021, 08:30 Uhr Fischenthaler Skispringer

Eine WM-Medaille, ein kaputter Meniskus, ein Olympia-Ticket – und wieder ein lädierter Meniskus. Für Dominik Peter wechselten sich 2021 grosse Erfolge und Rückschläge ab. Wobei ein Rückschlag den jungen Fischenthaler Skispringer eigentlich nie oder nur kurz dazu bringt, zu zweifeln oder zu hadern. Er nutzt das Negative viel mehr, um etwas Positives daraus zu machen.

Erstaunliche Reife legt der 20-Jährige an den Tag – und erstaunliche Erfolge feiert er. Weil er trotz seines jungen Alters manchmal einfach weiss, was er für den Erfolg braucht. Vor der Junioren-WM im Februar war es etwa eine Wettkampfpause, die er sich vor dem letzten Springen der Vierschanzentournee selbst verordnete, weil er sich mental ausgelaugt fühlte.

«Erfreulicherweise bin ich wieder einmal nervös. Das fehlte mir», sagte der Fischenthaler vor seinem persönlichen Saisonhighlight, der Junioren-WM. Mit dieser hatte er gewissermassen eine Rechnung offen nach dem mit Wetterpech erklärbaren 20. Rang im Vorjahr. Diesmal blieb ihm am Ende nicht Frust, sondern Freude: Die Bronzemedaille gewann der Fischenthaler in Lahti – als erst dritter Schweizer Skispringer nach Sylvain Freiholz und Andreas Küttel gelang ihm an einer Junioren-WM der Sprung aufs Podest.

Und doch zog Peter am Ende des Winters nicht nur eine positive Bilanz seiner zweiten vollen Weltcup-Saison. «Es ist nicht mein Anspruch, auf den Rängen 30 bis 45 klassiert zu sein», sagte er, nachdem er es nur vier Mal in die Weltcup-Punkte geschafft hatte. Den Sommer wollte er nutzen um an Sprungkraft und Koordination zu arbeiten, «mir ist klar, was ich machen muss», fand er.

Doch dann folgte die Spitzensport-RS in Magglingen. Mit einer blöden Bewegung beim Krafttraining zerstörte Peter den Meniskus im linken Knie. Eine Operation folgte, die eine längere Zwangspause nach sich zog. Er nutzte sie um Kraft zu schöpfen, dachte an andere Springer, die nach Verletzungen stärker zurückkamen und setzte sich das als Ziel.

An den Schweizer Meisterschaften im Oktober kehrte Peter dann in den Wettkampfbetrieb zurück – voller Tatendrang, voller Zuversicht für die Olympia-Saison. Und mit dem Bewusstsein, dass er sich nun voll und ganz auf den Sport konzentrieren kann.

Seinen 40-Prozent-Job in einem Treuhandbüro gab er auf, um dem Körper und dem Kopf im dichten Wettkampfkalender mehr Zeit zur Regeneration zu geben.

Unbegründet war die Zuversicht nicht. Peter legte einen ordentlichen Saisonstart hin, hat jetzt schon fast so viele Punkte gesammelt wie in der kompletten letzten Saison und zeigte mit einem 18. Rang in Klingenthal, dass seine hohen Ambitionen durchaus berechtigt sind. Sein Olympia-Ticket hat er sich damit auch schon gesichert.

Doch dann, ausgerechnet vor der Vierschanzentournee und in einem Moment, in dem sich der Fischenthaler wirklich gut in Form fühlte, verletzte er sich erneut.

Der rechte Meniskus ist es diesmal. Und wie es aussieht glücklicherweise keine Verletzung, die Peter ein verfrühtes Saisonende aufzwingt. Und vielleicht gelingt es ihm ja, auch auf diesen Rückschlag mit einem Erfolg zu antworten.

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